Zweitagesbergtour im Karwendel zur Plumsjochhütte.
Auf der Plumsjochhütte.
 

Abseits der ausgetretenen Pfade

— Artikel in Kooperation mit Sport Forster —

Die Rundwanderung um den Gipfel Torkopf: Alle Highlights des Karwendel in einer Tour

Schroffe Berggipfel, steile Grate und grüne Almwiesen mit ihren traditionellen Hütten: Wir wollen das Komplettpaket und wandernd das Karwendel entdecken. Diese Gebirgsgruppe der Alpen in Österreich erstreckt sich sich bis nach Bayern hinein. Es wird von vier großen Bergketten charakterisiert, die in der West-Ost-Achse verlaufen. Über 125 Gipfel mit teils 2000 Metern Höhe und mehr machen das Karwendel zu einem beliebten Gebiet für Wanderer und Wintersportler.
Unsere Tour startet im Tiroler Dorf Hinterriß im Karwendeltal, nah der deutsch-österreichischen Grenze. Hinterriß ist der einzige Ort im Rißtal, der das ganze Jahr über bewohnt wird. Die Infrastruktur umfasst einen Gasthof, eine Kirche und einige Häuser. Hier kannst du fernab der Massen der wunderschönen Natur richtig nah kommen. Das Tal wird gesäumt von den grauen 2000ern und macht Lust auf ausgedehnte Wandertouren.

Ruhiger Rundweg voller Highlights

Falkenhütte und Johannistal, Tölzer Hütte, Scharfreiter und Vorderskopf, Rappenspitze oder Fleischbank: Von Hinterriß aus kannst du diverse Gipfel und Hütten ansteuern – zu Fuß oder mit dem Mountainbike. Wir haben uns für die etwas ruhigere und wenig bekannte Rundwanderung um den Torkopf (2014m) entschieden.

Das Karwendel bietet dir natürlich keine Schönwetter-Garantie. Es hat sich aber gezeigt, dass es selten wirklich durchregnet. Schauer werden in der Regel schnell wieder vom Sonnenschein abgelöst. Die schönste Zeit für diese Tour ist Juni bis Oktober.

Unsere Wanderung rund um den Torkopf, beziehungsweise die Torspitze, wie der Gipfel auch genannt wird, bietet dir die typischen Ausblicke des Karwendels: Schroffe Felsformationen, die grüne Almen überragen, weite Almböden mit ihren Holzhütten und das Panorama der nördlichen beziehungsweise östlichen Karwendelkette, die dich fast die gesamte Tour über begleiten. Dazu kommt als weiteres Plus die relative Abgeschiedenheit der Route abseits der gut besuchten Hauptstrecken.

Anspruchsvolle Tagestour für geübte Wanderer

Unsere Tour führt über knapp 14 Kilometer. Ohne Pause bist du etwa fünfeinhalb Stunden auf Wander- und Bergwanderwegen unterwegs und überwindest dabei gut 880 Höhenmeter. Du hast es dir wahrscheinlich schon gedacht: Für diese Runde brauchst du eine ordentliche Kondition, festes Schuwerk und auch Trittsicherheit. Sie wird als mittelschwer bis schwer eingeordnet. Wenn du die Herausforderung suchst, steigst du an der Torkopfschanze noch weiter zum Gipfel Torkopf hinauf.

Du kannst den Rundweg von Hinterriß zum Torkopf mit und gegen den Uhrzeigersinn gehen. Ein Insidertipp sagt: gegen den Uhrzeigersinn! Deswegen starten wir von Hinterriß nach Westen ins Rohntal (oder Rontal), umwandern den Torkopf und kommen durch das Tortal zurück zum Ausgangspunkt.

Ausgangspunkt: Hinterriß

Wir wandern los gen Norden im Zentrum von Hinterriß. Die Kirche Maria Heimsuchung zu unserer Rechten, bieten wir den übernachsten Weg links ab beim alten Zollhaus auf den breiten Wanderweg. Wir machen uns auf in Richtung Klausboden. Aufwärts geht es durch den angenehmen Schatten des Waldes. Die Rohntalalm bietet schnell die ersten grandiosen Ausblicke auf die Flanken der östlichen Karwendelspitze und die Vogelkarspitze. Hier, vor den Hütten der Alm, führt rechts der Weg hinauf zur Rappenklammspitze.

