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erLebe Malta | Valletta. Eine Stadt der Superlative

Valletta ist die kleinste und dabei möglicherweise die schönste Hauptstadt der EU. Betritt man Valletta durch das imposante Eingangstor, erkennt man bereits das gegenüberliegendes Ende der Stadt.

Mir persönlich gibt das ein ungemeines Gefühl von Geborgenheit. Alles ist so klein und überschaubar. Und gleichzeitig doch so imposant und beeindruckend.

 

Valletta

Typische Gasse in Valletta. Die hervorstehenden bunten Balkone galten in ihrer Entstehungszeit als Statussymbol.

 

Valletta ist ohne Zweifel eine Stadt der Superlative. Nicht umsonst wurde die Stadt als Gesamtmonument 1980 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen und für 2018 sogar als Kulturhauptstadt Europas gekürt.

Maltas Hauptstadt gilt als eine der weltweit am sichersten befestigte Städte, was sie ihren zahlreichen Bastionen zu verdanken hat. Sie liegt auf der Halbinsel Monte Sciberras und ist von den beiden größten Naturhäfen des gesamten Mittelmeers umgeben.  Der einzige Landzugang verfügt über massive Schutzanlagen, die heute zu den Top-Sehenswürdigkeiten der Insel zählen.

 

Valletta

Blick auf das historische Valletta. Die neue Hauptstadt Maltas gilt als nahezu unangreifbar.

 

Dass Schutz und Sicherheit das Bild der Hauptstadt so sehr prägen, mag einem zunächst etwas wundern. Wo doch sonst im mediterranen Raum alles so easy going ist. Die meisten Malteser die ich kenne, schließen noch nicht mal ihre Haustüren ab.

Was also war da los?

 

Maltas bewegende Geschichte in den Mauern von Valletta 

Malta war seit jeher stark begehrt und musste sich über die Geschichte hinweg unzähligen Belagerungen und Angriffen stellen. Das Sicherheitsbedürfnis zur Zeiten der Hauptstadtplanung war also keinesfalls unbegründet.

Eine der heftigsten Invasionen fand während des 16. Jahrhunderts von Seiten der Osmanen statt. Die Hauptstadt der Insel war damals noch Mdina und lag im Landesinneren. Erst kürzlich hatten sich die Ritter hier niedergelassen und die gesamte Insel wurde von verschiedenen Orden verwaltet, die heute unter dem Malteserorden bekannt sind.

 

Die alte Hauptstadt Mdina. Hier erfahrt ihr, wie alles begann… Einen Link zum Artikel findet ihr am Ende dieser Seite

 

Großmeister des Ordens war Jean de la Valette. Der gebürtige Franzose war ziemlich taff. Er boxte nicht nur die Unabhängigkeit des Malteserordens durch, sondern bewahrte Malta auch vor der muslimischen Eroberung.

Als 1565 nämlich die beiden Paschas, Admiral Pirale und General Mustafa, mit ca. 40.000 Mann auf der Insel einfielen, kämpfte der damals schon über 70-jährige persönlich an der Front.

„Es gibt kein Zurück, nur Sieg oder Tod“ soll er damals gesagt haben und sein Mut wurde belohnt. Die Türken waren wohl so perplex und entmutigt, dass sie tatsächlich wieder abzogen.

Valette wollte seine letzten Lebensjahre aber dann doch kein zweites Mal riskieren. Daher legte er kurz nach diesem grandiosen Sieg den Grundstein für eine besser gesicherte Hauptstadt, die später seinen Namen tragen sollte: Valletta.

 

Valletta

Sonnenuntergang über Valletta. Das dumpfe Licht unterstreicht die historische Dramatik hinter der neuen Hauptstadt

Crowdfounding im 16. Jahrhundert – wie die „höchst bescheidene Stadt“ Valletta entstand

Wie für alles in der Welt, braucht man auch um eine neue Stadt zu bauen erstmal das passende Kleingeld. Vermutlich verdankt Valletta ihren ursprünglichen Namen „Humilissima Civitas Vallettae“, „Höchst bescheidene Stadt von Valletta“, den damaligen Crowdfounding-Experten.

Die nötigen Finanzspritzen für Valettes neues Projekt ließen aber nicht lange auf sich warten. Frankreich und Spanien waren so beeindruckt von Maltas Mut und militärischem Geschick, dass sie sich wohlwollend der kleinen Insel annahmen.

Die Geschichte über den imposanten Sieg gegen die Türken erreichte auch den Papst. So sandte er niemanden geringeren als Francisco Laparelli da Cortona, seinen persönlichen Architekten, um Valette beim Bau der neuen Vorzeige-Hauptstadt zu unterstützen.

Innerhalb weniger Wochen plante dieser eine grandiose Stadt, die nicht nur optisch, sondern auch hinsichtlich ihrer Verteidigung ein Meisterwerk geworden ist. Das liegt vor allem an ihrem gitterförmigen Straßennetz.

Dieses erlaubte den Rittern, sich super schnell innerhalb der engen Gassen zu bewegen. Trotz ihrer enormen Rüstungen. Selbst die Treppen Vallettas passten sich den ritterlichen Bedürfnissen an: Durch ihre extra flache und breite Bauweise verhinderten sie den „Fall der Ritter“. Im wahrsten Sinne des Wortes!

