sennheiser
 

erLebe Malta | Mdina. Wie alles begann…

Mdina ist nicht einfach nur eine Stadt. Mdina ist Kultur, Geschichte und Faszination pur. Zum Anfassen, Einatmen und vollständigem Eintauchen.

Die ehemalige Hauptstadt thront auf einem Hochplateu im Zentrum der Insel. Um sie zu erreichen, muss man also zunächst einen Berg erklimmen. Und schon während man diesen Berg bezwingt merkt man, wie sich die gesamte Atmosphäre um einem herum verändert.

Das sonst so chaotische, laute und pulsierende Malta wird plötzlich ganz ruhig, beinahe meditativ. Man entspannt sich, der Atem wird ruhiger. Bis man vor den imposanten Stadtmauern der ehemaligen Hauptstadt angekommen ist. Da bleibt einem dann doch mal kurz die Luft weg.

 

Mdina

Eingang zu Mdina. Dieses Tor führt euch in eine vergangene Zeit.

 

 

Mdina – „Die Stadt der Stille“

Die Stadt an sich gleicht einem überdimensionalen, bewohnten Museum. Wobei beide Adjektive stark übertrieben sind. Überdimensional sind in diesem Fall ganze 90 ha. Und bewohnt wird die Stadt gerade einmal von 236 Menschen.

Einem Museum gleicht die Stadt aber trotzdem. Und das liegt nicht nur an den kulturellen und religiösen Schätzen die sie birgt. Die barocke Architektur mit mittelalterlichen Zügen entführt einem in eine fast vergessene Welt.

 

Mdina

Mdinas enge verwinkelte Gassen sind heute eine beliebte Filmkulisse. Unter anderem für die Erfolgsserie Game of Thrones.

 

Aus fast vergessenen Zeiten stammt auch ihr Beiname. Die stille Stadt ist heute nämlich einer der größten Touristenmagnete. Und das aus guten Grund: Es handelt sich hier nämlich um den Ort, an dem alles begann. Von den ersten Siedlungen auf Malta bis zum Ursprung des Christentums.

 

Mdinas Geschichte – Von einfallslosen Arabern und islamophoben Franzosen

Was heute „Die Stadt der Stille“ genannt wird, war einst der wichtigste Ort auf der ganzen Insel. Hier ging die Post ab und zwar schon lange bevor es überhaupt Postkutschen gab!

 

Mdina

Postkutschen gibt es heute in Mdina nicht mehr. Dafür aber Pferdekutschen, mit denen sich Besucher durch die alte Hauptstadt chauffieren lassen können.

 

Erste offizielle Besiedelungen der ehemaligen Hauptstadt datiert man heute auf die Zeit der Punischen Kriege. Das war so zwischen ca. 300 und 150 vor Christus, als die Karthager (Punier genannt) sich mit dem römischen Reich angelegt haben. Was bekanntlich nicht gut für sie ausging…

Im zweiten der drei Kriege verloren sie Malta an die Römer, die die Insel für mehrere hundert Jahre regierten. Und eben diese Römer erbauten Maltas erste richtige Stadt, die sie – wie übrigens die gesamte Insel –  Melita nannten. Mit Befestigungen, einem Tempel für Apollon und allem was zu einer Stadt so dazugehört.

Apollon und seine Götterfreunde verloren für die Malteser nach dem Jahre 59 jedoch zunehmend an Bedeutung. Das lag an Paulus von Tarsus, der nach einem Schiffsbruch in Melita landete. Mit nichts, außer seinem christlichen Glauben. Den fing er an auf Malta zu verbreiten. Undercover versteht sich.

 

Rabat

St. Pauls Parish Church, außerhalb der Stadtmauern. Mehr zu Paulus findet ihr in meinem Artikel über Rabat, der unten verlinkt wird.

 

So entstanden die Katakomben, die sich unter der gesamten Stadt ausbreiten und sowohl als Begräbnisstätten als auch als geheime Gebetsräume dienten. Bis Konstantin der Große circa ein viertel Jahrhundert später dafür sorgte, dass man Jesus auch offiziell feiern durfte.

Allerdings nur bis die Araber kamen. Nach deren Eroberung im Jahre 904 mussten die Malteser weitestgehend zum Islam übertreten. Außer sie hatten Kohle, dann konnten sie eine Sondersteuer (Dschiziya) bezahlen und weiterhin Christ sein. Allerdings mit eingeschränktem Rechtsstatus.

 

 

Die St. Pauls Catacombs können heute in Rabat besichtigt werden. Mehr Info im Link unten.

Make Melita great again!

Mit der so eingenommenen Kohle konnten die Araber ihre Hauptstadt dann im Trump-Style neu optimieren. Sie trennten einen Teil von Melita ab, zogen einen weiten Graben darum und bauten hohe Mauern. So entstanden „Die von den Mauern umgebene Stadt“ und der dazugehörige „Vorort“. Wörtlich übersetzt: „Medina“ und „Rabat“.

 

Mdinas Graben mit den Stadtmauern trennt die Hauptstadt von der heutigen Vorstadt Rabat.

 

Doch trotz ihrer ausgesprochenen Kreativität bei der Umbenennung der Hauptstadt, konnten sich die Araber nicht lange auf der Insel behaupten. Im Jahre 1090 kamen nämlich die Normannen und Roger I, ein stattlicher Sizilianer, verjagte sie allesamt von der Insel. So wurden die Malteser dann doch wieder Christen.

Zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert wurden in Malta zahlreiche Klöster errichtet in denen sich verschiedene Orden niederließen, woraus später der Malteserorden entstand. 1530 folgten dann auch die Ritter, welche Maltas Geschichte für das nächste Viertel Jahrhundert maßgeblich prägten.

Bedeutendster Großmeister des Malteserordens war der Franzose Jean de la Valette. Dieser fürchtete sich während des 16. Jahrhunderts gehörig vor den Osmanen. Mit gutem Grund: Sultan Süleyman konnte es nämlich nicht lassen, die Insel immer und immer wieder anzugreifen. Er wollte sie zu gerne haben!

 

Mdina

In den Straßen von Mdina. Dass Malta so begehrt war wundert einem bei diesem Anblick kaum.

 

Diese Angriffe und eine dramatische Invasion veranlassten Valette und die Malteser dazu, in den Bau von weiteren Festungen zu investieren. Die innerländliche Lage der Hauptstadt eignete sich nämlich nicht sonderlich gut für Verteidigungszwecke gegen Angriffe aus der See.

Trotz der letztendlichen Vertreibung der Osmanen im Jahre 1565, legte Jean de la Valette kurz nach dem Sieg den Grundstein für sein neues Verteidigungsprojekt: Valletta. Die von Bastionen umgebene Stadt, auf der strategisch optimal gelegenen Landzunge Monte Sciberras, wurde 1571 als neue Hauptstadt erklärt. Mdina geriet nach und nach in Vergessenheit.

 

Maltas neue Hauptstadt Valletta. Hier erfahrt hier, wie die Geschichte von Malta weiterging. Den Link zum Artikel findet ihr weiter unten.

 

Was bleibt…

… ist eine Stadt, die einem regelrecht unter die Haut geht. Die aufwühlende Geschichte steckt in jedem Stein, der einem innerhalb der Mauern umgibt. In den engen Gassen kann man geradezu spüren, was hier einst vor sich gegangen sein muss.

Das liegt nicht zuletzt an der entsprechenden Szenerie, die zugegebenermaßen dem Tourismus angepasst wurde. Direkt beim Betreten des Haupttors wird man mit alten Folterinstrumenten konfrontiert, die einem in das unterirdische Dungeon Museum locken sollen. Das befindet sich übrigens direkt neben dem Eingang des Naturkundemuseums. Eine etwas eigenartige Kombination, die aber irgendwie total zu Malta passt.

 

Das Natural History Museum in Mdina. Ursprünglich war dies das Ratsgebäude des Maltesischen Adels.

 

Ein Must See ist die berühmte St. Peter & Paul Kathedrale, im Herzen der Stadt. Den Eingang zieren zwei alte Kanonen, die sich optimal als Kulisse für ein Erinnerungsfoto eignen.

Die wahre Schönheit dieser Kirche liegt allerdings in ihrem Inneren. Imposante Grabplatten aus Marmor schmücken den Boden, atemberaubende Fresken vervollkommnen den Ausblick auf die beeindruckende Kuppel.

 

Peter & Paul Cathedral im Herzen von Mdina.

 

Wer darin seine Leidenschaft für Kunst noch nicht befriedigen konnte, sollte das direkt danebenliegende Kathedralen Museum besuchen. Und wer dann immer noch nicht genug hat, besichtigt den Palazzo Falson, eines der ältesten Häuser Mdinas, mit einer Sammlung aus über 3500 Gemälden, Teppichen, Schmuck und Manuskripten.

Wer eher kulinarische Leidenschaften pflegt, darf auf keinen Fall den besten Kuchen der Insel verpassen. Den gibt es, inklusive überwältigendem Ausblick, im Tea Garden Fontanella.

Dieselbe Aussicht habt ihr aber auch im Restaurant Veduta, das genau vor den Stadtmauern liegt. Das ist mein persönlicher Geheimtipp: Hochwertiges Essen zu guten Preisen und unfassbar sympathisches Personal!

 

Mdina

Blick auf Maltas Countryside. Diese spektakuläre Aussicht findet ihr nur an den Mauern von Mdina!

 

Klar gibt es auf Malta auch Party, Strand und Shopping ohne Ende…. Wer sich aber ernsthaft mit der Geschichte und Kultur der Insel auseinandersetzen will, kommt um einen Besuch der alten Hauptstadt nicht herum. Und der lohnt sich, versprochen!

 

 

An Valletta führt natürlich auch kein Weg vorbei. Wir haben für euch mit Liebe einige der wichtigsten Orte in Malta Hauptstadt zusammengetragen , nachzulesen in >erLebe Malta | Valletta. Eine Stadt der Superlative<

Auf keinen Fall solltet ihr Mdinas verstoßene Schwester Rabat verpassen. Warum der Vorort der Stadt der Stille sogar noch mehr Charme hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Artikel > erLebe Malta | Rabat. Das bezaubernde Aschenputtel<

Kultur und Geschichte findet ihr nicht so geil und ihr wollt lieber in die Natur? Dann lest die Artikel zu den Dingli Cliffs und Buskett Gardens, die sich übrigens ganz in der Nähe von Mdina befinden.

tagged in Malta
Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites