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Self Improvement: 9 Mal mehr Freiheit (und Leben)

Yeaaah, Party, Tequila, Lamborghinis, riesige Männerbrüste mit Haaren und so!

Hab ich jetzt vielleicht ein bisschen mehr Aufmerksamkeit? Was Tequila mit der Überschrift zu tun hat: nix. Und genau deswegen umso mehr.

In meiner Jackass-WG in Los Angeles wohnt auch jemand aus London, ich nenne ihn mal Pat. Pat ist cool. Und in einer beschissenen Phase, einer Phase, die für ihn gefühlt schon ein ganzes Leben dauert. Er hat zuhause eine Menge Familienmist, keinen Job und noch weniger Geld. Er nennt sich selbst manchmal „Sad Bastard“.

Der UK-Winter hat ihm vor eineinhalb Monaten den finalen Arschtritt verpasst. Nur noch Abhauen schien zu gehen. Er buchte ein Ticket, suchte einen Zwischenmieter, und los ging’s. In das Promised Land, das Land der Freiheit, der Sonne, der unbegrenzten Möglichkeiten: Kalifornien.

Aber irgendwie fühlt es sich hier nicht so an, wie er es sich gedacht hat. Zwar scheint die Sonne, aber die stresst ihn, wenn es zu heiß wird. Er kann manchmal nicht schlafen, wenn seine Gedanken wach bleiben. Dann ist alles zu eng und zu laut. Eine konkrete Lösung für die Zukunft hat er keine, Geld natürlich immer noch nicht.

Auf die Frage, warum er nicht erstmal einen Nebenjob sucht, antwortet er, dass er nicht für jemanden arbeiten will. Er will frei sein. Auf die Frage, warum er nachts keine Ohropax benutzt, wenn es zu laut ist, antwortet er, dass er Ohrstöpsel kacke findet. Er will eben nun mal frei sein! Alleine wohnen, am besten in mehreren Wohnungen in Paris und London. Pat bastelt an seinem Masterplan, kommt aber nicht einen Schritt weiter Richtung Ziel. Er steckt fest.

Freiheit ist was anderes

Pats Beispiel hat mir als Freiheitsfanatiker derartig zu denken gegeben: Auf eine Art kennt es sicher jeder, das Gefühl, in einer kleinen Box zu sitzen. Das Arbeitshamsterrad ist eine bekannte Metapher. Oder du hast dauernd Streit mit deinem Freund oder deiner Freundin. Oder du bist genervt von den Dingen, die sich einfach nicht ändern oder lösen lassen. Es scheint immer und immer dasselbe. Du steckst fest.

Dann kannst du losrennen. So weit, wie du willst. Du kannst vorm Meer stehen oder auf dem Gipfel eines Bergs und mit den Armen wedeln, wenn der Wind um deine Nase bläst. Eine Garantie für das Gefühl von Freiheit ist das nicht.

Pat ist über mehrere Monate hier, hat also viel Zeit und nichts zu tun. Er kann jeden Tag Blödsinn unternehmen (solange es kein Geld kostet), in dieser Stadt ist alles möglich. Macht er aber selten. Er steckt fest wie ein Tiger im Käfig. Neulich hat er sich am Strand mal mit irgendwem bekifft, da fühlte es sich kurz besser an, aber nach dem kurzen Rausch wurden die Gedanken nur noch wacher.

Da kommen wir zum Tequila. Nicht, dass ich was gegen einen Tequilarausch hätte. Pff! Aber für viele ist er genauso wie der Flug nach Kalifornien, ein Joint oder ein Lamborghini (und so!) ein Mittel zum Ablenken. Diese Dinge stehen für Freiheit, werden aber in diesen Fällen ‚missbraucht’, um sich von der Kopfenge freizumachen.

Wenn du dich trotz Meer, Berglandschaft und herrlicher Luft nicht frei fühlst, dann ist doch der Umkehrschluss: Auch wenn’s räumlich oder in der Realität eng wird, kannst du frei sein, oder?

Scheiße ey: Freiheit fängt im Kopf an

Na toll, und was heißt das jetzt? Sagen wir’s mal so, ich vermute, Freiheit kann man lernen, und das ist ein lebenslanger Prozess.

Das klassische Beispiel ist der buddhistische Mönch, der auf kleinstem äußeren Raum lebt, aber im Inneren endlose Weite fühlt. Diese Art von Freiheit kann dir niemand nehmen. Wie du deine eigene Freiheit erreichen kannst, habe ich mal zu recherchieren versucht:

1. Finde deine Optionen und entscheide dich

„Option Array“ haben wir gerade hier auf einem Berg diskutiert (bzw. erfunden), und ich spinne das weiter: Du hast immer eine Wahl. Und zwar mehr als die meisten, sei dir darüber im Klaren. Pat möchte am liebsten viel Geld verdienen, ohne für irgendwen zu arbeiten. Das ist natürlich ein schöner Anspruch, der scheinbar keine Optionen lässt. Aber Pat hat z.B. diese: Entweder, er bleibt stur und lehnt alle Gegenargumente ab ohne Kompromisse. Das ist seine Entscheidung. Oder er schaut nach Alternativen, davon gibt es sicher mehrere.

Sollte er sich für die Sturheit und den vermeintlich komplizierteren, weniger angepassten Weg entscheiden, hat er Optionen, wie er mit den Nachteilen umgeht. Er kann z.B. die ganze Zeit darüber meckern, dass er sich nichts Krasses leisten kann. Auch das ist eine Entscheidung. Oder er kann sich auf die Vorteile konzentrieren. Ein Vorteil ist etwa, dass er jetzt in Los Angeles sitzt und sehr wohl viele Freiheiten hat, und zwar mehr als jemand, der gerade in einem Büro sitzt.

Natürlich kann man das jetzt totdiskutieren, aber die Frage ist: Was willst du glauben? Die Einstellung, die Gedanken, die Antwort auf die Frage „Was mache ich jetzt in diesem Moment und im Rahmen des Möglichen?“ – das alles bietet Optionen.

2. Akzeptiere, was nicht zu ändern ist

Konzentriere dich lieber auf die Möglichkeiten. Es macht einfach keinen Sinn, und sonderlich clever ist es auch nicht, einen dauernden Kampf gegen die Realität zu führen. Pat meint, das würde ihn aber motivieren. Na gut, auch das ist eine Entscheidung. Aber es ist genau jene Entscheidung, die so einengt, weil du immer wieder mit dem Kopf gegen dieselbe Wand rennst. Frag dich wieder: Blickst du auf Hürden aus der Perspektive eines Opfers, oder siehst du sie als Herausforderung und Chance für dein Wachstum? Das Lustige ist, für welchen dieser Gedanken du dich auch immer entscheidest: Du hast Recht!

Oder anders gesagt: Wir verarschen uns eh dauernd selbst, also können wir das auch auf eine angenehmere Weise tun.

3. Strukturiere den Tag

Ein Zeitplan für mehr Freiheit, das klingt nach Gegensatz und kommt natürlich auf die Ausführung an. Typen wie Tim Ferris, Manager und Entrepreneurs nutzen den Tagesplan für mehr Produktivität. Ich sehe diese Routine auch als Tool für innere Freiheit. Denn wenn du nicht nur deine Arbeitsphasen, sondern auch deine Freizeit – eine Stunde an der Playstation, eine Nacht mit Tequila und Party (und so!) – einplanst, bist du dir darüber eher bewusst, dass du die Entscheidung aus freien Stücken triffst.

