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Selbstmanagement: Sei derbe produktiv

Sagen wir, du bist Student und schreibst gerade an deiner Bachelorarbeit. In südosttransilvanischer Steinpsychologie (so fühlt es sich zumindest an). Oder du willst dich endlich selbstständig machen, weil du keine Lust mehr auf deinen Chef hast. Oder du bist schon selbständig als professioneller Post-Party-Katerberater.

Was ist allen Beispielen gemein? Egal, welcher von den dreien du bist, der Erfolg in deinem Vorhaben kommt darauf an, ob du diszipliniert genug bist, um deine Sache produktiv und in absehbarer Zeit durchzuziehen. Ja, so ist das: Es liegt nur an dir.

Aber Selbstorganisation ist ein Motherfucker. Am schlimmsten ärgert man sich immer noch über sich selbst. Wenn wir mal ehrlich sind, hängt deine ganze Lebensqualität davon ab, dass du deinen Shit gebacken kriegst.

In einer Zeit, in der mehr Ablenkungsmöglichkeiten vor deiner Nase herumtanzen als je zuvor, ist das gar nicht mal so einfach. Beknackte Prokrastinations-Verführungen, die dich für Stunden durchs Netz scheuchen, und danach bist du zwar außer Atem, hast aber keine Ahnung, was du eigentlich getrieben hast. Kennen wir alle.

Vier Dimensionen für ein ausgefülltes Leben

Oder Klassiker wie: Du hast Hunger auf Gummischlangen, du bist müde, du musst UNBEDINGT aufräumen und dauernd ruft jemand an und erzählt dir was total Wichtiges, was du direkt danach wieder vergisst.

Die Sache ist, dass es grob vier verschiedene Dimensionen gibt, die dein „Sein“ ausmachen: die mentale Dimension (betrifft etwa Karriere, Bildung), die physische Dimension (betrifft den Körper), die emotionale Dimension (betrifft bspw. die Beziehung zu deinen Leuten) und die spirituelle Dimension (betrifft die Sinnhaftigkeit, also dass du das Gefühl hast, du tust auch mal was „Gutes“). Die vierte Ebene ist in dem Fall etwas abgetrennt.

Alle Dimensionen können unabhängig voneinander gelebt werden oder sich überschneiden, aber eins ist klar: Da du ein „holistisches“ Wesen bist, fühlst du dich erst dann ausgefüllt, wenn du an allen Ebenen arbeitest.

Viele Menschen lassen aber die meisten aus und konzentrieren sich etwa nur auf die mentale Ebene. Sie vermuten, beruflicher Erfolg ist der Grundstein für alles. Andere wiederum lenken sich mit der emotionalen Ebene ab und vergessen alles andere.

Die 60-60-30-Solution von Eben Pagan

Zurück zum Selbstmanagement: Wenn du dich zwingst, 12 Stunden lang vorm Rechner zu sitzen, also die mentale Ebene zu bedienen, ist klar, dass daraus nichts werden kann. Deine körperliche und deine emotionale Seite klopfen irgendwann an und nerven und möchten „gefüttert“ werden.

Es gibt da eine Methode, die deinem kleinen Köpfchen erlaubt, alles zu tun, was es möchte: die 60-60-30-Solution, die Personal und Business Coach Eben Pagan bekannt gemacht hat. Die funktioniert so: Du arbeitest zweimal 60 Minuten an jeweils einer Sache, dann machst du 30 Minuten Pause.

Es geht noch weiter: Die zweimal 60 Minuten deines Zyklus sind noch mal aufgeteilt in 50 Minuten Arbeit und 10 Minuten Minipause. Besorg dir einen Timer oder stelle dein Smartphone entsprechend ein. Erst arbeitest du 50 Minuten lang, beantwortest keine privaten E-Mails und auch sonst lenkt dich nichts ab.

Danach folgen 10 Minuten, in denen du dich von deiner Arbeit abstöpselst. Mach dir einen Kaffee, geh raus, meditiere, knutsch deinen Zwerghamster. Das Konzept verordnet diese 10 Minuten, selbst wenn du dich noch gar nicht so fühlst, als brauchtest du eine Pause.

Der totale Flow, verdoppelte Produktivität

Dann läutet dein Timer die zweiten 50 Minuten ein. Zum Abschluss legst du für die nächsten zehn Minuten den Stift weg, beziehungsweise kommt die große Pause von 30 Minuten. In der Zeit, so schlägt die Methode vor, solltest du was (Gesundes) essen, also die physische Ebene bedienen. Du kannst dich sogar mal pennen legen, also alles, was dein Körper gerne hätte.

Diese 2,5 Stunden sind ein Zyklus, und danach beginnt der nächste. Also eigentlich könnte das Konzept auch so heißen: 50-10-50-10-30-Solution.

Das funktioniert. Manchmal ist es fast schwerer, die 10 Minuten Pause durchzuziehen. Aber probier es aus, dein Hirn wird es dir danken, indem es weniger Mist machen will. Der Punkt ist, dass du während der limitierten 50 Minuten in den totalen Flow kommst und fokussierst. In dieser Zeit kannst du deine Produktivität verdoppeln. Abgesehen davon macht Arbeiten viel mehr Spaß, wenn du dich so richtig in einem Thema wälzen kannst, ohne dass dauernd irgendwas dazwischenfunkt.

Und um nochmal auf die drei bzw. vier Dimensionen oben zurückzukommen: vor dem Bettgang – also direkt nach dem Sandmännchen kannst – du dich immer mal fragen, welche der Dimensionen du heute gefüttert hast. Und welcher du mehr noch Aufmerksamkeit möchtest. Und schon ist das Leben reicher und schöner, du Supermensch.

Fotocredit: Lastnightsparty

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