fbpx

BIGMaa. – Berner Rap auf Schwyzerdütsch

[Article in English @ Vagabundler: Rapper BIGMaa.]

Halb Gangster, halb Jogging-Hosen-Held. BIGMaa. verbindet beides und rappt zu musikalischen Mischungen aus verschiedenen Elektro- und Rap-Subgenres. „BIGMaa.“ bedeutet im Grunde „Großer Mann“, eine Mischung aus Englischem und dem schweizerdeutschen Wort für Mann. Groß ist der Herr in der Tat und er rappt auf Schweizerdeutsch. Mal lustig, mal provokant, mal albern und oft auch kritisch. Im Laufe der letzten Jahre hat der wortgewandte Musiker einige Werke veröffentlicht, die in Berner Studios oder während seinen vielen Auslandsaufenthalten entstanden sind. „De Boca A River“ wurde in Buenos Aires aufgenommen und bringt spanische Einflüsse in die Beats, bei „Nom de Dieu“ wird mit französischen Phrasen gespielt.

Die kreativen und witzigen Videos zu seinen Tracks macht BIGMaa. mit seinen Kollegen selbst, immer mit dabei der rosa Pimp-Daunen-Mantel, der mittlerweile schon zu einer Art Markenzeichen geworden ist. Insgesamt kommt die Farbe Rosa bei BIGMaa. recht oft vor. Gerne schlüpft er auch in weitere Rollen, zusätzliche Stilfiguren, in die sich der Künstler noch verwandeln kann, wie beispielsweise in Breitsch Biggie oder Yung Lötscher, eine spaßig-provozierende Anekdote an die Jugendjahre des berühmten schweizer Schriftstellers Hugo Loetscher. Der leidenschaftliche Texter entwickelt seine Lyrics entlang eines assoziativen, roten Fadens und das Lokale und Globale inspirieren ihn dabei gleichermaßen. Seine Songs erzählen vom Leben im urbanen Mikrokosmos, von seiner spätpubertären Generation und von den Interferenzen mit dem vorstädtischen Lowlife, seinem natürlichen Habitat – „Sharks-Style“ halt.

Im November 2017 ist sein Debutalbum «$chlimm $chlächt» erschienen, auf dem die düstere Stimmung der BIGMaa-Lyrics auf melancholisch-schleppende und basslastige Beats von Kollapsar treffen, einem Schlafzimmerproduzenten aus der schweizer Stadt Biel. Vor kurzem ist das Doppel-Mixtape „Nom de Dieu“ erschienen, ganz nach dem Motto „State of Mindfuck“. Das zweiteilige Werk bewegt sich musikalisch zwischen 90ies Boombap- Shizzle und wolkigem New School-Vibe mit nachdenklich machenden bis zum Lachen bringenden selbstgeschriebenen Texten.

Im Artikel findet ihr die Tracks und Videos von BIGMaa. , seine Songs stehen auf der Webseite zum freien Download zur Verfügung. Wir haben uns mit dem Rapper in einem Skype Interview über seine Musik und seine Projekte unterhalten. Den Mitschnitt findet ihr hier,  außerdem verschriftlichte Passagen des Gesprächs im Folgenden.

Was heißt eigentlich „BIGMaa.“?

Das heißt eigentlich „Großer Mann“. Eine Mischung aus Englisch und Schweizerdeutsch. Lustig ist auch, wie ich zu dem Namen gekommen bin. Ich hab’ einen Kumpel, der macht einmal im Monat eine Sendung bei Radio Stadtfilter. Das ist ein Alternativradio aus Winterthur in der Schweiz. Da war ich ab und zu als Gast zu Besuch, mehr oder weniger um selber aufzulegen. Und als ich das erste Mal dort war, hat er mich spontan unter dem Namen angekündigt. Wie er genau darauf gekommen ist, weiß ich nicht – aufgrund meiner Statur sicherlich. Und irgendwie hat mir das gefallen, darum hab’ ich das später gleich als Künstlername für mein Rap-Projekt übernommen.

Seit wann machst du Musik, wann hast du mit dem Rappen angefangen?

So ernsthaft zu rappen, das ist eigentlich noch gar nicht so lange her. Das ist vielleicht erst so seit sechs oder sieben Jahren. Ich bin ja jetzt auch schon ein bisschen älter. Von dem her hab’ ich relativ spät angefangen, aber ich hab mich eigentlich schon immer stark für Rap- und Hip-Hop-Musik interessiert. Ich hab’ auch früher schon mal, so mit 20, erste Texte geschrieben und ausprobiert. Aber so richtig angefangen aufzunehmen und wirklich richtige Songs zu schreiben, das kam sehr viel später. Das war so 2013 oder 2012, da herum hab’ ich so richtig angefangen.

