Ohne Moss nix los – und wie viel sparst du?

Geburtstagsgeld von den Eltern, ein Geldgeschenk zu Weihnachten von der Oma und zu Ostern die kleine Finanzspritze vom Lieblingsonkel – alles landet brav auf dem guten alten Sparbuch. Wie lange ist diese Praxis bitteschön her? Seit die Europäische Zentralbank den Leitzins auf null gesenkt hat, denkt jedenfalls beim Thema „Geld zur Seite legen“ kaum mehr jemand an traditionelle Sparformen wie Sparbuch oder Sparkonto. Risikoreichere Alternativen wie Aktien oder Sparfonds kommen für viele sicherheitsliebende Verbraucher allerdings auch nicht in Frage. Sparen die Menschen hierzulande denn überhaupt noch? Und wenn ja, wofür eigentlich?

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In 30 oder 40 Jahren werde ich … finanzielle Sorgen haben?

„Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?“, bekommt man in fast jedem Vorstellungsgespräch zu hören. Wenn es um die private Altersvorsorge geht, muss man aber oft überlegen, wie es 30 oder 40 Jahre später aussehen soll. Wer früh genug mit dem Sparen für das Alter anfängt, hat im Ruhestand bekanntlich mehr Geld – was auch einem großen Teil der Deutschen bewusst zu sein scheint. So lässt sich einem Artikel der Naspa entnehmen, dass bereits ein Drittel der Jugendlichen hierzulande fürs Alter vorsorgt. Und einer aktuellen Umfrage des Verbands der Bausparkassen zufolge legen insgesamt rund 52 Prozent der Sparer Geld für das Alter zurück. Rund 51 Prozent wollen dagegen nicht Jahrzehnte lang warten, um von dem extra Euro zu profitieren. Sie sparen lieber für Konsumgüter und langfristige Anschaffungen wie Smartphone, Waschmaschine oder Auto.

Leb, so wie du dich fühlst – doch vergiss nicht, zu sparen!

Trotz Niedrigzins wird also weiterhin gespart – so weit, so gut. Schaut man sich allerdings eine vergleichbare Umfrage aus dem Sommer 2017 an, merkt man schnell, dass die Sparbereitschaft hinsichtlich der Altersvorsorge um 6 Prozent und bei Konsumgütern und langfristigen Anschaffungen um 3 Prozent zurückgegangen ist. Immerhin haben 24 Prozent der Menschen hierzulande „Kapitalanlagen“ als Sparmotiv. Und wie schaut es mit dem Notgroschen für finanziell schwierige Zeiten aus? Darüber scheinen sich offenbar nur wenige Bürger Sorgen zu machen. Gerade einmal 5 Prozent legen für diesen Zweck Geld zurück.


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Mit dem Ersparten den Lebensunterhalt finanzieren – ob das gut geht?

Solange man regelmäßig sein Gehalt bekommt, dürfte die eigene Finanzwelt auch noch in Ordnung sein. Was wäre aber, wenn man plötzlich auf jegliches Einkommen aus Job, Sozialtransfer oder Rente verzichten müsste? Dann hätte vermutlich so manch einer ein großes finanzielles Problem. Dem Verteilungsbericht des gewerkschaftsnahen WSI-Instituts zufolge könnten knapp 30 Prozent der Bürger die entstandene finanzielle Lücke nur maximal wenige Wochen oder Monate mit ihrem Erspartem überbrücken – und das trotz geringer Konsumausgaben. Bei lediglich 20 Prozent der Befragten würde der Notgroschen immerhin für höchstens zwei Jahre ausreichen.

Da könnte man sich glatt überlegen, weihnachtliche Geldgeschenke doch auf ein extra Sparkonto zu legen. Auch wenn es sich dort kaum vermehren dürfte (aufgrund des Niedrigzinses) hat man zumindest ein kleines Polster für die schlechten Zeiten.

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