Yoga meditation group at fitness center
 

HIS-STORY of YOGA

Woher kommt der Yoga?

Mein Wecker klingelt. Ich drehe mich um. Langsam. Ich erwache allmählich. Wie jeden Morgen bleibe ich noch in meinem Bett. Nur noch ein paar Minuten. Plötzlich flüstert eine Stimme: „Yoga. Y O G A. Yoga.“ Yoga??? Das Wort spricht mich an. Der Klang gefällt mir. Die Schreibweise auch. Doch was hat das mit mir zu tun? Was soll das sein? Wozu dient es? Wo soll ich das machen und von wem erfahre ich mehr darüber? Wen kann ich fragen? Wer versteht mich? Wer hält mich nicht für absolut verrückt? Und sowieso. Wem gehört diese Stimme? Wer spricht da mit mir? Das war im Jahr 1991, glaube ich. Dieser Morgen ist bedeutungsvoll in meinem Leben und doch ist er heute längst Geschichte. Ein Teil meiner Story. Ein Teil der Yogastory. Yoga gibt es schon seit vielen Tausend Jahren. Seine genaue Entstehung und Entwicklung ist, wie so häufig, wenn es um solch alte Geschichte geht, nicht eindeutig. Erzählungen. Überlieferungen. Vermutungen. Mehr oder weniger klare Hinweise und Schlussfolgerungen machen aus „vielleicht“ ein „wahrscheinlich“. Es gibt unterschiedliche Strömungen und Einflüsse. Sicher ist, der Yoga hat seine Wurzeln in Indien. Sowohl seine Philosophie als auch die Übungspraxis stammen von dort. Bereits in den Veden, den ältesten indischen Schriften, sind neben den Grundkonzepten von Yoga und Ayurveda, auch die heute so bekannten Körperübungen des Hatha Yoga zu finden. Inzwischen ist unbestritten. Yoga hat sowohl physisch als auch psychisch positive Effekte auf uns. Ursprünglich soll Yoga ein rein spiritueller Weg gewesen sein. Der Weg der Erkenntnis.

Wer bin ich?

Was geschieht nach dem Tod? Was vor der Geburt? Was ist die Welt? Gibt es eine höhere Wirklichkeit? Die Rishis, indische Seher und Meister, haben sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Dabei sind sie in einen meditativen Zustand gekommen. Sie haben sich selbst in ihrer ganzen Tiefe erfahren. Die heute so vielfältig praktizierten Körperübungen, sind erst im Laufe der Zeit entstanden. Um möglichst lange im Meditationssitz bleiben zu können, dienten die Übungen der Mobilisierung und Kräftigung des Körpers. Die Übungen zeigten Wirkung. Die Asanapraxis hat sich ständig weiterentwickelt. Daraus entstand der Hatha Yoga. Er wird als der jüngste und gleichzeitig größte Yogaweg beschrieben. Er ist Grundlage der meisten neuzeitlichen Yogastile, in denen heute sehr körperbetont praktiziert wird. Neben dem uns so bekannten Hatha Yoga, gibt es noch weitere Wege. Yoga der Erkenntnis (Jnana-Yoga). Yoga der liebenden Hingabe (Bhakti-Yoga). Yoga der Tat (Karma-Yoga).

Yoga

Nachgewiesen ist in jedem Fall, dass der Ursprung des Yoga bei den Indern liegt

Faszination Indien.

Bis zum indischen Mittelalter wird Yoga in vielen großen Städten sowohl in Yoga- als auch Ayurveda-Zentren gelehrt. Als islamistische Steppenvölker Indien erobern werden diese Universitäten geschlossen. Die Yogatradition zieht sich in Mönchsorden und Familientraditionen zurück. Im 17. Jahrhundert nimmt England Indien ein. Indien wird zum Tee- und Baumwolllieferanten der Briten. Der Yoga wird in dieser Zeit zunehmend verdrängt und verschwindet mehr und mehr aus der Gesellschaft. Er besteht lediglich im Untergrund weiter. Durch die Handelsrouten zwischen Europa, Indien, Persien und dem Mittelmeerraum wird der Austausch immer größer. Die ersten Europäer sind von Indien fasziniert. So auch Schelling und Goethe. Sie haben sich von indischen Schriften und der Kultur inspirieren lassen. Schopenhauer, Nietzsche und Herrmann Hesse ebenfalls. Später. Kein Wunder. Je länger ich Yoga praktiziere und je mehr Bewusstsein ich erlange, um so größer wird mein Verständnis für die Texte dieser Männer. Ich erkenne. Alles hängt zusammen. Alles macht einen Sinn. Das ist Yoga. Das ist Erkenntnis. Die Philosophie kann erst einsinken, wenn der Körper bereit ist. Offen, geschmeidig und durchlässig. Wenn er bereit ist die Informationen aufzunehmen und zu zulassen. Das Verständnis für Philosophie ist untrennbar von der Entwicklung des Körpers. Alles ist eins. Verbunden. Zusammen. Das ist Ganzheit. Das ist Yoga.

Yoga – vorerst nur bei den Hippies hipp.

