Maruleng Safari – Balule Nature Reserve – [SÜDAFRICA]

[Article in English @ Vagabundler –  Balule Nature Reserve – South Africa]

Nach Kapstadt-Graffiti jetzt Safari in der Savanne. Mit einem abenteuerlich umgebauten Observations-Truck von Drifters sind wir in den letzten Wochen durch den südafrikanischen Busch gedüst, haben uns die Tierwelt in den Reservaten angeschaut und waren natürlich auch im Krüger Park. Eine erste Station war aber zunächst das Balule Nature Reserve bei Maruleng  in der Provinz Limpopo. Wir mussten den Truck, das „Green Rhino“ zwar gegen einen Jeep tauschen, dafür gab es aber atemberaubende Momente und umwerfende Kameraaufnahmen.

In der Sprache der Shangaan ist der Name „Balule“ das Tsonga-Wort für Büffel. Das großflächige Reservat im Nordosten des Landes ist eines von vielen privat geführten Naturschutzgebieten rund um den riesigen Krüger Nationalpark und als Mitglied der Associated Private Nature Reserve (APNR) auch Teil des Nationalpark-Komplexes Krüger. Dieser Reservat-Zusammenschluss besteht aus einer Reihe kleinerer Parks in Privatbesitz. Dazu gehören das Olifants River Game Reserve, der Olifants River Eastern Conservancy, das Olifants West Game Reserve, das York Game Reserve, das Parsons Game Reserve, das Olifants North Game Reserve, das Grietjie Game Reserve und Jejane. Einige Abschnitte sind auf für Besucher per Jeep oder mit geführten Bush-Walks begehbar.

Im Rahmen einer Initiative zum Schutz der Natur wurden alle Zäune, die die APNR-Schutzgebiete voneinander trennen, wie Balule, Timbavati, Klaserie, Umbabat, das Grietjie Private Nature Reserve und der Krüger-Nationalpark entfernt. Somit können die Tiere das komplette Areal und den Krüger Park frei begehen. Das Balule Reservat ist also ideal, um auf „Game Watch“ zu gehen. Game bedeutet in diesem Zusammenhang so viel wie „Wildtier-Schau in freier Natur“.

Wir waren in der Greenfire Lodge „Andy´s Camp“ einquartiert. Ein paar kleine Zelthütten, die mit idealem Ausblick zu einem Wasserloch auf einer Anhöhe lagen. Eine Trinkstelle zieht natürlich viele Tiere an, richtig interessant wurde aber die Safari ins Wildgebiet. Man kann im Balule Nature Reserve die sogenannten „Big Five“ sehen. Als Big Five gelten Löwe, Elefant, Büffel, Leopard und Nashorn. Es gibt aber auch noch die „Small Five“ oder die „Ugly Five“ und mittlerweile noch jede Menge andere Five-Ranglisten. Die Big Five sind jedoch die berühmtesten und  aber auch die am häufigsten aufgrund von Jagdtrophäen erlegten. Daher stehen diese Arten auch unter besonderem Schutz, dennoch wird gewildert und illegal gejagt. Aktuell steht es nicht gut um die Nashörner.

Immer noch dringen Wilderer in die Parks ein und erlegen Tiere, dies hat sich aber in den letzten Jahren um einiges gebessert und eine Anti Poaching Patrol (Anti Wilderer Patrouille) sichert die Grenzen des Balule Reservats und auch von einigen anderen Parks. Ranger Jika erzählt uns in einem Interview von der Arbeit im Park, den Schwierigkeiten beim Schützen der Tiere und den Vorsichtsmaßnahmen für eine Safari. Das Interview ist auf Englisch, im folgenden Teil haben wir einige Passagen daraus übersetzt und veschriftlicht. Dazwischen sind Aufnahmen von den entdeckten Tieren:  Kudu, Elephant, Giraffe, Schakal, Nashorn, Warzenschwein, Impala, Springbock, Chamäleon, Glühwurm und verschiedene Vögel. Der Besuch eines Leopards und einer ganzen Büffel-Herde im Camp folgt in einem nächsten Beitrag…

KUDU

Seit wann bist du ein Ranger im Reservat?

