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Die letzten Nomaden Afrikas: Mario Gerth’s „Söhne des Windes“

Im Jahr 2004 packte ihn das Reisefieber. Er musste sich lösen, lösen von allem, das ihn irgendwie einengte, so stieg er auf sein Fahrrad und bahnte sich einen Weg in Richtung Freiheit. Es war der Startschuss für ein neues Leben, das Mario Gerth vorallem lehren sollte, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Der mittlerweile 39-jährige war inzwischen in mehr als 80 Ländern auf fünf Kontinenten zu Gast. Dort wurde er Zeuge von Bürgerkrieg, Armut, Gewalt und Diktatur – vorallem aber von der stolzen Anmut und Selbstgenügsamkeit, in der die letzten Nomaden Afrikas noch heute ein harmonisches Leben im Einklang mit der Natur führen.
Sein Langzeitfotoprojekt „Söhne des Windes“ spiegelt wieder, wie etliche Generationen eine befremdende Ästhetik entstehen lassen haben, die durch den rohen Willen der Natur geschliffen wurde. Wüsten, Dschungel und Savannen haben den Menschen Würde und Eleganz in ihre Gesichter vererbt. Geleitet von Riten, Zyklen und Sagen wird ein traditioneller Lebensweg fortgesetzt, der für den Großteil der heutigen Zivilisation unvorstellbar ist. Es ist genau dieses pure Leben, diese kulturelle Erhabenheit und Seelenstärke, die Mario Gerth’s Faszination geweckt hat:

„Die Nomaden und Halbnomaden Afrikas leben noch heute unsere Vergangenheit – ein selbstgenügsames, elementares und zufriedenes Leben. Es gibt keinen anderen Platz, der in aller Gänze aus der Zeit gefallen und wo das Wesentliche so deutlich wirkt. Der Horizont ist ihr Zuhause. Sie sind die Kinder der Sonne. Und sie sind die Söhne des Windes.“

Um die unverwechselbare Natürlichkeit und wunderschöne Wildheit dieser Nomadenvölker zu dokumentieren, ist Gerth jahrelang durch Afrika gereist, legte dabei unglaubliche Strecken mit dem Fahrrad zurück, wanderte Hunderte von Kilometern zu Fuß, reiste per Boot oder Jeep in alle vier Himmelsrichtungen. Einen besonders beeindruckenden Stamm fand er dabei im Südwesten von Äthiopien, das Volk der Surma. Die Menschen dort verstehen sich als Teil der Natur – Männer bemalen sich gemeinsam mit Kalk und Ton am Fluss, Frauen schmücken sich üppig mit Blumen, Blättern und Holz.

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Mario Gerth wird in den Dörfern offen willkommen geheißen. Die ersten Tage erzählt er den Bewohnern bei gemeinsamen Teerunden wo er herkommt und was er vorhat, sobald dann die beidseitige Vertrauensbasis erreicht wird, bittet er die elegantesten Symbiosen von Mensch und Natur in seine Blackbox, um sie zu portraitieren.
Diese Fotografie ist eine Hommage an das Afrikanische Volk. Sie sind zu Gerth’s Leidenschaft geworden, der er jährlich aufs Neue nachgeht. In Deutschland arbeitet er nicht als Fotograf, sondern als Bezirksleiter der Bausparkasse Schwäbisch Hall in Erfurt. Damit verdient er monatelang sein Geld, um dann wieder nach Afrika zu reisen und dort Menschen zu fotografieren, die in ihrer ungezügelten Lebendigkeit noch nie von so etwas wie einem Bausparvertrag gehört haben.
Die komplette Sammlung gibt es hier zu sehen.

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Fotos:
www.boredpanda.com

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