Berlin 1930. Die erste Yogaschule in Deutschland wird eröffnet. Nach Ende des zweiten Weltkrieges nimmt die Verbreitung des Yoga mehr und mehr zu. Durch das Interesse des Westens erfährt der Yoga auch in Indien eine Renaissance. Der Yoga wird in seinem Ursprungsland wieder neu entdeckt. Es wird geforscht. Hintergründe ermittelt und Bestehendes weiter entwickelt. Mehr und mehr Menschen aus dem Westen verbringen Zeit in indischen Ashrams. 1957 zieht der Yogi Swami-Vishnu Devananda nach Amerika und Kanada und verbreitete das Yogawissen in den USA. Er konzipierte dort die erste systematische Yogaausbildung. Der Beginn einer ungeahnten Massenbewegung. Meines Erachtens ist es nicht verwunderlich, dass es zuerst die alten 68er sind, die sich mit den Fragen des Yoga identifizieren können. Denn die Mehrheit der Menschen ist noch mit den Folgen des zweiten Weltkrieges beschäftigt. Aufbau. Wachstum. Wirtschaftswunder. Der Markt floriert. Die Konsumgüterindustrie wird zum Leben erweckt. Die Bevölkerung arbeitet hart. Gesamtgesellschaftlich stehen Arbeitsteilung und Industrialisierung im Fokus. Der Wunsch nach mehr Demokratie breitet sich aus. Verbindung, Freiheit und Selbstbestimmung werden hart erkämpft. Gleichzeitig nimmt die Sehnsucht nach Frieden zu. Während im Bildungswesen die Chancengleichheit Einzug erhält, steigt die Zahl der Terroranschläge. Der Kampf geht weiter. Im Innen wie im Außen. Die Gesellschaft ändert sich fortwährend. Die Werte auch. Ende der 70er Jahre wird das Industriezeitalter zum Informationszeitalter. 1981 wird der erste IBM Personal Computer vorgestellt. Mikrowelle, Anrufbeantworter und Walkmann werden etabliert. Sie bringen Erleichterung, Vielfalt und Flexibilität in unseren Alltag.

Yoga

Lange war Yoga fast ausschließlich für Hippies oder Aussteiger interessant

Wir können in noch kürzerer Zeit noch mehr leisten. Gleichzeitig werden Gegenbewegungen stärker. Nachhaltigkeit und Umweltschutz werden mehr und mehr gefordert. Während Ronald Mc Donald und Burger King sich flächendeckend ausbreiten, propagiert eine Minderheit mehr Bewusstheit. Vegetarische und vegane Ernährung sind in den langsam, anwachsenden Yogakreisen längst üblich. Noch werden sie belächelt. Yoga wird mit Esoterik gleichgesetzt. Vom Gros der Gesellschaft nicht ernst genommen. Erst mit dem zunehmenden Angebot an Yogakursen verändert sich sein Ruf. Mehr und mehr Menschen erfahren die positiven Auswirkungen des Yoga. Entschleunigung und Achtsamkeit, in einer sich immer schneller drehenden Welt. Die Entwicklung geht weiter. Die Politik setzt Zeichen. Im Oktober 1994 wird Umweltschutz als Staatsziel im Artikel 20a GG aufgenommen und ist jetzt selbstverständlich. Yoga ist inzwischen ebenfalls ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft. Mehr und mehr Yogalehrer lassen sich ausbilden. Die ersten Berufsverbände für Yoga entstehen und legen Qualitätsstandards fest. Seine Glaubwürdigkeit nimmt stetig zu.Wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit von Yoga. Krankenkassen fördern Yoga als anerkannte Präventionsmaßnahme.

Yoga

Mann, Frau, jung oder alt – heute spielt das beim Yoga keine Rolle mehr

 

Heute praktizieren in Deutschland ca. 3 Millionen Menschen Yoga. 

Und es werden immer mehr. Nach „Höher, schneller, weiter“ und „Geiz ist Geil“ sind mehr und mehr Menschen leer und ausgebrannt. „Zeit ist Geld“, war gestern. Sogar die Zeit der Work-Life-Balance-Bewegung ist vorüber. Nicht nur in Managerkreisen. Das Bewusstsein steigt ständig. In allen Gesellschaftsschichten. Mehr und mehr Menschen erkennen. Deine Zeit hier ist begrenzt. Deine Zeit ist Luxus. Deine Zeit ist Leben. Dein Leben findet in jedem Moment statt. Im Hier. Im Jetzt. Während deiner Arbeit und in deinem Privatleben. Einfach immer. Plötzlich geht es nicht mehr um Besitz, Erfolg und Karriere. Jetzt geht es um dich. Um bewusstes Handeln und Gestalten. Um deine wahre Natur. Um Ruhe und Klarheit. Die Zeiten haben sich geändert. Die Werte auch. Der Yoga ist geblieben. Was vor ca fünf Tausend Jahren begann, hat noch immer Bestand. Wie das geht, fragst du dich? Weil der Yoga sich uns Menschen anpasst. Unserer Entwicklung. Fließend. Nicht dogmatisch und festgefahren. Sondern flexibel, offen und vielfältig. Der Yoga ist unser Begleiter. Im Innen und Außen. Sichtbar und unsichtbar. Ob du willst oder nicht. Das ist seine Story. Und das ist ein Teil meiner Story. 26 Jahre später. Was im Innen entstanden ist, hat sich im Außen gezeigt. So habe ich den Yoga begriffen. Und ihn kennen und lieben gelernt.

 

Was gibt es eigentlich für Yogastile? In unserer Rubrik Wissenswertes über Yoga kannst du dies erfahren.

Einen wirklich schönen Bericht, warum eine unserer Redakteurinnen auf Yoga schwört, kannst du hier nachlesen.

 

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites