fbpx
 

„Earthships“ – Der Traum vom Leben in Selbstversorgung

Wieso bauen wir Häuser aus Bäumen, wenn wir sie doch schützen wollen? Wieso zahlen wir Geld für Elektrizität, Wasser und Wärme, wenn wir diese Energie auch aus Wind, Regen und Sonne gewinnen können? Diese Fragen hat sich auch der amerikanische Architekt Michael Reynolds gestellt, nachdem er 1972 seinen Abschluss machte.

Stell dir vor, du könntest dir dein eigenes Haus bauen. Irgendwo abseits der Stadt, wo es dir gefällt. Du benötigst dazu keine teuren Baumittel, du nimmst stattdessen Erde und Müll. Den will doch eh jeder loswerden. Du lebst dort mit deinen Pflanzen, die dir nicht nur die Luft, sondern auch dein Wasser reinigen und außerdem eine zuverlässige Nahrungsquelle bilden. Du lebst dort sehr bewusst. Deine Wahrnehmung gilt vorallem der Natur, dem Wetter. Du bist auf keine Infrastruktur angewiesen, denn du hast ja alles bei dir, was du brauchst.

Reynolds hat genau das gemacht. Aus natürlichen und recycelten Materalien hat er passiv solare Heime in New Mexico gebaut, die auf dem Prinzip der völligen Autarkie basieren. Er gründete die Firma Earthship Biotecture, die sich vollkommen auf den Bau und die Planung solcher Gebäude spezialisierte und sich durch die wachsende gesellschaftliche Sensibilität für Klimaschutz und nachhaltige Baumethoden über die Staaten hinaus etablierte. Auch in Deutschland hat das Konzept angefangen Fuß zu fassen, so wird seit September diesen Jahres das erste „Earthship“ am Schloss Tempelhof gebaut, einer Gemeinschaft im Landkreis Schwäbisch Hall.

Das Konzept klingt so selbstverständlich – wieso hat der Mensch sich überhaupt all die anderen komplizierten und verschwenderischen Systeme ausgedacht? Tagtäglich werden in aufwändigen Verfahren Stoffe hergestellt, die im Prinzip vom Himmel fallen. Wir fangen sie nur nicht auf. Dabei formen die Phänomene unseres Planeten unvergleichliche Ressourcen, die unsere Bedürfnisse erfüllen, ohne der Umwelt zu schaden.

„Earthships“ bestehen für gewöhnlich aus robusten Ost- Nord- und Westwänden, die aus Zivilisationsabfällen und komprimierter Erde erstellt werden, und als thermischer Speicher für die an der gläsernen Südfront entstehenden Solarwärme funktionieren. Durch Masse wird geheizt, durch natürliche Luftzirkulation gekühlt. Wir brauchen keine Heizung und auch keine Klimaanlage. Auf der Dachfläche wird Regenwasser, Schnee und Tau gesammelt und durch einen Kiesfilter in meist unterirdische Zisternen geleitet. Das Wasser wird dann mehrmals verwendet, weshalb diese Art von Versorgung auch in Gebieten mit wenig Niederschlag möglich ist. Das gefilterte Wasser wird zunächst als Trink- oder Spülwasser verwendet. Das Grauwasser wird dann für das sich im Haus befindliche Pflanzbeet weiterverwendet und dadurch auch gesäubert. Aufbereitet nutzt es noch der WC Spülung, wird dann nach Außen in eine isolierte Klärgrube geleitet, von anaeroben Bakterien zersetzt und anschließend noch in einer Pflanzenkläranlage gereinigt, um Zierpflanzen oder Obstbäume bewässern zu können. Elektrische Energie wird durch Photovoltaik oder Kleinwindkraft erzeugt. Dabei wird der Strom in Batterien gespeichert, weiter verteilt und bei Bedarf in Wechselstrom umgewandelt. Es ist ein System, das logischer kaum sein könnte…

Foto:
www.welt.de

Hat euch dieser Artikel gefallen?
Schreibt uns doch mal eure Meinung als Kommentar – und wenn ihr grade dabei seid, folgt uns auch gleich auf Facebook, Twitter, Instagram, google+ und tumblr!

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites