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Streetart Thessaloniki

[ Article in English @ Vagabundler: Streetart Thessaloniki ]

Nach den ersten Tagen im Fotografier-Wahn in Thessaloniki hatte ich einfach keine Idee mehr, wie ich die Bilder später noch kategorisieren, sortieren oder bearbeiten sollte. Nach kurzer Zeit hatte ich hunderte von Fotos, am Ende weit über tausend. Die ganze Stadt ist buchstäblich eine riesige Straßengalerie. In jeder Gasse, an jedem Haus, einfach auf allem, sogar an den Bäumen, – ja auch an Bäumen! – kann man Graffiti und Tags finden. Streetart ist auch immer ein soziales Kunstphänomen, es ist eine Ausdrucksform der Bewohner, die ihre Umgebung umgestalten. Dies kann schön aber auch hässlich sein, wiederum auch abhängig von dem Können des Erschaffers. In diesen Straßen gibt es auf jeden Fall viele Möglichkeiten zu üben, daher entstehen dort auch vielfältige und umwerfenden Kunstwerken.

Im Grunde ziehen sich die Haus- und Wandanstriche wie ein rießiger Vorhang über die ganzen Stadt. Es gibt Viertel, die dichter bestückt sind, wie im Zentrum, in Downtown oder an der Universität. Dort finden sich viele schlechte bis mittelmäßige Graffitis, dazwischen aber auch immer wieder wirklich gute Werke und Kunst-Kooperationen. Neben den ganzen Konzepthäusern und hochqualitativen Gruppenkunstwerken gibt es natürlich noch die brillant gemachten und gewaltigen Murals, die teilweise die Wände von 15-stöckigen Wohnblocks bedecken.

Die Bombings und Taggings sind einfach überall, man kann tatsächlich alle Arten von Levels finden. Von Anfängern und Toys zu Fortgeschrittenen und Kings. Oder welche Namen man auch immer verwenden möchte. Auf gewisse Weise besitzt die Stadt Gemeinsamkeiten mit den Galapagos-Inseln, auf denen der Forscher Charles Darwin Hinweise für seine Entwicklungstheorie suchte und fand. Dort war es ihm möglich an Reptilien verschiedenste Entwicklungstadien gleichzeitig zu beobachten. Mit Streetart und Graffiti in Thessaloniki ist es ähnlich. Man kann sämtliche Stufen und Entwicklungsstadien gleichzeitig in ein und derselben Straßen beobachten. Vom Anfänger-Geschreibsel mit eher geschmotzten Zeichnungen, Schriftzügen und eher schlecht gemalten Characters, über zu wunderbaren Portraits und detaillierten Kunstwerken bis hin zur Krone der Graffitiwelt: Den genialen riesigen Murals!

Die zu empfehlenswerten Viertel in denen man besonders viel Graffiti findet sind die Innenstadt und das Zentrum, das Unigelände, das Toumba Stadion, Downtown, die Straßen um Kamara und die Rotunda oder den Kapani Market. Dort geht man am besten sonntags hin, dann sind alle Läden geschlossen und man sieht jede Menge Streetart an den Ladentoren. Ein weiterer Hotspot sind die Straßen um die Clubviertel in der Nähe der Promenade. Beispielsweise werden die kompletten Außenwände der Discothek „Eightball“ von einer grandiosen Konzeptarbeit mit Totenköpfen, Billardkugeln und Gargoyles geschmückt. Hier im Artikel findet ihr eine Auswahl der besten Werke, die wir auf unseren Erkundugstouren durch Thessaloniki finden konnten. Weitere Fotogallerien zu den einzelnen Vierteln findet ihr bei der Streetart Map Thessaloniki.

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