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Scheiß drauf: 6 Tipps, wie du mit Hatern dealst

Wenn mich einer dumm anmacht, dämliche Gerüchte über mich verbreitet oder gar kritisiert, dann gibt’s erstmal eine auf die Zwölf. Okay, nein, natürlich nicht, ich bin ein sehr friedvolles Wesen, hab alle lieb und sehe überall nur rosa Matsche. Na gut, beides trifft nicht zu. Aber was soll ich tun, wenn Menschen über mich urteilen? Ich lass sowas oft viel zu nah an mich heran.

Ich bin ein digitaler Bohème und Freidenker, dem Geld recht Wurst mit Soße ist. Ich wohne in Frankfurt, einer schnieken Geldstadt. Ich geb’s zu, ich fühle hier von nicht assimiliert bis hin zu fucking fremd. Und klar frage ich mich oft: Kinder, was sollen die Leute denken? Finden sie vielleicht, ich solle mal besser Ritalin essen oder in die Selbsthilfegruppe der anonymen Schrägdenker gehen?

Es gibt unzählige solcher Situationen. Da ist ein Hater, der auf deinem Blog ekelhafte Kommentare über dich ablässt. Bodyshaming als der Netztrend schlechthin: Iiih, ist der dünn / fett / hässlich / hier bitte ein Wort deiner Wahl einsetzen. Oder du hast tierische Angst, dass du bei deinem Vortrag in der Uni vor allen anderen abkackst.

Hier ein paar Möglichkeiten, wie du mit Hatern (oder gefühlten Hatern) umgehst und auch noch Vorteile daraus ziehst.

1.            Urteilen die anderen wirklich über dich, oder denkst du das nur?

Schlechtes Gewissen ist so eine Sache: Wenn du Scheiße gebaut hast, dann gehst du direkt davon aus, dass andere scheiße über dich denken. Oft denken die aber gar nicht, denn – sorry – aber so wichtig bist du meist gar nicht. Oder sie urteilen nicht so hart über dich wie du selbst über dich urteilst. Byron Katie hat eine Methode The Work entwickelt, in der sie ihre Klienten dazu bringt, ihre negativen Gedanken zu hinterfragen und umzudrehen, den Blickwinkel zu wechseln. Wenn du das tust, entlarvst du dich selbst dabei, dass meist nicht die anderen mies zu dir sind, sondern dass du selbst mies zu dir (und zu anderen) bist. Insofern kannst du in Situationen, in denen du dich angegriffen fühlst, über dich selbst lernen und dich weiterentwickeln.

Ach, und manchmal ist es auch nur das klassische Stillepost-Phänomen: Da hörst du von jemandem, dass der Bruder, dass die Mudder, und noch über den obligatorischen Hamster, dass dein Nachbar krass über dich hergezogen ist. Stimmt meistens nicht! Quatscht lieber Face to Face als über zehntausend Zwischenstationen.

2            Wenn die ominösen anderen nun wirklich über dich urteilen: Warum tun sie das?

Es gibt nicht so coole Gründe für die Haterei: In digitalen Zeiten ist Neid ein großer Faktor, wie Studien zeigen. Oder ist es Schwäche, Schmerz? Schlechtes Selbstbewusstsein? Keine schönen Emotionen. Mach bloß nicht mit bei der Keiferei. Auch ich würde die High Five auf die Zwölf manchmal gerne umsetzen, aber die Frage ist: Wer hat was davon, wenn du Stress mit Leuten hast? Ein Hater geht sich selbst noch am meisten auf den Zeiger. Wenn du zurückhatest, dann bist du nicht besser und die Sache schaukelt sich hoch. Unterbrich den Kreislauf, indem du nicht auf den Zirkus einsteigst.

3            Gewöhne dir selbst das Urteilen ab.

Du wirst merken, es geht dir viel besser, wenn du selbst die Lästerei und Urteilerei lässt. Gestehe den Menschen ihre Freiheit zu, mitsamt ihrer vermeintlichen Fehler zu sein. Überprüfe dich immer wieder und deine Gedanken. Und irgendwann bist du einfach raus, wenn du hörst, wie andere über jemanden herziehen. Du wirst dastehen und zuhören und nur noch den Kopf schütteln: „Was labern die?“ DAS ist wirkliche Freiheit. Und dann bist du für andere auch nicht mehr so angreifbar.

3            Ist es Haten oder konstruktive Kritik?

Klar, der Ton macht die Musik, und es ist menschlich, erstmal auf Abwehr-Modus zu schalten, wenn einer über dich urteilt. Aber wehr dich nicht, sondern überleg dir, ist doch was dran an der Aussage? Neulich hat mir jemand gesagt, ich sei kompliziert. Das hat mich überrascht und genervt, denn ich hab keinen Bock, kompliziert zu sein. Und genau deswegen muss ich mir das jetzt noch mal in Ruhe anhören und herausfinden, was da dran ist und wie ich daran arbeiten kann. Dies ist eine Nachricht an dich, meine Kritikerin: Das Gespräch steht noch aus!

4            Pffffick die sinnlosen Hater, du musst nicht perfekt sein.

Es ist nun mal so: Der Mensch ist nicht gerade einer der Cleversten. Er urteilt, das ist scheinbar in der DNA. Und wenn du dich nicht versteckst, sondern da rausgehst und dich zeigst, wird es IMMER Lästerei geben. Das geht gar nicht anders, Gott, wie oft wurde ich schon wegen meiner Projekte, Texte und Liebe zum Fäkalwort angekackt. Scheiß drauf. 🙂 Es ist nicht dein Job, alle zu Bewunderungs-Attacken dir gegenüber zu animieren. Geht auch gar nicht. Wenn du mit einer Erbse-Durch-Nase-Lach-Nummer auftreten willst, dann musst du nicht warten auf den dubiosen Moment, in dem du endlich perfekt bist. Dann kannste ewig warten. Perfekt ist das Leuchten in den Augen. Das Glücklichsein, Mut haben und Bock haben auf imperfekte Abenteuer.

5            Manchmal musst du doch gehen.

Zugegeben, manche Menschen mit ihrer negativen Scheiße sind dann doch zu toxisch für dich. Wenn du übelst im Job gemobbt wirst, oder wenn deine Freundin sich so im destruktiven Mist verheddert, dann kannst du nur noch auf eins hören: auf dein Gefühl. Und dich fragen, ob du noch glücklich bist oder ob dich das zum Großteil runterzieht. Dann geh wenigstens auf etwas Abstand.

6            Sieh auch die positiven Urteile.

Das hab ich in einem anderen Text schon geschrieben: Manche neigen dazu, dem negativen Urteil viel mehr Gewicht zu geben als dem positiven. Das ist schlichtweg unkonsequent und Selbstverarsche.

Hach, und manchmal ist es so wundervoll, sich eine Pause von dem menschlichen Drama zu gönnen, in die Natur zu gehen und den Rüssel in die Blüten zu stecken. Die Natur urteilt nämlich gar nicht. Kluge brave Natur.

Ein schönes Wochenende, ihr Bienchen.

Bildcredit: Merlin Bronques

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