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Willpower : Vier Tricks für ein Superdu

Zwar einen Tag verspätet, aber dafür umso besser kommen wir heute zu meinem totalen Lieblingsthema. Ich liebe es, weil Willpower ein so schönes Wort ist. Zweitens macht Willenskraft nunmal einen Superhelden aus. Und drittens ist Willpower das Ding, das dafür sorgt, dass dein Tag gut wird.

Denn sind wir mal ehrlich, dass du heute abend zufrieden ins Bett hüpfst, kommt nicht darauf an, ob dir einer 100 Euro schenkt, ob du auf der Straße von 873465 Leuten angebaggert wirst oder ob dir dein Chef endlich mal sagt, dass du heute großartige Arbeit geleistet hast.

Auch wenn das alles nette Sachen sind, wärst du verdammt, hinge deine Zufriedenheit von diesen Dingen ab!

Zufriedenheit hängt nicht von äußeren Ereignissen ab.

Nein, deine Zufriedenheit kommt ganz allein auf dich und deine Entscheidungen an jedem einzelnen fucking Tag an. Das beginnt damit, dass du dann aufstehst, wann du es dir vorgenommen hast.

Dass du über den Tag verteilt keine raffinierten Zuckerbomben frisst, wie du es dir vorgenommen hast. Dass du die Dinge erledigst, die auf deiner Prioliste ganz oben stehen, wie du es dir vorgenommen hast. Dass du die Sporteinheit einlegst, wie du es dir vorgenommen hast.

Und weiter geht’s mit abstrakteren aber sehr wichtigen Dingen, nämlich damit, dass du dich heute nicht über Kleinkram aufregst, dass du nicht zickig zu deiner Beziehung bist, dass du ehrlich aber respektvoll für dich selbst einstehst. Und dir selbst am Abend sagen kannst, dass du großartige Arbeit geleistet hast. Richtig, auch das ist eine Frage der Entscheidung und Willenskraft.

Willenskraft macht dich zu der Person, die du sein möchtest. Die bestmögliche Version deiner selbst hängt von kleinen und großen Entscheidungen ab, die sich über die Jahre summieren und dein Leben ausmachen werden. Alles andere kommt hintendran.

Es ist nicht immer die Entscheidung für das Einfachere, sondern für das, was besser für dich ist.

Das Geile an der Sache: Willenskraft ist nicht angeboren.

Willenskraft ist wie ein Muskel, den du trainieren kannst.

Wie das geht? Ich notiere hier mal die Tricks, die ich für den Anfang am einfachsten empfinde.

1 Lass dich nicht ablenken.

Das große weite und böse Internet und digitale Zeitalter sind leider wirklich böse in einer Sache: Sie lenken dich verdammt noch mal ab mit ihren Millionen von Pieps und Pongs und Dings, bewegten Bildchen und allen möglichen Varianten. Die probieren alles, die Scheißerchen, um deine Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Dieser Multitaskingkram und das „Task-Switching“ strengt dein Köpfchen viel mehr an und reißt dich aus deiner Arbeit raus.

Finde heraus, was sind deine größten Ablenker? Stelle sie für eine Weile ab.

– Kaum eine E-Mail und kein Anruf sind so wichtig, dass sie nicht zwei Stunden warten können. In jedem Meeting mit Kunden stellt man das Handy leise, warum kann man so nicht für sich selbst performen? Stell dir in Zukunft vor, du bist in einem Meeting mit dir selbst.

– Es gibt auch Hilfen im Internet, die gegen das Internet helfen, z.B. Freedom oder Stayfocused, die bestimmte Ablenker blocken.

– Hab nur gesundes Essen in der Küche.

http://macfreedom.com/

https://chrome.google.com/webstore/detail/stayfocusd/laankejkbhbdhmipfmgcngdelahlfoji?hl=de

Mit weniger Verführung in der Nähe arbeitet es sich gleich konzentrierter.

2 Erledige die fiesen Sachen zuerst.

Ich find’s total interessant, dass wir Willenskraft aufbrauchen können. Im Laufe des Tages wird sie „leerer“ und über Nacht lädt sie sich wieder auf. Das hat Professor Roy F. Baumeister – der Willpower-Experte vor dem Herrn – in seinen Untersuchungen herausgefunden.

www.apa.org/monitor/2012/01/self-control.aspx

Deshalb ist es besser, die schwersten und blödsten Herausforderungen am Anfang des Tages zu erledigen, wenn deine Synapsen noch nicht so verstopft sind.

Außerdem fühlt es sich den ganzen Tag beknackt an, wenn du eine bestimmte Aufgabe vor dir herschiebst.

Finde heraus, was diese Aufgaben sind, und lege sie auf den Tagesanfang.

3 Lass unwichtige Entscheidungen weg.

Willenskraft beeinflusst ja wie oben gesagt deine vielen kleinen und großen, bewussten und unbewussten Entscheidungen.

Jede Entscheidung, die du triffst, nimmt laut Baumeister ein bisschen aus deinem Willenskraft-Tank weg.

Wirf unwichtige Entscheidungen über Bord und konzentriere dich auf die wichtigsten. Los geht das bei der Klamottenauswahl morgens. Also das ist nun wirklich keine intellektuelle Herausforderung, klaut nach Baumeister aber schon gleich zu Anfang ein Stück deiner Kraft.

Oder überleg dir wenigstens abends, was du morgens anziehst.

Ich bin ja davon überzeugt, dass Steve Jobs nicht seinen geilen Normcorestyle gewählt hatte, weil er ihn cool fand, sondern weil er einfach Besseres zu tun hatte und keine Lust, sich jeden Morgen Gedanken um die Webfäden an seinem Körper zu machen.

Ich hab persönlich eh nur dreieinhalb Klamotten, und die sehen in jeder Kombi, äh, interessant aus. Ich esse im Alltag ernsthaft meist dasselbe mit ein paar Variablen (der Trick ist auch gut, um das Essen von Blödsinn zu vermeiden).

Und ich versuche, „banale“ Entscheidungen möglichst umweglos zu treffen und Entscheidungsdiskussionen zu vermeiden (hier lerne ich noch, schließlich bin ich dann doch ein Chaot).

4 Erschaffe positive Rituale, Gewohnheiten, Mechanismen.

Dieser Punkt ist quasi die Weiterführung der vorigen.

Das Verhalten des Menschen ist ein einziges Netz aus Automatismen und Mechanismen, die sich schon früh bilden und in unserem System festbeißen. Wir machen das so, weil wir es schon immer so machen. Ohne drüber nachzudenken. Ich bin echt kein Freund davon.

Es kann gefährlich und viel zu bequem sein, wenn es schädliche Mechanismen sind. Aber dafür äußerst praktisch, wenn es sinnvolle Mechanismen sind. Das Beste, um die alten Mechanismen aufzubrechen, ist es, sie nicht zu vermeiden, sondern neue und sinnvolle zu erschaffen.

Über gute Gewohnheiten müssen wir nicht nachdenken, und wir fühlen uns komisch, wenn wir sie plötzlich nicht mehr machen. Und so wir sparen wertvolle Brainpower.

Rituale wie jeden Morgen fünf Minuten Meditation, um das Hirn fokussiert zu kriegen. Erstmal beim Arbeiten eine Kanne grünen Tee abkipppen. Sich jede Stunde daran erinnern, den Rücken gerade zu richten, sich zu strecken. Banaler Kram, aber gut.

Jeden Morgen eine Liste mit den Supermegafirstprio-Aufgaben machen und die auch abarbeiten. Irgendwo in den Tag ein Workout reinwurschteln.

Einen Abend pro Woche nur für dich einrichten, um dein Hirn klarzukriegen und Dinge zu tun, die dir wichtig sind. Ich hocke mich an diesem Tag endlich wieder an meine schrecklichen klischeeigen Liedtexte, damit sie eines Tages nicht mehr schrecklich und klischeeig sind. Es gibt auch Menschen, die sich angwöhnen, einmal in der Woche aus ihrer Komfortzone zu hüppen. Undsoweiter.

Am Anfang mag das alles noch schwer fallen, aber in ein paar Jahren profitierst du davon. Versprochen.

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