Durch die Nullarbor Ebene von Adelaide nach Perth

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Uns erwartet nichts weniger als ein Abenteuer. Im Camper werden wir den Süden Australiens erkunden und dabei die Einöde der Wüste kennenlernen. So unser Vorhaben.

Wir beginnen in Adelaide, der lebendigen Metropole im Süden des Kontinents, die wir recht schnell hinter uns gelassen haben.

Adelaide

Der Highway führt uns an der Küste entlang und schnell tauchen wir in die Landschaft ein und merken, dass unsere Reise endlich begonnen hat. Da wir Zeit für die knapp 3.000 Kilometer mitgebracht haben, und die South Coast das größte Weinanbaugebiet Australiens ist, lassen wir es uns nicht nehmen, hier und da etwas von den köstlichen Tropfen der Region zu probieren. Weltweit bekannte Weine wie zum Bespiel der Penfolds Grange kommen hier aus der Gegend. Es waren übrigens deutsche Einwanderer, die um 1840 damit begannen, Trauben im Süden des Kontinents zu kultivieren. Natürlich lassen wir uns das Angebot vor Ort nicht nehmen, mit einem Heissluftballon über die malerischen Weingärten des Barossa Valleys zu schweben. Was für ein Ausblick! Es könnte also nicht besser losgehen. Hätten wir es eilig gehabt, hätten wir auch die „kurze“ Route direkt Richtung Westen nehmen können, die endlose Weite der Wüste in einem Rutsch durchqueren können und wären über die gut ausgebauten Strecken in rund 30 Stunden am Ziel in Perth. Da wir uns aber den Weg als Ziel erklärt haben, lassen wir uns genug Zeit, so viel wie möglich von Land und Leuten mitzunehmen und Australien auf uns wirken zu lassen. So gut, wie das eben in so kurzer Zeit möglich ist. Der Heissluftballon war in jedem Fall ein gelungener Start. Nach ausgiebiger Weinprobe machen wir uns aber am nächsten Tag dann wirklich auf den Weg.

Wenn Wein auf Känguru trifft

Wenn Wein auf Känguru trifft

Da wir uns ja vorgenommen haben, möglichst viel zu sehen, machen wir einen Abstecher auf das Kangoroo Island, der drittgrößten Insel Australiens. Hier trifft Wein auf Känguru. Neben einer großen Artenvielfalt an Vögeln und australischer Tierwelt besuchen wir die Seehunde im Seal Bay Conservation Park und den Flinders Chase National Park.

Unser Ziel ist der Innes Nationalpark ganz im Süden des „Stiefels“, wo die Küstenlinie sich mit ihrer beindruckenden Schönheit aus dem Meer erhebt. In Ethel Beach haben wir das Glück, dass die Wetterlage einen Blick auf eines der vor der Küste gesunkenen Schiffswracks zulässt.

Seal Bay, Kangaroo Island

Seal Bay, Kangaroo Island

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel durchqueren wir die die Stadt Port Pirie, die die größte Bleihütte der Welt beherbergt. Hier wird aus dem nahe gelegenen Bergwerk von Broken Hill abgebaut, ein treffender Name, wie wir finden. Schon bald liegt unser Ziel für heute vor uns, die Stadt Port Augusta. Nach über 500 Kilometern, die wir heute zurückgelegt haben, sind wir froh, am Ziel zu sein. Am nächsten Tag überlegen wir uns kurz, mit der  Pichi Richi-Museumsbahn zu fahren, lassen es aber und machen uns mit unserem Camper auf den Weg auf einen Abstecher ins Landesinnere zum Ikara-Flinders Ranges National Park. Das Massiv des Wilpena Pound ist hier besonders hervorzuheben.

Wilpena Pound, Ikara Flinders Ranges National Park

Wilpena Pound, Ikara Flinders Ranges National Park

Wilpena Pound ist ein Gebirgskessel, der ein natürliches Amphitheater im Zentrum des Nationalparks bildet. Wir lassen es uns nicht nehmen und erkunden die weitläufige Gegend mit Mountain Bikes, die wir uns vor Ort leihen konnten. Ein weiterer Tag voller Einrücke neigt sich schon bald dem Ende.  Am folgenden Morgen machen wir uns früh auf den Weg, denn unser nächstes Ziel ist die Halbinsel Eyre und da der Fischerort Port Lincoln ganz im Süden. Wieder rund 500 Kilometer, die es zu bewältigen gilt. Fast den ganzen Tag fahren wir entlang der Küste. In Tumby Bay machen wir einen Zwischenstopp, hier scheint das Meer am einladendsten. Wir verweilen aber nur kurz, wir möchten schnell in Port Lincoln sein, um das Abenteuer für den nächsten Tag zu planen. In der 14.000 Einwohner Stadt kann man nämlich den ganz großen Nervenkitzel wagen und sich in einem Käfig zu den großen weißen Haien ins Wasser lassen. Cage Diving hat sich hier zu einem ziemlich einträglichen Geschäft entwickelt, wie uns scheint. Aber uns ist nicht zu viel versprochen worden. Die Great Whites versetzen einen schon kurz in Schockstarre. Was für ein Erlebnis. 

Nachdem wir uns von dem Abenteuer ein wenig erholt haben, stillen wir unseren Hunger mit einer mächtigen Seafood Platter, uns scheint, dass das hier der beste Ort dafür ist, schließlich hat Port Lincoln mit seinem Naturhafen, der übrigens drei Mal so groß wie Sydney Harbour ist, die größte Fischereiflotte in der südlichen Hemisphäre und macht das kleine Städtchen somit zur „Seafood Capital of the World“. Nach einem vorzüglichen Mahl machen wir uns dann wieder auf den Weg. Es geht an der Westküste der Halbinsel Richtung Norden. Wir kommen an den Kreidefelsen in Colton vorbei, lassen die wunderschöne Venus Bay links liegen und stellen nicht ohne eine gewisse Genugtuung fest, dass Deutschland weiter weg zu sein scheint als nur auf der anderen Seite des Planeten. 

Wir haben gehört, dass man in der Gegend heimischen Züchtern bei der „Ernte“ ihrer Austern zur Hand gehen kann (nicht ohne entsprechende Verkostung, versteht sich) und dass sich ein Ausflug in den Gawler Ranges National Park, der von vulkanisch Landschaft geprägt ist und einen der größten Salzseen Australiens beherbergt, in jedem Fall lohnenswert sein soll. Wir entscheiden uns aber dagegen, denn wir haben ja schließlich keine 3 Monate für die Strecke.

Lake Gairdner, Eyre Peninsula

Lake Gairdner, Eyre Peninsula

Wir wollten die Wüste von Nullarbor erleben, daher wählen wir die direkte Route über Ceduna, der westlichsten Stadt Südaustraliens. Das eingeschlafene Städtchen hat für seine Austernzucht und das jährlich stattfindende Austernfest offenbar eine gewisse Berühmtheit erlangt. Die Infrastruktur mit Hotels, Krankenhaus und zahlreichen Möglichkeiten für Bootsausflüge können einen schon überraschen, wenn man bedenkt, dass dieser winzige Ort nur etwas über 2.000 Einwohner sein eigen nennt. Auf der anderen Seite gilt er als das Tor zur Nullarbor Wüste, weshalb wir uns das Städtchen auch als den Ort unserer letzten Übernachtung ausgewählt haben, bevor es dann endlich in die Einöde geht.