Du hast auch schon vier CDs raus gebracht. Als erstes De Boca A River, also auch wieder ein Spiel mit den Sprachen.

Ja genau, das war 2015. Da hab’ ich mein erstes Mixtape releast. Es ist eigentlich eine Anspielung. Also das komplette Mixtape hab’ ich in Buenos Aires, Argentinien, aufgenommen, dort hab’ ich damals ein Jahr gelebt. Und in dieser Zeit ist auch dieses Mixtape entstanden. Ich hab’ da Leute kennen gelernt, die selbst Musik machen. Zwar eher Rock-Musik als Rap-Musik, aber es gab die Möglichkeit, dass ich mit denen zusammen was aufnehmen könnte. Boca und River sind wiederum zwei Fußballclubs, und zwar die größten Clubs aus Buenos Aires, die größten innerhalb von Argentinien und auch die bekanntesten über die Landesgrenzen hinaus. Ja, der Mixtape-Titel sollte auch ein Wortspiel sein bzw. eine Metapher, weil Boca steht eher für die soziale Unterschicht, für die ärmeren Leute aus Buenos Aires und Argentinien. Und River ist eher so der Club der Millionäre, das Stadion liegt in einem der wohlhabendsten Viertel in Buenos Aires. Und De Boca A River soll die komplette Palette von unten bis oben zeigen. Auch die Gegensätze. Die Songs auf diesem Mixtape sind eigentlich sehr traditionell hiphop-mäßig. Ich hab’ damals mit Beats gearbeitet, die ich gepickt von anderen Alben gepickt habe, die ich bereits besaß. Ich hab’ das damals recht amateurhaft gemacht, so im Mixtape-Style mit relativ bekannten Beats.

Ach so, da ist jetzt kein Sprachgesang von dir dabei? Oder von den anderen auf Spanisch?

Doch, doch, die Texte und die Stimme, das ist schon von mir. Aber die Beats nicht. Die Texte sind ja hauptsächlich auf Schweizerdeutsch. Aber es gab auch einen Song, der letztlich auf Spanisch war. Die Leute haben mir insbesondere das Home Studio zur Verfügung gestellt. Der eine ist Percussionist, der hat zusätzlich Drums eingespielt. Ein anderer, der in einer Band Gitarre spielt und singt, der hat beim einen Song ein Gitarrenriff beigesteuert. Die Zusammenarbeit war mehr auf dieser Ebene.

Dann kam als nächster Release dann „$chlimm $chlächt“, das war dann quasi das erste Album?

Ja, genau. Diesen Release hab’ ich dann Album genannt, weil ich das Gefühl hatte, da steckt ein bisschen mehr Arbeit dahinter. Auch ein bisschen mehr Überlegungen. Und das hab’ ich dann komplett zusammen mit einem Kumpel in der Schweiz gemacht. Ich kam zurück nach Bern und hatte weiterhin Lust, Musik zu machen und wollte das auch intensiver tun. Der Kumpel hat schon länger elektronische Musik produziert. Ich war mal an einem Auftritt von ihm, das hat mir damals ziemlich gut gefallen, was er macht. Und ich hatte danach die Idee, dass diese elektronischen Beats, die er produziert hat, auch für Rap-Musik taugen würden. Klar, man musste noch gewisse Sachen anpassen. Auf jeden Fall konnte ich ihn dann überzeugen, dass wir gemeinsam arbeiten. Das war ziemlich spannend, weil er bis dahin relativ wenige Überschneidungen mit Rap-Musik hatte. Darum musste ich ihn zuerst an meine Musik heranführen und ihm immer wieder neue Songs zeigen, neue Untertypen von Rap, damit er eine Ahnung bekam, was es da alles gibt. Also die verschiedenen Stilrichtungen, die es innerhalb von Rap gibt. So haben wir uns Stück für Stück aneinander angenähert und dann auch nach und nach unseren eigenen Sound gefunden. Schliesslich haben wir zusammen elf Tracks aufgenommen und auf das Album „$chlimm $chlächt“ gepackt.

Sehr cool, dann kam hier dann vor Kurzem, also 2019 dann Part I und Part II von „Nom de Dieu“. Französisch jetzt also auch noch.

Ja genau, der Titel ist Französisch. Das heißt „In Gottes Namen“. Man benutzt das auch öfter im Schweizerdeutschen, also gerade in meinem Dialekt, dem Berndeutsch. Bern liegt relativ nahe an der französischsprachigen Schweiz und gerade viele ältere Leute wie beispielsweise meine Großmutter, die haben viele solche französischen Ausdrücke in ihrem Wortschatz. Ich finde «Nom de Dieu» einfach ein schönes Wort. Darum hab’ ich auch einen Song und letztlich auch das Mixtape, oder das Doppel-Mixtape, so benannt.

Auf deiner Webseite steht ja „Yung BIGMaa.“. Was bedeutet das „Yung“?

Der Name BIGMaa. war auf verschiedenen Plattformen schon vergeben, weil es einen südkoreanischen Beatboxer gibt, der denselben Namen oder einen ähnlichen verwendet. Darum musste ich was anders nehmen und da bin ich auf dieses «Yung» gestoßen, weil das damals gerade in war, sich so ein Lil, Y(o)ung oder sowas ähnliches vor den Namen zu setzen. Ist aber auch irgendwie lustig, weil das damals schon overkilled war und das jeder machte. Da fand ich’s lustig, das gerade extra zu verwenden. Lustig ist es aber auch, weil ich selbst ja gar nicht mehr so jung bin, verglichen mit den meisten anderen Rappern. Bei Facebook habe ich das dann als erstes verwendet und habe das später bei allen anderen Plattformen, wie z.B. der Homepage, ebenfalls übernommen. Das war im Nachhinein vielleicht nicht so clever, weil es immer wieder Missverständnisse gibt. Wie man das genau schreibt und sowas. Ja, also war vielleicht marketingtechnisch nicht der beste Move, aber ich bleib’ dabei.

Auf deiner Seite steht: «BIGMaa. ist Yung Lötscher». Also das ist dann auch so eine Art Synonym für dich selbst? Ein Second Name?

Ja, genau. Ich hab’ auch noch andere Pseudonyme, zum Beispiel Breitsch Biggie. „Breitsch“ ist übrigens die lokale Bezeichnung des Berner Viertels Breitenrain, wo ich wohne. Ich spiele gerne mit den verschiedenen Namen. Bei «Yung Lötscher», da ging es eben auch darum, eine Parallele zu diesem Schweizer Autor Hugo Loetscher zu ziehen. Ich hatte die Idee, dass ich zu BIGMaa. eine weitere Kunstfigur schaffe, die in etwa dem jungen Loetscher entspricht. Einer der größten Schweizer Literaten aus dem letzten Jahrhundert. Er ist erst kürzlich verstorben. Ich hab’ zwischen seinen und meinen Texten gewisse Parallelen gesehen, aber es ist auch Provokation. Weil mich kennt ja keiner und Loetscher war schon ein Großer. Wobei in der Schweiz, glaub’ ich, eher unterschätzt. Ich fand es vor allem aber auch lustig, den Namen zu verwenden. Weil meine Frau, die organisiert jedes Jahr ein Literaturfestival mit und die Leute von da, die verehren den Hugo Loetscher und finden das ein bisschen arrogant, dass ich mich mit dem vergleiche.

Sind deine Texte nur auf Schwyzerdütsch oder benutzt du auch andere Sprachen?

Schwerpunktmäßig sind die schon Schweizerdeutsch, wobei ich natürlich auch immer wieder Wörter aus anderen Sprachen einfließen lasse. Das hängt mit meiner persönlichen Biografie zusammen. Dadurch, dass ich schon mehrmals im spanischsprachigen Raum gelebt habe und Freunde habe, die Spanisch sprechen. Da lasse ich dann immer wieder spanische Wörter einfließen. Wie beispielsweiße auf dem aktuellen Mixtape, im Track «Rosa». Dazu gibt es auch einen einfachen Videoclip. Da hab’ ich versucht, einen Misch aus Schweizerdeutsch und typischen Ausdrücken aus dem Dialekt, den man in Buenos Aires spricht, zu machen – mit dem Lunfardo. Und auf dem aktuellen Mixtape «Nom de Dieu» hat es einen gleichnamigen Song, in dem hab’ ich wiederum mit französischen Wörtern gearbeitet. Also mit französischen Wörtern, die man auch im Schweizerdeutschen oder in meinem Dialekt, dem Berndeutschen, oft verwendet. Ich mache halt gerne das Spiel mit der Sprache, vor allem auch mit Fremdsprachen. Klar, sind auch die gängigen Anglizismen drin. Auch solche, die im Hip-Hop-Kontext typisch sind.

 Sprichst du nur oder hast du auch melodische Parts, also singst du auch?

Ich versuche schon ein bisschen Melodie in meine Raps rein zu bringen, vor allem in den Hooks. Aber ich würde jetzt nicht sagen, dass ich wirklich singe. In den Hooks geht das manchmal vielleicht so ein bisschen Richtung Singsang. Wobei mir von Leuten auch schon gesagt wurde, dass ihnen die Musik gefallen würde, weil ich eine melodiöse Art zu rappen hätte. Was auch immer das heißen soll. Aber richtig singen tu ich eigentlich nicht.