Wir folgen unserem Wanderweg, halten uns links, weiter zur Torscharte. Wenig später, nach insgesamt gut einer Stunde und rund 3 Kilometern Weg erreichen wir den Rontalboden, eine offene Alm und weiteres Highlight der Route. Hier vereinen sich die typischen Charakteristika des Karwendel: grüner Wald und schroffe Berglandschaft, die den Almboden mit seinen Ahornbäumen und Blumenwiesen umringt. Die Landschaft ähnelt hier übrigens stark dem berühmten Ahornboden des Karwendel.

Wir folgen dem breiten Wanderweg und halten uns am Talschluss bei der Gabelung links über das Bachbett. Jetzt beginnt der Bergwanderweg und die Steigung zieht ordentlich an. Hinauf geht es in Serpentinen und Kehren erst durch Wiesen und dann durch Geröll und Stein. Die Waldgrenze liegt nun unter uns. Hier zahlt sich gute Trittsicherheit aus, gerade bei Regen wären die Bedingungen schwierig. Nach gut 6,5 Kilometern und knapp 3 Stunden haben wir die Torscharte erreicht, auf 1815 Metern, und der höchsten Punkt des Rundwegs. Wir genießen den Ausblick auf die Gipfel und pausieren im Gras in der Sonne.

Wenn du noch Entdeckerlust spürst, steigst du hier gen Norden Richtung Torkopf hinauf. Mache dich auf eine leichte Klettertour gefasst. Von der Torscharte bis zum Gipfel geht es über rund 600 Meter teils sehr steiles und rutschiges Gelände. Es belohnt ein Wiesengipfel mit einer sensationellen Aussicht – und mit zartem Edelweiß in den Sommermonaten. Für den Ausflug zum Gipfel solltest du mindestens eine weitere Stunde einplanen.

Steiler Abstieg mit Blicken in die wilde Tortalklamm

Wir verzichten auf den Abstecher zum Gipfel und machen uns auf den Abstieg auf der Westseite des Torkopfes. Steil geht es bergab über einen Wiesenhang, bis wir nach etwa einer halben Stunde den Tortal Hochleger, die obere Alm, erreichen. Hier leben Murmeltiere, aber wir sehen keines. Vorbei an einem Wegkreuz durch einen lichten Wald steigen wir in Kehren den Talboden hinab bis zum Niederleger, wo der Wandersteig endet und der Weg deutlich an Steigung verliert.

Eine Forststraße führt uns nun entlang des klaren und plätschernden Baches zurück ins Rißtal. Nach 20 Minuten queren wir den Torbach. Am Ende belohnt uns noch ein Blick in die raue Tortalklamm, jene Schlucht durch die der Torbach fließt, bevor er in der Riß mündet. bevor der Weg in einem Rechtsbogen hinunter ins Rißtal führt. Wir halten uns links und erreichen nach wenigen Minuten unseren Ausgangspunkt.
Ausrüstung

Damit du Spaß auf dieser Rundwanderung hast, solltest du auf keinen Fall auf die richtige Wanderausrüstung verzichten – für deinen Komfort, aber auch für deine Sicherheit. Gerade Wanderstöcke und feste Schuhe helfen dir, alle Herausforderungen der Strecke zu bewältigen. Die richtige Kleidung hält dich warm und bei Bedarf trocken. Da außer den Gasthof in Hinterriß keine dauerhaft bewirtschafteten Almen auf der Strecke liegen, solltest du auf jeden Fall Verpflegung mitnehmen.
Anfahrt

Mit dem Auto:
Autobahn 8 München Richtung Salzburg, Ausfahrt Holzkirchen oder A 95, Abfahrt Wolfratshausen. Über Bad Tölz, Lenggries Richtung Sylvenstein. Bei Vorderriß weiter nach Hinterriß. Dort gibt es zwei Parkplätze.

Mit Bus & Bahn:
Ab München mit der Bayerischen Oberlandbahn nach Lenggries. Von dort fährt im Sommer der Bergsteigerbus, Linie 9569, Richtung Eng. Ausstieg ist bei Hinterriß Gasthof Post.

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Geschrieben von Hans Forster

Hans Forster ist Geschäftsführer der INTERSPORT Forster GmbH. Er steht seinen Kunden als Fachberater seit vielen Jahren zur Seite, kennt als DSLV-Skilehrer er alle Skier und Snowboards und begeistert sich für Klettern, Biken und Bergsteigen.

 

Bildquelle: Fotolia // 158468452_S // © Michael// Sport Forster

 

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