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Technische Elite: Zio Ziegler Street Art

Er ist bekannt für seine aufwendig strukturierten Gemälde und großflächigen Murals, die in diversen Großstädten der Vereinigten Staaten, Europa und Asien zu begutachten sind. Zio Ziegler (*1988) aus San Francisco empfindet die Malerei als eine Art Meditation, geistige Disziplin und Weg zum Selbstverständnis. Sein Ansatz ist roh, intuitiv und gestisch. Die Resultate sind extrem detailreich mit einer tribal-artigen Ästhetik und reflektieren das menschliche Befinden mit Referenz zu sinnbildlicher, mythischer Gestaltung. Zu den wesentlichen Einflüssen seines künstlerischen Schaffensprozesses zählen etwa die spätmittelalterliche und Quattrocento-Malerei, Aboriginal und African Art, der französische Modernismus, die östliche Philosophie, Ägyptologie, Primitivismus, die europäischen Graffiti-Bewegung, Pop-Style sowie der Avant-Garde Kubismus – sichtlich behaftet von „horror vacui“, der Scheu vor leeren Flächen innerhalb einer Darstellung.

Aus Ziegler’s Begeisterung für die Verwendung von Symbolen in der kulturellen Geschichte entstand seine Neigung zur wiederholenden Motiven. Die Tatsache, dass ein Zeichen in unzähligen Perioden wiederkehrt und dabei komplett unterschiedliche Interpretationen (basierend auf deren Milieu) transportieren kann, macht es zu etwas Vergänglichem. Um die Bedeutung zu verstehen, muss erst der Kontext und seine Entstehung verstanden werden, das bedeutet für den Künstler konkret Selbstreflektion. Auf diese Art und Weise arbeitet Zio Ziegler – er kreiert etwas Allegorisches aus einem unbewussten Instinkt heraus, das als Erlebnis für den Betrachter funktioniert und parallel sein Unterbewusstsein spiegelt. So sind seine Werke nie von präziser Bedeutung, sondern vielmehr visuelle Übersetzungen von Stimmungen und Eindrücken.

Dabei bildet eines seiner favorisierten Themen die Spannung zwischen Natur und Künstlichkeit, Instinkt und Zivilisation. Zwar sind Ziegler’s Gemälde meist um einiges bunter als seine Wandmurals, dennoch teilen alle seine Arbeiten eine Linie von wiederholenden Motiven, Gigantismus und Verzerrung. Es sind bizarre Figuren aus Mythologie und Natur, Zwitterwesen gezeichnet aus prägnanten, fast schon brutalen Strichen, geformt durch die komplizierte Überlagerung von Grafiken und Ornamenten. Die Verwendung von Muster gilt als typisches Element seines Bildstils und soll unter Anderem eine Art Desorientierung auslösen, die die Aufmerksamkeit von der äußeren zur inneren Realität schwenkt. Dabei bildet jede Form ein wechselndes Level von Schwerpunkt, Farbe und Linie, die die sowieso enorm großen Bilder in ihrer optischen Wirkung stärken. Ziegler gefällt die Idee seine Kunst an einem wagen Spot zur Schau zu stellen, mit einer interessanten, provokativen Oberfläche, massivem Verkehr für’s Auge und schnellem Erfassen trotz Komplexität. Dabei ist es sein Ziel, die Mauer der Gleichgültigkeit von Passanten zu brechen, sie aus ihren alltäglichen Gedanken und Sorgen zu schütteln und zurück in die Schönheit der Gegenwart zu katapultieren.

Mehr Arbeiten auf seiner Website, Facebook und Instagram.

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Fotos:
www.zioziegler.com
www.unurth.com
www.streetartsf.com
www.inthemake.com
www.upperplayground.com
www.fifty24sf.com
www.streetartnews.com

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