Shake your booty!!!

Bin jetzt ne Woche in Ghana und schon komplett eingenommen von der neuen Kultur hier. Das Land ist einfach der Hammer, aber ich schätze, wenn ich zurück nach Deutschland komme, weiß ich zum einen nicht mehr wie man richtig mit Messer und Gabel isst, wunder mich, warum auf einer Beerdigungen kein DJ Mukke macht, bekomm Allergien, weil alles zu sauber und steril ist und es shaked einfach nicht überall jeder an jedem Eck seinen Booty. “You have to do it like this, so that you can feel it! You have to feel it” – Das bekomm ich jeden Tag gesagt, und das ist auch eines der Grundprinzipien hier. Es geht ums Gefühl und um Zwischenmenschliches, und das auf eine möglichst intensive Art. Ob Essen, Tanzen, sich unterhalten, feiern, trauern, relaxen oder Musik machen.

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Die letzten drei Tage war ich an der Nursing and Health Assistant Training School Teshie nahe Accra und habe hier mit Studenten und den Lehrern gearbeitet. (Falls euch das interessiert, könnt ihr das neue Internetprofil der Schule, das wir zusammen erstellt haben, hier anschauen). Die Studenten stecken trotz enormer Schwierigkeiten und problematischen Lernverhältnissen ihre ganze Energie in die Ausbildung, sitzen in Klassen mit über 200 Schülern und benötigen teilweise 2 Stunden um überhaupt dort anzukommen. Und zusätlich sind die Leutz auch noch recht kreativ, es fanden sich so einige interessante Künstler. Es fehlt aber an Möglichkeiten das Ganze mehr publik zu machen und an Unterstützung zu kommen. Die Internetverbindung ist eine absolute Katastrophe und es funktioniert sowieso nichts so, wie es soll. Aber es geht eben darum einfach weiter zu machen, nach vorn zu schauen und nicht locker zu lassen. Das ist auch eines der Mottos, dass hier vorherrscht, obwohl den Menschen durch sämtliche Einrichtungen, von der Regierung, über die Ministerien und die Polizei Steine in den Weg gelegt werden und Prozesse unnötig verkompliziert werden. Zusaetzlich kommen noch die unzähligen anderen Probleme hinzu, mit denen sich die Menschen hier rumschlagen müssen. Aber die Leute finden irgendwie einen Weg.

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Genau das soll auch in dem Video hier rüber kommen. Einer der Studenten des Ausbildungszentrums in Teshie ist ein junger talentierter Musiker und produziert mit seinen Kommillitonen mit dem einfachsten Equipment und im eigenen Hood ganz coole Sachen. Ich find die Musik klasse, hab mir hier schon haufenweise Material besorgt, das ich auf jeden Fall in Frankfurt bei Radio X an die Hörer bringen werde, dass die auch ihren Booty shaken könne. Aber schaut euch das selbst an, find die Musik gut, das Video ebenfalls, es ist real, es ist authentisch, in der eigenen Nachbarschaft aufgenommen mit ner eher miesen Handycam, aber gut bearbeitet worden. Der junge Herr heißt Charles Opoku und nennt sich Nature. Der Song lautet “A wonna go high”, aber nicht im Sinne einer Berauschung, sondern es geht darum weiter zu gehen, nach vorn zu schauen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

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Hier das Video:

Video: Charles Opoku – NATURE / Saswis Media
Fotos: Günther Michels

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