Ich habe diesen Job als Ranger vor vier Jahren begonnen, aber bei Greenfire bin ich jetzt seit zwei Jahren. Ich war vorher in anderen Lodges. Seit zwei Jahren bin ich hier. Wir kümmern uns um die Tiere im Reservat. Und wir sorgen auch dafür, dass an dem Ort, an dem wir uns hier aufhalten, immer alles in Ordnung ist. Wir haben ein Auge auf alles. Jetzt ist gerade eine Dürre und es regnet nicht viel. Da versorgen wir mit Wasser. Vor unserem Lager befindet sich ein Wasserloch und die Tiere kommen hier her um zu trinken. Wir versuchen zu balancieren, wenn etwas unkontrolliert ist. Normalerweise aber gleichen sich die Natur und das Ökosystem selbst aus.

Du sagtest vorhin,  die Tiere sind  die Architekten des Buschs. Sie formen die Savanne ständig um.

Ja, zum Beispiel können die Tiere eigene Wasserlöcher anlegen. Nach dem Regen kann der Elefant durch den Schlamm marschieren. Auf dieser Strecke bleiben dann kleinere Löcher mit Wasser. Nachdem der Regen aufgehört hat, kommt das Warzenschwein und kann dort trinken und sich wälzen. Und die machen es dann im Schlamm tiefer. Also zuerst der Druck und die Stampfer des Elefanten und dann das Warzenschwein mit dem Wühlen, somit entsteht schon ein kleines Wasserloch. Beim nächsten Regen kommen dann Büffel oder andere zum Wasserloch dazu, um dort zu trinken. Sie spielen und wälzen sich auch dort und das Wasserloch wird größer. Wenn es groß genug ist, kann am Ende auch der Elefant selbst kommen und dort Wasser trinken, ein Schlammbad nehmen und sich duschen. Somit ist ein großes Wasserloch gewachsen und so schaffen die Tiere ihre eigenen Trinkstellen.

 

GIRAFFE

Welche Tiere gibt es hier im Balule Nature Reserve?

In Balule haben wir alle Big Five, es ist ein Big Five-Gebiet. Wir haben die Nashörner, wir haben den Löwen, wir haben den Leoparden, wir haben die Büffel und wir haben die Elefanten. Das sind die Großen Fünf. Und wir haben auch viele zusätzliche Tiere wie die Giraffe, die Zebras, Kudus und viele andere mehr.

Was sind die größten Probleme oder Gefahren für die Tiere und die Umgebung?

Bei den Tieren kann ich nicht sagen, dass diese in Gefahr sind. Aber die Nashörner. Ja. Weil Leute kommen, um die Nashörner zu töten. Um die Nashörner zu wildern . Aber im Moment können wir diese Situation besser kontrollieren als im Vergleich zu vielleicht fünf oder sechs Jahren. Die Lage wird besser, weil wir jetzt die Anti-Poaching-Unit haben (Anti-Wilderei-Einheit), die immer in der Nähe ist. In der Nacht und auch tagsüber schützen wir unsere Gebiete vor den Wilderer, die die Nashörner illegal jagen.

 

NASHORN

Was macht die Patrouille dann, wenn sie sich einer Gruppe von Wilderern nähern? Kommt es zum Kampf?

Ja, sie kämpfen. Früher kam das oft vor, aber jetzt sind wir diejenigen, die dieses Gebiet absichern. Wir kontrollieren die Abgrenzungen und sehen, wenn sie kommen, bevor sie uns sehen. So können wir uns schnell gegenseitig kontaktieren, uns sammeln und die Wilderer gemeinsam wieder ausweisen. Wir töten sie nicht. Wir führen und befehligen sie einfach aus dem Reservat-Gelände heraus. Danach werden die Wilderer irgendwohin gebracht, wo sie erklären müssen, warum sie im Reservat waren. Weil man sie nicht einfach töten oder ins Gefängnis bringen kann. Die Umstände müssen erst geklärt werden.

 

ELEPHANT

Gibt es jetzt mehr Gesetze? Oder gibt es mehr Unterstützung und Schutz seitens der Regierung gegen die Wilderei?

Es gibt nur die Leute wie wir, die hier arbeiten. Wie unser Chef hier von Greenfire. Er kommt auch heraus und campiert hier und versucht aufzupassen, dass keine Leute hereinkommen. Manchmal geht er auch hinaus und hilft der Anti-Wilderei-Einheit. Es ist seine Passion, sein Wunsch, die Nashörner vor der Wilderei zu schützen und darauf zu achten, dass es nicht weniger werden. Es gibt auch andere Leute und Parks, die diese Anti-Wilderei-Einheit haben. Und nochmal andere haben private Patroullien, die das Gebiet schützen.

 

SCHAKAL

Ist es denn überhaupt in Ordnung, die Reservate zu besuchen und den Tieren so nahe zu kommen?

Ja. Ich kann sagen, es ist okay für sie, weil wir sie durch die Präsenz mit dieser Lodge hier im Busch schützen. Wir sind nicht nur für den Tourismus hier, wir kümmern uns auch um das Reservat und die Tiere. Wenn wir hier sind, können keine Wilderer kommen und die Tiere jagen. Die Wilderer wissen, dass wir hier sind. Sie können sehen, dass hier Menschen leben. Und auch die Tiere fühlen sich nicht gestört. Gerade jetzt sieht man hier vor uns Büffel, die am Wasserloch trinken. Die Tiere sind es gewohnt, uns um sie herum zu sehen.

 

WARZENSCHWEIN

Wissen die Tiere, dass wir nicht der Feind sind? Oder vielleicht sogar jemand, der ihnen hilft?

Ja, sie wissen, dass wir nicht der Feind sind. Sie wissen es sogar sehr gut. Das kann man auch sehen, wenn man auf einer Safari ist. Man kann sehr nahe an die Tiere heran fahren, wie an den Löwen oder den Leoparden. Aber die machen sich nichts daraus und laufen auch nicht weg. Die Tiere laufen einfach ihren Weg weiter, den sie eben gerade gehen. Sie kümmern sich nicht um uns. Die Tiere wissen das und sind es gewohnt, uns zu sehen. Seit sie geboren sind, sind sie gewohnt, diese Spuren um sich herum zu sehen. Also es ist normal für sie.

 

IMPALA

Was ist noch wichtig zu beachten, wenn jemand das Reservat besuchen möchte?

Besucher sollten ihren Führern zuhören, wenn sie das Gelände besuchen. Sie sollten immer die Regeln für ihre Sicherheit beachten. So wie wir es heute Morgen während des Bush-Walks gezeigt haben. Wir haben mit einem kurzen Briefing begonnen, um die Teilnehmer drüber aufzuklären, was beim Bush Walk im Notfall helfen kann. Wir sorgen für die Sicherheit. Und wenn wir auf Safari gehen, dann geben wir den Besuchern auch ein Briefing mit allen Sicherheitshinweisen. Es ist wichtig zu wissen, wann und wie man sich frei bewegen kann und auch zu wissen, wie man sich den Tieren nähert und sie nicht erschreckt oder stört. Solange die Besucher sich an die Regeln halten, die der Guide Ihnen sagt, ist alles in Ordnung.

 

SPRINGBOCK

Wenn Leute wie wir kommen, um das Reservat zu besuchen, hilft das dem Reservat dann wirklich?

