Blick auf die Kirche von Bad Gastein. Copyright: Österreich Werbung, Eva Mayrhuber
 

Österreich jenseits von Mainstream-Tourismus: Evelyn Ikrath, Kunst-Netzwerkerin aus Bad Gastein

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Friendsweek. Das ist Evelyn Ikraths erster Erfolg als Hoteleigentümerin in Bad Gastein. Damals, im Jahr 2000. „Ich bin mit 25 Jahren aus New York heimgekehrt“, erzählt die Seele des Hotels Miramonte und des Haus Hirt.  „Wir haben viele Wochenenden auf Long Island mit Freunden verbracht. Gemeinsam, beim Kochen, Walken und Talken, mit den Kindern. Genau das wollte ich in Bad Gastein haben.“ Ein Hotel als großes Privathaus, ein Basislager für schräge Vögel, Denker und Dichter. Ein Rückzugsort für Freunde. So schrieb sie die erste Friendsweek fürs Hotel aus. Lange vor Facebook und Instagram.

 

Künstler aus der Stadt in Bad Gastein

Die Freunde kamen. Künstlerinnen, Journalisten, Architekten, Designerinnen. Eingeladen auch von Evelyns Mann Ike, dem Architekten mit großem Freundeskreis in Wien, Hamburg und Berlin. Die Städter kamen auf den Berg – und waren völlig überrascht von der Naturgewalt des Ortes, der sie aus der gewohnten Denkschleife riss. Die Rohheit der Berge, die Nichtfertigkeit des Platzes, die Kraft des Wassers. „Viele erzählten uns von der in Bad Gastein erfüllten Sehnsucht, vom Anspruch der Perfektion loslassen zu können“, sagt Ikrath. Einige Freunde sind sogar geblieben. Wie Olaf Krohne von der Bar Hamburg. Heute betreibt er das Hotel Regina.

 

Artists in Residence im Kraftwerk

Vor allem in der Kunstszene hat sich Bad Gastein als kreativer Platz etabliert. Ikrath nennt das eine „I-can-see-clearly-Location“, an der die Verspannung im Kopf weggeht. Sammler und Galeristen besuchten den Ort, mit ihnen viele Künstlerinnen und Künstler. 2010 gründete Ikrath mit Freunden die „sommer.frische.kunst“, bei der junge Künstler aus ganz Europa als „Artists in Residence“ in Bad Gastein arbeiten. Als Kraft-Atelier-Platz dient das Kraftwerk am Fuße des Wasserfalls in Bad Gastein.

 

Lokales Handwerk trifft internationale Kunst

„Zwei Visionen haben uns vor allem getrieben“, erzählt Ikrath. „Wir wollten keine Aquarell-Malkurse, sondern einen ernsthaften Diskurs über moderne Kunst schaffen. Und die Kunst sollte kein Fremdkörper im Ort sein.“  Sie sollte die Einheimischen in die Projekte einbinden, anregen, selbstverständlich auch aufregen. Das Projekt gelang: Handwerker aus Bad Gastein öffnen seither den Künstlern ihre Werkstätten. „Das sind Brücken, Seilschaften und Symbiosen von Tradition und Moderne“, sagt Ikrath. „Meine neue Version der Friendsweek.“

 

 

 

“Zwischen Bad Gastein und der Kunst gab es immer eine Symbiose, und die soll weiterhin wachsen.”

Evelyn Ikrath, Kunst-Netzwerkerin

 

 

Interview mit Evelyn Ikrath durch austria.info

 

austria.info: Bad Gastein und die Kunst: In den letzten Jahren hat sich hier einiges getan. Was muss man gesehen haben?

Evelyn Ikrath: Zwischen Bad Gastein und der Kunst gab es immer eine Symbiose, und die soll weiterhin wachsen. Bad Gastein selbst ist Kunst – Baukunst – am Fuße der 3.000er-Gipfel und das Kraftwerk am Wasserfall ist die Keimzelle. Das Kraftwerk muss man gesehen haben! Sehenswert ist auch die Sendestation am Stubnerkogel mit den vier Tiergesichtern von Streetart Künstler Victor Ash.

austria.info: Was macht den Ort so anziehend für Künstler?

Evelyn Ikrath: Er bietet Raum für Fantasie, Möglichkeiten der Entwicklung, fernab lähmender Banalität.

austria.info: Wo treffen Sie sich gerne mit den kreativen Köpfen zum gemeinsamen Austausch?

Evelyn Ikrath: Etwa auf den Hängen in Sportgastein, bei Abendessen, Kraftwerk-Festen und -Vernissagen (Wasserfallstraße 7) und bei Jazz-Abenden im Merangarten oder im Sägewerk.

austria.info: Wie bringt Sie Bad Gastein immer wieder zum Staunen?

Evelyn Ikrath: Mit seinem Kontrast der ersten Zentralalpengipfel und der Jahrhundertwendehotels mit urbaner Struktur sowie der damit verbundenen Entwicklungsmöglichkeiten. Dazwischen der tosende Wasserfall und das Thermalwasser, das heilt und fast den ganzen Ort heizt. Mit der Begeisterung von einheimischen Kreativen und Gästen aus der kreativen Szene, die Aktionsbereitschaft signalisieren, und mit der Verwunderung der Bad Gasteiner obendrauf.

austria.info: In welchem Restaurant trifft man Sie beim Genießen und Ideenspinnen?

Evelyn Ikrath: Auf der Terrasse der Villa Solitude, denn ich esse gerne mit Ausblick, bei Remo im Café Schuh(Kaiser-Wilhelm-Promenade), auf der von 2 Berliner Freunden neu eröffneten Rudolfshöhe (Hardtweg 1), auf einen Kaffee und Zimtschnecke im Coffeshop Blonde Beans (Bahnhofsplatz 4) und auf der Poserhöhe (Gamskarkogel 16).

Evelyn Ikrath: Einatmen, ausatmen – beim Wasserfall, beim Spaziergang auf der Promenade, bei einem Ausflug ins Kötschachtal, beim Wandern zwischen Zirben am Graukogel.

 

Local Host Ben Krischke und Evelyn Ikrath . Copyright: Österreich Werbung, Eva Mayrhuber

Local Host Ben Krischke und Evelyn Ikrath . Copyright: Österreich Werbung, Eva Mayrhuber

Evelyn Ikrath, Kunst-Netzwerkerin

„Alpines Basislager für Großstadtpflanzen“ nennt Evelyn Ikrath ihre beiden Hotels „Haus Hirt“ und „Miramonte“ in Bad Gastein: „Ein Rückzugort für Städter, die ganz schön viel zu verarbeiten haben, wenn sie in der Wildheit und Verschrobenheit hier oben am Berg auf 1.000 Meter Seehöhe in Bad Gastein ankommen.“

Ikrath wurde 1969 geboren, absolvierte die Hotelfachschule und ging arbeitsbedingt fünf Jahre lang auf Weltreise – mit Stationen in Mexiko, Guatemala, Paris und New York. 1997 kehrte sie nach Bad Gastein zurück, allerdings gleich mit der Idee, wieder aufzubrechen. Dann lernte sie ihre Mann Ike kennen. Der Architekt besuchte sie immer wieder in Bad Gastein, bis er eines Tages nicht mehr abreiste. 1999 übernahmen sie das Haus Hirt, 2009 folgte die Übernahme des ehemaligen Nationalbank-Sanatoriums Miramonte, heute Treffpunkt der urlaubenden Creative Industries.

 

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Quelle Headerbild: Ars Electronics Center Copyright: Österreich Werbung / Eva Mayrhuber

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