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Slow Travel: Reisetagebuch statt Insta-Story

Zug statt Flug, Fahrradtour statt Fernreise, Wanderurlaub statt Wellnesstempel: Immer mehr Menschen machen sich Gedanken darüber, wie sie nachhaltiger reisen können. Einer der Ansätze ist das sogenannte Slow Travel. Doch wie geht das überhaupt – „langsam reisen“? Es gibt einige Möglichkeiten, die negativen Auswirkungen von Tourismus zu minimieren – beziehungsweise, positiv ausgedrückt, Umweltschäden weitgehend zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Bevölkerung am Zielort von den touristischen Aktivitäten profitiert und nicht etwa ausgebeutet wird. Abgesehen von der Wahl eines umweltfreundlichen Verkehrsmittels sollte man beispielsweise darauf achten, auch auf Reisen Energie und Wasser zu sparen, möglichst wenig Verpackungsmüll zu produzieren und durch bewusste Kaufentscheidungen die lokale Wirtschaft zu fördern. Tipps, wie man dies am besten umsetzt, gibt es in diesem Slow-Travel-Ratgeber. Das „langsame Reisen“ ist zu einem Synonym für nachhaltigen Tourismus geworden. Doch es hat auch für den Urlauber große Vorteile. Die selbst auferlegte Langsamkeit schließt ein, dass man
  • … in Kauf nimmt, dass die Zugreise einige Stunden länger dauert als ein Flug.
  • … seltener, aber dafür länger verreist.
  • … darauf verzichtet, Sehenswürdigkeiten im Schnelldurchlauf abzuklappern und sich stattdessen Zeit nimmt, Land und Leute kennenzulernen.
  • … auch einmal Urlaub im eigenen Land macht.
Klingt vernünftig? Die meisten Menschen würden zustimmen. Und doch tun sich viele von uns schwer damit, nach den Slow-Travel-Prinzipien zu reisen.

Slow Travel? Fehlanzeige! Warum viele Menschen selbst im Urlaub Stress haben

Im Urlaub oft noch mehr als im Alltag empfinden viele Menschen einen beachtlichen Druck, ihre Erlebnisse auf Social Media zu teilen und zu kommentieren – damit einher geht, dass eine Reise vor allem „instagrammable“ sein muss. Die Folge: Auch auf Reisen schalten wir oft nicht mehr richtig ab, sondern sind ständig damit beschäftigt, unsere Erlebnisse für die Kamera zu inszenieren und die Reaktionen auf unsere Posts zu checken. Das kostet uns nicht nur unsere Urlaubserholung, es ist auch alles andere als ein wertschätzender Blick auf die Natur und die Menschen des Ziellandes, die auf diese Weise zur reinen Fotokulisse werden.

Wie Schreiben uns beim nachhaltigen Reisen hilft



Ein Tipp, den man in Slow-Travel-Ratgebern selten findet, der für die Wiederentdeckung der Langsamkeit aber wie gemacht ist: Führe ein Reisetagebuch. Manch einem genügt dafür ein schlichtes Notizheft wie das legendäre Moleskine, ein anderer bevorzugt ein dickes Buch mit Platz für Fotos, Eintrittskarten und so weiter. So oder so: Alles handschriftlich festzuhalten, braucht Zeit – und wer sie sich nimmt, tut sich einen großen Gefallen. Denn erstens kommt man dabei zur Ruhe – Schreiben kann regelrecht meditativ sein –, und zweitens entsteht auf diese Weise ein einzigartiges Erinnerungsstück. Wieder zu Hause, wird man dieses immer wieder gerne in die Hand nehmen und es auch Familie und Freunden stolz präsentieren.

Das Schreiben hilft uns dabei, uns auf das zu besinnen, was Reisen eigentlich ausmacht: das genaue Beobachten, das Erkennen von Gemeinsamkeiten mit anderen Kulturen sowie der großen und kleinen Unterschiede, die intensive Begegnung mit einem Land und seinen Menschen. Das ist nachhaltiger Tourismus. Klar – das Smartphone einmal für ein paar Stunden wegzulegen, kostet die meisten viel Überwindung. Doch es lohnt sich. Denn wer die Reiseeindrücke ohne Ablenkung auf sich wirken lässt, der nimmt mit großer Sicherheit mehr Erkenntnisse und lebendigere Erinnerungen mit nach Hause – und darum geht es doch letztlich beim Reisen.

Bild von StockSnap auf Pixabay
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