Ja. Mit dem Geld, das die Touristen hier zahlen, bezahlen wir auch die Anti-Wilderei-Einheit. So machen wir das. Wir versuchen auf diese Weise etwas für die Patrouillen zu zahlen, die uns dabei helfen, unsere Tiere im Reservat hier zu schützen. Wir arbeiten alle zusammen und es ist für uns sehr wichtig, dass Touristen uns hier besuchen. Wenn Besucher hier sind, sollen sie auch das Gefühl bekommen, etwas in diesem Land zu tun. Touristen bezahlen dafür, hier zu uns ins Reservat zu kommen und als Gast entdecken zu können. Sie bezahlen dadurch aber auch für die Protektion des Gebiets und unterstützen den Schutz der Tiere. Mittlerweile kann ich sagen, dass die Situation nun langsam kontrollierbar ist. Nur wegen der Touren, die uns besuchen. Wenn Touristen dafür bezahlen, sind wir in der Lage, den Park zu verwalten und wiederum die Leute dafür zu bezahlen, dass diese Schutz für das Reservat  bereitstellen. Und damit wir uns um unsere Tiere kümmern können, vor allem unsere Nashörner.

 

VÖGEL

Gibt es einen Ort um den Park oder ein Dorf in der Region, das du für einen Besuch empfehlen kannst?

Ja, da gibt es viel. Wenn man die Strecke zum Reservat fährt, kann man überall auf der Straße Dinge sehen. Man kommt auch an einigen Dörfern vorbei, um hierher ins Lager zu kommen. Man kann Verkäufer auf der Straße sehen, die traditionelles Kunsthandwerk verkaufen. Es gibt keinen besonderen Ort, auf den ich mich beziehen kann. Aber auf dem Weg gibt es viele Leute und Geschäfte entlang der Straße, die diese afrikanische Kunst und solche Sachen verkaufen. Was den Einheimischen auch sehr helfen kann, wenn man ihre Sachen kauft. Das unterstützt sie. So können sie in diesem Geschäft bleiben und müssen keine Wilderei betreiben. So kann man auch als Tourist indirekt helfen, damit die Tiere nicht getötet werden, indem man die Anwohner und Straßenhändler unterstützt.

 

CHAMÄLEON

Was ist beim Erkunden des Busches noch zu beachten?

Bevor wir auf Safari gehen, sagen wir den Leuten, dass sie immer auf dem Fahrzeug sitzen bleiben sollen. Nicht aufstehen. Der Grund ist derjenige, dass die Tiere die Person als Mensch erkennen, wenn man aufsteht. Sie könnten einen dann angreifen. Wenn man jedoch im Jeep sitzen bleibt, wird das Ganze als ein großer Jeep, ein großes Etwas erkannt. Den Jeep kennen sie und sehen diesen jeden Tag. Man sollte auch nicht sehr laut sprechen. Man kann im Fahrzeug sprechen, jedoch mit normaler Lautstärke. Der Grund ist, dass wir möchten, dass die Besucher die Tiere sehen. Wenn man lauter spricht, dann bekommt man nur die Rückseite der Tiere zu sehen. Denn wenn man Lärm macht, stört das die Tiere und sie laufen davon. Man kann also keine schönen Bilder machen. Die Besucher müssen den Regeln folgen, um schöne Einblicke zu erhalten und dabei auch sicher zu sein. Und wir wollen die Tiere auch nicht in ihrer Welt stören. So können die Touristen unser Land und unsere Lodges in den Reservaten besuchen, da haben wir sehr schöne Lodges. Wir haben drei davon hier in dem Balule Reservat von Greenfire und freuen uns auf Gäste und Tierbegeisterte.

 

GLÜHWURM

INFOTHEK

   Webseite Greenfire: https://www.greenfire.co.za/project-details/greenfire-game-lodge/

   Webseite Siyabona: http://balule.krugerpark.co.za/

   Webseite Krugertravel: https://krugertravel.com/hotel-lodges/green-fire-game-lodge

   Webseite Wildwings: https://wild-wings-safaris.com/africa-travel-guide/balule-private-game-reserve/

   Webseite Safaribookings: https://www.safaribookings.com/balule

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