© Carsten Meier
 

Behind the Scenes: Dark Rooms Exhibition

Vor knapp zwei Wochen wurde bei der Dark Rooms Exhibiton in Berlin der schnelllebigen Kunstwahrnehmung entgegen gearbeitet: der Besucher wurde unsichtbar und konnte sich ein Bild von den gebotenen Kunstwerken machen. Elf Künstler präsentierten in der alten Willner-Brauerei auf fünf Stockwerken und insgesamt 1500 Quadratmetern ihre Kunst, wobei die verschiedenen Räume jeweils vom vorgestellten Künstler selber inszeniert wurden. Wir haben mit Kuratorin Clara über Erfolg oder Misserfolg, kleine Pannen und ihren Ruhepuls gesprochen.
Hallo Clara, stell dich doch einmal kurz den Lesern vor.
Mein Name ist Clara Cremer, ich bin 25 Jahre alt und genieße es seit 2
Jahren in Berlin zu leben, zu arbeiten und mich inspirieren zu lassen.
Ich arbeite frei als Kuratorin für Konzeptausstellungen und bin fest
angestellt als Regieassistentin und Assistenz der Geschäftsführung bei
einer Filmproduktionsfirma.
© Carsten Meier

© Carsten Meier

Erzähl uns ein bisschen mehr über das Konzept von der Dark Rooms Exhibition. Wie kam die Idee dazu?
Die Idee kam von den Künstler Jerry Kowalski und Sven Sauer (SA-PO)
während einer ihrer vorherigen Ausstellungen in Seoul „360 Minutes Art“,
die auch in anderen Städten international statt fand. Ihnen lag es an
einer neuen, anderen Betrachtung von Kunst, einer Fokussierung auf das
Kunstwerk und dadurch einen neue Wertschätzung des Momentes seiner
Betrachtung. In einer Zeit voller ablenkender Faktoren, gerade auch im
Galeriesystem, wollten sie Kunst in der Dunkelheit präsentieren, sodass
der Zuschauer aus seiner Haltung sich selbst darstellen zu müssen
herausgenommen wird.Als die beiden mir von der Idee erzählten, war ich sofort begeistert und
gemeinsam haben wir aus der Idee ein Konzept entwickelt, Künstler
ausgewählt und mit den Künstler eine außergewöhnliche, mit der
Dunkelheit agierende Anordnung der einzelnen Werke geschaffen. Mir war
es dabei sehr wichtig die gewohnten Sehstrukturen in einer Ausstellung
aufzubrechen und mit der Dunkelheit partiell zu spielen – den
Kunstwerken mehr Gewichtung zu geben und dem Zuschauer den Druck ihres
eigenen Auftretens zu nehmen.
© Carsten Meier

© Carsten Meier

© Carsten Meier

© Carsten Meier

Hand aufs Herz – wie war die Stimmung kurz vor der Ausstellung?
Nervös?
Nervös waren wir schon ein bisschen. Kurz zuvor gab es natürlich noch
die ein oder anderen kleinen Katastrophen, aber letztendlich waren wir
sehr zufrieden und konnten voller Elan in die Ausstellung starten. Wir
waren sehr glücklich nach 1,5 Jahren Arbeit die Theorie nun Praxis
werden zu lassen.Gespannt waren wir und ich sehr begeistert von dem Andrang und der
Freude der Menschen die Ausstellung zu erkunden, selbst nach sehr langer
Wartezeit in der Schlange.
© Carsten Meier

© Carsten Meier

© Carsten Meier

© Carsten Meier

Warum Berlin?
Berlin ist prädestiniert für mutige Konzepte, außerdem lieben wir die
Offenheit der Menschen. Ein wichtiger Punkt ist allerdings auch der
Kunsttourismus, der durch Art Week und Galleryweekend gehypt wird. Das
war uns ehrlich gesagt hier und da zu viel und wir wünschten uns mehr
Ruhe mit der Kunst, gerade in Berlin.
Die Abriss- oder Denkmalgeschützen Gebäude in Berlin stellen für uns
außerdem die perfekte Location dar – dies findet man in wenigen
deutschen Städten, dennoch freuen wir uns auf Anfragen weiterer Städte,
auch international, die wir mit The Dark Rooms bespielen dürfen –
schließlich sollen noch mehr Leute die Erfahrung machen dürfen.
Als Location habt ihr euch die Willner Brauerei ausgesucht –
warum?
Ehrich gesagt war es eine Suche von fast einem Jahr und wir waren sehr
froh dann auf die Willner Brauerei gestoßen zu sein. Die alte Brauerei
ist perfekt, um sich im Layrinth aus Dunkelheit und Kunst zu verlieren.
Auch die Darre und der Keller war für uns ein spannender Ort um
verschiedenste Arten von Kunst zu präsentieren. Zudem bekamen wir viel
Support von dem Leiter der WBB, da er das Projekt sehr spannend fand.
© Carsten Meier

© Carsten Meier

 

Das war ja ein ganz schöner Ansturm am Samstag. Ihr wolltet ja
auch erreichen, dass die Leute sich Zeit für Kunst nehmen.
Konntet ihr das gewährleisten?
Wir hatten im Vorfeld extra die Besichtigungszeit erweitert, von 16 Uhr auf 13 Uhr.
Von 13- 17 Uhr war es zwar voll, aber eben in genau dem Maße, wie wir es
uns ursprünglich vorgestellt hatten – dort konnte das wandeln durch die
Dunkelheit und die Ruhe gewährleistet werden. Natürlich wussten wir,
dass es voller werden würde. Mit so einem Ansturm bzw. dessen Ausmaß
hatte ich allerdings nicht gerechnet. Mein Stagemanager ka gegen 18 Uhr
zu mir und meinte, dass wir bei dem Tempo, also bei der Besuchermenge
nicht alle bis um 22 Uhr hinein bekommen. Somit mussten wir uns
entscheiden – verprellen wir Gäste, die ein Ticket haben – oder gewähren
wir allen Eintritt und müssen an der Ruhe und dem Wandeln zurück
stecken. Letzteres ist es geworden.
Wie viele Leute sind letztlich zu der Dark Rooms Exhibition gekommen?

Es müssen ca. 2500-3000 Leute gewesen sein.

© Carsten Meier

© Carsten Meier

© Carsten Meier

© Carsten Meier

Wie hast du die allgemeine Stimmung empfunden?
Es war rundweg sehr positiv. Am Ende mussten wir leider den Keller
schließen, da die Soundinstallation zerstört wurde. Bei der Darre kam
manchmal etwas Unmut auf, weil wir nur eine gewisse Anzahl hoch lassen
durften und es somit zu einer erneuten Schlange im Gebäude kam. Ich hab
allerdings fast ausschließlich begeisterte Stimmen wahrgenommen –
Menschen, die sowohl die Auswahl der Künstler, als auch das Arrangement
der Arbeiten in den Räumlichkeiten als beeindruckend empfunden haben.
Das freut mich natürlich, schließlich war es ein langer Prozess für
mich, das Team und die Künstler es alles genau zu planen und ich habe
mir genau überlegt welcher Künstler welchen Raum bespielt.
Wer jetzt enttäuscht ist, den können wir beruhigen – auf der Website könnt ihr euch schon für die nächsten Dark Rooms anmelden: 2017.
tagged in Art, Berlin
Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites