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Generation: Maybe you should go fuck yourself

Ich bin mal nichts ahnend in mein Lieblingscafé gegangen und habe mir, wie üblich, meinen extra großen Americano mit Milch bestellt, als mich plötzlich ein dicker, großer Mittelfinger auf einem Buchrücken anlächelte. Kein Scherz. Visuelles Marketing: top. Es hatte funktioniert – ich konnte meine Augen einfach nicht mehr davon losreißen. Der Titel des Buches, das ich mir sofort schwarz unterm Tresen für einen Zwanni gekauft hatte: ,,Maybe you should go fuck yourself.“ Wie ansprechend, dachte ich mir und begann in dem Buch zu versinken. Für drei Tage gab es nur Saskia und das Buch. Wir haben eine Symbiose entwickelt, ich konnte und wollte es partout nicht aus der Hand legen.

Der Guide zu unserer Generation Maybe

Maybe you should go fuck yourself ist ein Buchprojekt von Johanna Dreyer und Katharina Weiß. Das Buch enthält eigens verfasste Texte, Essays von Außenstehenden, Interviews, Fotografien, Illustrationen und Infografiken. Im Interview wurden unter anderem drei meiner Helden befragt: Oliver Jeges, Wolfgang Gründinger und Jan Böhmenmann. Oliver Jeges war mit einem höchst umstrittenen Artikel für den Spiegel mehr oder minder Auslöser dieses Projektes. Jeges verpasste uns 20-35-jährigen ein Etikett: Generation Maybe. Wie der Name verrät, zeichnet unsere Generation aus, dass sie sich auf gar keinen Fall festlegen will. Am liebsten halten wir uns alle Optionen bis zuletzt offen. Wir wollen uns nur ungern festnageln lassen und sind ständig auf der Suche. Hauptsache schöner, besser, toller, noch weiter, noch höher.

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Bild: http://maybeyoushouldgofuckyourself.de

In Punkto ‚festlegen‘ kann ich meinem Vorredner auf jeden Fall zustimmen. Ich weiß zum Beispiel, dass Männer überall schwierig sind, aber hier in Berlin erlebe ich jedes Mal aufs Neue einen ’no commitment-Lifestyle‘. Nur nicht festlegen, alle Optionen offen halten, morgen kommt bestimmt eine bessere und schönere. Aber nicht nur in Beziehungen mutiert die Gesellschaft zu Maybes, auch im Berufsleben. Wir haben den Luxus, zu wählen und dieser Drang um jeden Preis glücklich zu sein, macht uns unglücklich.

Wer wissen will, wo der Hund begraben liegt, dem kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Es klingt jetzt auch erstmal alles dramatischer und negativer, als es eigentlich ist. Es geht viel mehr um unseren Zeitgeist, Reflexion und Akzeptanz.

Kaufen könnt ihr das Buch hier, oder wer in Berlin wohnt im Café Nothaft Seidel an der Sonnenallee.

 

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