Samerberg
 

Ins Paradies zu Orchideen & Enzian: Die Samerberge Filze

— Artikel in Kooperation mit Sport Forster —

Einzigartiges Panorama und Lebensraum für seltene Pflanzen

Sanfte Hügel, blühende Wiesen, sattgrüne Wälder und in der Ferne das beeindruckende Alpenpanorama der Berge. Ro- senheimer und sogar Münchner kommen gern für einen Tagesausflug in das Hochtal Samerberg am Fuße des Hochries (1569 Meter). Das Naherholungsgebiet bietet auf über 40 Rundwegen, die bis zum Chiemsee führen, Wanderern herrli- che Aussichten.

Uns interessiert das Feucht- und Moorgebiet mit seiner seltenen Vegetation, den leuchtenden Blumen und duftenden Wildkräutern: Die Samerberger Filze liegen an der tiefsten Stelle des Beckens um den Bach Ache, umgeben von Streu- wiesen und Wald. Sie sind am Ende der Eiszeit, vor rund 12 000 Jahren entstanden. Seinerzeit füllte das Tal ein Stausee, auf dessen Grund sich mehrere Meter Seeton ablagerten. So kann bis heute der Regen nicht in den Untergrund eindrin- gen: eine Moorlandschaft mit fruchtbarem Boden und einzigartiger Fauna ist entstanden.
Selbst im Winter ist der Samerberg ein wunderschönes Ausflugsziel. Im Sommer, wenn die Wiesen um die seltenen Quellmoore blühen, zeigt sich die Landschaft ungleich bunter und abwechslungsreicher. Die örtlichen Bauern kümmern sich zudem um die seltenen Obstsorten, die auf den Wiesen wachsen. Auch gefährdete Tiere, wie die Libelle Kleiner Blaupfeil, sind hier heimisch.

Wir freuen uns auf die rund 20 verschiedenen, seltenen Orchideenarten, die auf den Wiesen um Samerberg wachsen. Auch Enzian, Mehlprimeln und Alpenfettkraut ist hier zu finden.

Herrliche Streuwiesen voller seltener Blumen

Die Samerberger Filzen liegen östlich von Törwang und Geisenkam und westlich von Grainbach. Diese Orte gehören alle zur Gemeinde Samerberg, die über 70 Ortsteile mit prächtigen alten Bauernhöfen zählt.

Wir folgen dem vor zwei Jahren neu angelegten Lehrpfad, um die Moorlandschaft zu erkunden. Er führt in drei Schleifen durch die Filzen. 16 Tafel halten Informationen über Fauna und Flora bereit. Die Schleife im Osten, direkt am Startpunkt, dreht sich um die sensorische Aufnahme der Natur und eignet sich besonders für Kinder. Die mittlere Runde zeigt, wie der Mensch die Natur geformt und verändert hat. Die westliche Schleife schließlich ist für uns Naturliebhaber die inter- essanteste: Hier stehen Landschaft, Vegetation und Tiere im Mittelpunkt.

Natürlich ist die Tour auch ohne Informationstafel sehr schön: Die Landschaft ist reizvoll, man hat eine beeindruckende Sicht auf die Hausberge Heuberg und Wendelstein. Und das Wichtigste: Man geht durch die Pracht der Streuobstwiesen, umgeben von seltenen Blumenarten und umschwirrt von Schmetterlingen. Hier sehen wir
das breit gefächerte Sumpf-Herzblatt oder den pinkfarbenen, gekielten Lauch. Wer gut aufpasst, kann sich am fedrigen Fieberklee erfreuen. Kaum zu übersehen dagegen die leuchtend gelbe Trollblume oder der lilafarbene Teufelsabbiss mit seiner ausgefallenen Form.

Die Tour: In drei Schleifen durch die Samerberger Filze

Unsere Tour startet am Parkplatz des Samerberger Naturschwimmbads. Der Filzenweg und der Naturlehrpfad verlaufen in 3 zusammenhängenden Schleifen. Wer sich auf den Filzenweg Ost und Mitte (Weg 63) beschränkt, ist etwa 2 Stunden unterwegs und legt knapp 4 Kilometer zurück. Die Westschleife bringt weitere zwei Kilometer Strecke und eventuell auch nasse Füsse, da Feuchtstellen überquert werden. Da nahezu keine Höhenmeter überwunden werden und die Stre- cke überwiegend durch Wiesen und auf Waldpfaden verläuft, ist die Tour eine leichte und kann auch problemlos mit Kin- dern begangen werden. Der Charme: Abkürzungen sind an zwei Wegstellen möglich.

Ausgangspunkt Naturschwimmbad

Wir starten am Parkplatz des Naturschwimmbades und gehen am Waldrand, biegen dann aber schnell nach links ab zum Bach Ache, der sich gemächlich durch die Wiesen schlängelt. Zunächst folgen wir nun am Ufer seinem Verlauf auf schmalen Wiesenwegen, bis der Pfad etwas breiter wird. Wir kommen an eine Brücke linker Hand und überqueren sie.

Weiter geht es gen Südwesten, vorbei an der Kneippanlage. Hier beginnt der feuchte Teil der Sumpflandschaft. Wir kom- men an einem Trinkwasserspeicher vorbei. Wer hier dem Weg nach rechts folgt, umrundet nur zwei der Schleifen des Naturlehrpfades. Wir halten uns geradeaus und folgen dem schönen Weg durch Wald und Wiesen. So gelangen wir auf die Straße, die von Eßbaum nach Moosen führt und folgen ihr für etwa 200 Meter. Dann geht es wieder scharf rechts zu- rück in den Wald gen Nordosten.

Wir folgen dem Pfad in Richtung Parkplatz Lehrbienenstand, halten uns vor der Brücke dann aber rechts und orientieren uns wieder am Verlauf der Ache. Auf Holzbohlen geht es nun über die Filze direkt durch die Moorlandschaft. Statt nach rechts die Ache erneut zu überqueren (wir sind nun auf Höhe des Trinkwasserspeichers), halten wir uns links. Wir folgen diesem Weg, der zur Straße wird. Sie führt links nach Geißenkam, doch wir halten uns hier rechts, über eine Wiese und dann wieder in den Wald. Wieder links folgen wir einer weiteren Straße Richtung Törwang für etwa 400 Meter. Am Waldrand geht es dann erneut rechts auf einen Wanderweg, der dann als Pfad zurück zum Ausgangspunkt führt.
Wir empfehlen für diese Tour gute Wanderschuhe. Es bietet sich auch an etwas Verpflegung mizunehmen, da man unterwegs nicht einkehren kann.

Tour durch die Natur: Die Anreise

Wer mit dem Auto kommt, fährt die Autobahn A8 und nimmt die Ausfahrt Achenmühle(Samerberg/Törwang. Vor Tör- wang geht es links, direkt wieder rechts, über das Schulgelände bis zum Parkplatz am Naturschwimmbad Samerberg. Die RVO Buslinie 9493 ab Rosenheim steuert Törwang ebenfalls an.

Außerdem fährt an Sonn- und Feiertagen noch bis zum 21. Oktober der Wanderbus. Los geht es morgens in Bad Feiln- bach über Kolbermoor und den Bahnhof Rosenheim. Wer an der Grundschule zwischen Törwang und Grainbach aus- steigt, hat die Filze und das Naturbad in wenigen Minuten erreicht. Der Bus fährt ab 16.45 Uhr in Törwang wieder zu- rück. Die Fahrt hin und zurück kostet 3 Euro. Wer eine Kur- oder Gästekarte von Bad Aibling oder Bad Feilnbach besitzt, fährt kostenlos.

 

Geschrieben von Hans Forster

Hans Forster ist Geschäftsführer der INTERSPORT Forster GmbH. Er steht seinen Kunden als Fachberater seit vielen Jahren zur Seite, kennt als DSLV-Skilehrer er alle Skier und Snowboards und begeistert sich für Klettern, Biken und Bergsteigen.

 

Bildquelle: Fotolia // 206859677 //M – ∏ Mario // Sport Forster

 

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