Früh am nächsten Tag ist es dann soweit. Mit gemischten Gefühlen gehen wir unser Abenteuer an. Um ehrlich zu sein, wissen wir nicht wirklich, was uns erwartet. Ohne Frage karge Landschaften, Einöde. Aber wie wird es sein, auf einer Strecke von knapp 1.700 Kilometern außerhalb jeglicher Zivilisation zu sein? Wir sind gespannt. Vollgetankt haben wir und für den Notfall ist genug Wasser an Bord, um ein paar Tage über die Runden zu kommen. Schon bald hat uns die Gleichförmigkeit der Landschaft und des Horizonts eingenommen. Wir überlegen, wie man diese Eintönigkeit am Besten beschreiben könnte und kommen zu dem Schluss, dass man Nichts erleben muss, um es zu verstehen. Wir hätten wahrscheinlich auf dem Mars umher fahren können, es wäre ein ähnliches Erlebnis gewesen wie der Ritt durch das Kalkstein-Plateau. Wir einigen uns darauf, dass es wirkt wie der Anfang oder das Ende alles Vorstellbarem, auf jeden Fall nichts dazwischen. Als Ziel des Tages haben wir uns Eucla ausgesucht. Obwohl im Nirgendwo gelegen, gibt es in dieser kleinen Siedlung wenigstens den Hauch von Zivilisation- und einen Camping Park. Der Sternenhimmel, den wir in dieser Nacht zu sehen bekommen, lässt sich mit nichts vergleichen, was wir kennen. 

Nullarbor Ebene, Eyre Highway

Nullarbor Ebene, Eyre Highway

Selbstverständlich wieder vollgetankt geht es am Morgen des nächsten Tages weiter. Auf dem Weg nach Norseman, dem Ende dieser unwirklichen Welt. Unterwegs fällt uns irgendwann die Anekdote ein, dass der Rockband AC/DC auf gleicher Strecke im Tourbus die Inspiration für den legendären Song Highway to Hell kam. Wir können nicht widersprechen. Und dann, plötzlich aus dem Nichts auftauchend sehen wir es dann: Das Schild, auf das wir seit einer gefühlten Ewigkeit gewartet haben. „90 miles straight“. Von hier aus geht es tatsächlich 147 Kilometer nur geradeaus. Keine Kurve, keine Erhebung, nichts. Vor uns nur der weite Horizont. Nach einer gefühlten Endlosigkeit kommen wir in dem kleinen Örtchen Norseman an, einer Bergbaustadt am westlichen Rand der Nullarbor Wüste. Obwohl mit weniger als Tausend Einwohnern winzig klein, wirken die Lichter in der Abenddämmerung auf uns wie die einer Großstadt. Geschafft.

Lucky Bay, Cape Le Grande Nationalpark

Lucky Bay, Cape Le Grande Nationalpark

Wir wollen ans Meer, wollen Strand sehen und entscheiden uns für die Route Richtung Süden. Unser Ziel ist Lucky Bay, welches uns für seinen strahlend weißen Strand und als Hotspot für Surfer empfohlen wurde. Vor Ort bekommen wir sehr schnell ein Gefühl, woher diese Bucht ihren Namen hat. Wir haben es ja nicht geglaubt, aber hier kommen tatsächlich wilde Kängurus an den Strand. Ein großartiges Erlebnis, wie zutraulich diese uns doch fremden Tiere hier sind.

Es geht weiter Richtung Westen, unser nächstes Ziel ist der Fitzgerald River National Park.

Unser Plan ist es, dort ein wenig zu verweilen, denn es soll dort wunderschöne Strände geben und im Hinterland wilde Blumenfelder von enormer Farbenpracht. Und so ist es dann auch. Natur pur in ihrer kompletten Schönheit. Uns war es leider nicht vergönnt, aber hier kann man mit ein wenig Glück Wale ganz in der Nähe der Küste beobachten. 

Quoin Point, Fitzgerald River Nationalpark

Quoin Point, Fitzgerald River Nationalpark

Nach jetzt doch etwas längerer Zeit in der Abgeschiedenheit zieht es uns dann doch wieder weiter, wir wollen wieder zurück ins Leben. Albany, die erste Stadt der weißen Siedler ist unser Ziel. Jetzt, da die Heimat für uns fast schon unwirklich scheint, haben wir beschlossen, dass Perth, obwohl nur noch etwas mehr als eine Tagesreise entfernt, wohl noch ein bisschen auf uns warten muss. Australien hat uns schon längst in seinen Bann gezogen.

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