4. Scheiß auch mal drauf

Ich mit meiner dauernden Selbstoptimierungs-Nummer hab gut Reden. Aber auch ich weiß, da muss eine Balance her. Die Selbstkasteiung, wenn die Performance nicht so läuft wie erwartet, macht das Leben nur enger. Ein Perfektionswahn kann dich so blockieren, dass du am Ende gar nichts mehr wahr machst. Auch die ewige Suche nach Freiheit bewirkt eher das verkrampfte Gegenteil, als wirklich mal loszulassen. Und das Loslassen zu genießen. Schön den Mittelfinger zelebrieren. Deswegen finde ich den Cheat Day (ein Tag, an dem du viel Mist essen kannst) recht sinnvoll: kontrolliertes Loslassen.

5. Sag nein

Oh Mann, da bin ich eine Niete drin. Genau das muss ich üben, gerade hier in Kalifornien: Einfach mal die verdammte Tür zumachen, auch wenn die Jungs ihre fünf Minuten haben und kraaaass nerven („sobald du die Tür schließt, stören wir dich, haha total lustig!“). Jeder hat das Recht zu sagen: Nö, ich kümmere mich um meinen eigenen Mist. Und zwar zu jedem.

6. Mach Sport

Jup, ich komme am Ende immer wieder dahin. Sport hat einen ähnlichen Effekt wie der Tequila (und so!), nur ohne Hangover. Ein Workout, eine Surfstunde, eine Joggingrunde draußen kann deinen Kopf im ‚Akt’ dermaßen komplett frei von Gedanken machen. Mit Sport unternimmst du obendrein etwas Sinnvolles, hast nachhaltig Endorphine im Körper und baust Cortisol (Stresshormone) ab. Ach, ich kann die Vorteile gar nicht aufzählen.

7. Geh raus

Es hat einen Grund, warum man gerade nachts so schön fest stecken, sich in etwas reinsteigern und nicht schlafen kann. In der Ruhe produziert der Kopf seine eigene Realität. Oft wundere ich mich am Tag danach über die nächtliche Synapsen-Schrägnis. Hab ich das wirklich gedacht? Das kann auch tagsüber in unterschiedlichen Schrägnis-Graden passieren. Auch wenn’s schwer fällt, beweg den Arsch und gehe nach draußen. Unter Leute oder in die Natur. Vielleicht begegnest du einer Katze. Ein Lächeln von einem Fremden kann Wunder bewirken.

8. Stell dich

Methoden wie Tequila und Lamborghini und so helfen kurzzeitig, aber nicht nachhaltig. Sie betäuben das Symptom, lösen aber nicht die Ursache. Auf Dauer solltest du dich wohl oder übel den Blockaden und Automatismen und Ängsten stellen. Mit Punkt 1 deine Optionen herausfinden und erweitern. Ohne den Sieg über manche Ängste ist es nicht möglich durchzustarten und Freiheit zu genießen. Mach regelmäßig etwas, was dir Angst bereitet. Verlass die Komfortzone, gehe Risiken ein, sprich mit inspirierenden Leuten.

9. Üben, üben, üben

Ja, du kannst (und solltest) Mindcontrol üben.

Dafür gibt’s natürlich auch Apps, zum Beispiel Headspace soll super sein (danke, Heldling, für den Hinweis).

Setz dich regelmäßg hin und übe dich in Aufmerksamkeit. Das ist sowas wie ein Check-in. Konzentriere dich auf deinen Körper und deinen Atem. Hinterfrage deine Gedanken ganz ehrlich, wenn du merkst, du steckst wieder fest. Ich hab auch ein paar Freunde, die mich ganz gut wieder wach kriegen, wenn mein Headspace gerade implodiert (danke, ihr Helden). Beauftrage doch mal deinen besten Freund als persönlichen Aufwecker! Auch Punkt 8 kannst du regelmäßig üben.

Okay, der nächste Text wird kürzer, promise.

Darüber schreiben wirkt auch, merke ich gerade. Also, ich weiß nicht, was du machst, aber ich jetzt gehe jetzt raus und bin frei und niemand hält mich auf. Yeah und so!

Fotocredit: Johnnys Bird

 

 

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