 

Valletta

Die alten Treppen direkt hinter dem Eingangstor zu Valletta. Hier kam kein Ritter zu Fall!

 

Vallettas Landseite wurde durch einen 15 Meter tiefen Graben von ihrer Vorstadt Floriana abgetrennt und mit turmartigen Festungen geschützt. Die Bastionen des Festungswalls tragen die Namen der Heiligen: Michael, Andrew, Salvatore, Sebastian, Gregor, St. Elmo, Lazarus, Barbara, Anthony und James.

Richtig im Einsatz waren die Meisterwerke der strategischen Verteidigung allerdings nie. Tatsächlich wurde Malta nach der Errichtung der neuen Hauptstadt nie wieder angegriffen. Erst 1798 übernahm Napoleon die Insel, dem sich allerdings kampflos ergeben wurde.

Jean de la Valette hat die Fertigstellung seiner Hauptstadt leider nicht mehr erlebt. Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung verstarb er beim Gebet. Sein Grab mit der Inschrift „Schutzschild Europas“ kann in der St. John´s Cathedral besichtigt werden.

St. Johns Cathedral. Hier findet ihr beeindruckende Werke von Caravaggio, unter anderem „Die Enthauptung des Johannes des Täufers“

 

Valletta Superbissima – Grandmaster Palace, National Library & Upper Barakka Gardens

Maltas „bescheidenen Stadt“ wird ihrem ursprünglichen Namen alles andere als gerecht. Die imposanten Bastionen, die historischen Gebäude und ihr gesamtes Antlitz sorgten international für einen protzigen Ruf. So galt Valletta schon bald als „Superbissima“ – die prunkvollste Stadt Europas.

Gold und Prunk finden sich vor allem im Grand Master Palace, dessen Teile sich heute besichtigen lassen. Der Großmeisterpalast erstreckt sich über einen gesamten Straßenblock und ist in Valletta kaum zu verfehlen. Heute beherbergt er sowohl das maltesische Parlament, als auch den Amtssitz des Staatspräsidenten.

Der Grandmaster Palace wird von uniformierten Sicherheitsleuten bewacht, die in regelmäßigen Abständen salutieren und von links nach rechts marschieren. Allein dieser Anblick lohnt sich schon

Spannend ist der Platz rund um den Grand Master Palace vor allem an Silvester. Bei meist milden Temperaturen kann man hier das Jahr in einer riesigen Party ausklingen lassen. Kurz vor Mitternacht wird die Geschichte Maltas in einer Audiovisionsshow auf den Großmeisterpalast gestrahlt. Neben einer großen Bühne mit Livemusik und DJ´s findet man zahlreiche Getränke- und Imbissstände, die sich über die gesamte Republik Street erstrecken.

Die Republik Street mit ihren bunten Geschäften und kleinen Restaurants ist übrigens das gesamte Jahr über gut besucht. Die Haupteinkaufsstraße Maltas verläuft vom Eingangstor quer durch die Stadt, führt an der alten Nationalbibliothek vorbei und endet am Fort St. Elmo, direkt am Meer.

 

In der National Library of Malta findet ihr zahlreiche historische Dokumente, Bildhandschriften aus dem 15. Jahrhundert, das Johanniterarchiv und vieles mehr

 

Auf der gegenüberliegenden Seite erstreckt sich Sliema, der Hotspot der Insel. Diesen, sowie die berühmten „Three Cities“, erreicht man von Valletta aus innerhalb weniger Minuten mit der Fähre.

Die Drei alten Städte lassen sich auch wunderbar von den Upper Barakka Gardens aus betrachten. Aus der Ferne versteht sich. In der hochgelegenen Parkanlage finden sich abgefahrene Pflanzenarten und wunderhübsche Blumen. Und Statuen, aber die sieht man auf Malta eigentlich überall.

 

Upper Barrakka Gardens. Hier sammelt sich das wenige Grün der Hauptstadt. Eintritt ist kostenlos

 

Fazit: Absoluter Place to be für Kulturnerds und Shoppingqueens – nicht für Partyanimals!

Die kleinste Hauptstadt Europas hat euch einiges zu bieten. In Valletta paaren sich Geschichte und Kultur mit Shoppingerlebnissen der extra Klasse. Die historischen Gebäude und zahlreichen Boutiquen, Cafés und Restaurants in den engen Gassen der Altstadt erzeugen ein unvergleichliches Flair, das man unbedingt erlebt haben muss!

Aber Vorsicht, für lange Nächte und wilde Partys eignet sich die Hauptstadt Null. Abgesehen von Silvester und besonderen Veranstaltungen, werden hier ab den frühen Abendstunden die Bordsteinkanten hochgeklappt.

 

Wer noch tiefer in die Geschichte Maltas eintauchen möchte, kommt um einen Besuch der alten Hauptstadt Mdina nicht herum: >>erLebe Malta | Mdina. Wie alles begann…<<

Mdinas verstoßene Schwester Rabat ist meine persönliche Lieblingsstadt auf der Insel. Warum, verrate ich euch hier: >>erLebe Malta | Rabat. Das bezaubernde Aschenputtel<<

Wenn es euch aber doch mehr in Maltas Natur zieht, empfehle ich euch die Dingli Cliffs und Maltas einzigen Wald, die Buskett Gardens.

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