Deine Texte handeln vom Alltagsgeschehen, was dich den Tag über beschäftigt, dann aber auch über die Musik an und für sich. Du hast aber auch Songs, in denen du Kritik übst. Wie würdest du deine Inhalte beschreiben, oder die Themen, mit denen du dich auseinandersetzt?

Auf dem Album „$chlimm $chlächt“, da hat es beispielsweise relativ viele gesellschaftskritische Songs und Texte draufgehabt. Das heisst systemkritische oder kapitalismuskritische Texte, da waren relativ viele Songs, die durchaus politisch waren, würde ich sagen. Auf meinem aktuellen Mixtape hingegen, da ging es mehr um die Vielfalt der Musik. Ich hab’ das Mixtape darum auch in zwei Teile geteilt, weil es musikalisch grob in zwei Richtungen geht. Einerseits in die Richtung der 90er Jahre mit diesen klassischen Boombap New York Beats und andererseits in die moderne Richtung, also mehr Trap Beats oder trap-artige Beats. So vielfältig wie das Mixtape musikalisch herauskam, so vielfältig sind auch die darauf behandelten Themen. Es gibt beispielsweise die typischen Representer-Tracks, wo es um Hip Hop-Referenzen geht und um Battle Rap, sowas wie Kool Savas vielleicht. Dann sind aber auch lustige Tracks drauf wie beispielsweise der Song «Trainerhose». Zumindest soll der lustig gemeint sein, ich weiß nicht, ob die Leute das auch lustig finden. Aber da geht es eben einfach um Jogginghosen und meine Affinität dazu, weil ich sehr gerne damit herumlaufe. Es sind auch viele melancholische Tracks dabei, einige nachdenklich, wie die Tracks «Vogesen» oder «Nom de Dieu». Ich hab’ auch viele Texte, die nicht linear geschrieben wurden. Bei denen bin ich meistens von einem Wort, einem Satz oder irgendeiner Formulierung ausgegangen, die ich cool finde, die mich anspricht oder zum Nachdenken bringt. Dann hab’ ich davon ausgehnd die Texte entwickelt. Oft auch sehr assoziativ und nicht so storytelling-mäßig. Eher ein bisschen wie ein Brainstorming.

Mexico  68 ?

Ja, stimmt, der Track zu der Jogginghose, der heißt so: Mexico 68. Ursprünglich hieß der Track Trainerhose, das ist das schweizerdeutsche Wort für Jogginghose. Ich hatte ursprünglich einen anderen Beat und der Track sollte eigentlich schon auf das letzte Album, aber dann hat meinem Produzenten und mir der Beat nicht so richtig gefallen und der Song hat einfach auch nicht zum Rest auf dem Album gepasst. Darum hab’ ich den nochmal neu aufgenommen mit einem anderen Beat. Jetzt ist er, denke ich, besser.

 Wenn man dich live sehen will, hast du Konzerte geplant oder hattest du welche?

Ja, ich hatte letztes Jahr ein paar Auftritte. Dieses Jahr bisher noch nicht. Ich würde gerne auftreten, vor allem auch mit den neuen Songs. Aber ich hatte in letzter Zeit sehr viel zu tun, auch privat. Daher war nur wenig Zeit da. Jetzt hab’ ich vor allem mal alle Zeit auf die Studioarbeit fokussiert, um die Mixtapes fertig zu machen. Dann habe ich alle Videos dieses Mal grösstenteils selbst gemacht. Das war ein ziemlich großer Aufwand. Und ich bin eben der Meinung, wenn du live auftreten willst, dann musst du auch ein bisschen vorbereitet sein. Das war bisher nicht der Fall. Also ich hatte einfach noch keine Zeit, um mir Gedanken darüber zu machen, wie man diese Songs live performen kann. Sobald ich wieder mehr Zeit und etwas mehr Luft habe, werde ich öfter in meinen Bandraum gehen, um mich vorzubereiten und dann nach möglichen Auftritten suchen. Eigentlich wollte ich eine Plattentaufe machen, aber das muss jetzt alles noch ein bisschen warten.

Die Tracks sind auf jeden Fall auf deiner Webseite als freier Download verfügbar. Die Seite ist insgesamt individuell gestaltet. Das hast du ja auch alles selbst entworfen? Also das Design und die Fotos und auch hier deinen eigenen Stil mit eingebracht.

Ja, genau. Ausser bei der technischen Umsetzung. Da hat mir ein Kumpel geholfen, der Informatiker ist und schon mehrere solche Homepages gebaut hat. Aber der ganze Inhalt und der Look, wie es daherkommt, da war ich selbst dafür verantwortlich. Ich hab’ alles mit einzelnen Grafiken gelöst. Ich bin jetzt kein Profi, was Grafiken anbelangt, aber ich hab’ viele Leute in meinem Umfeld, die künstlerisch tätig sind und Illustratoren oder Grafiker sind. Von denen hab’ ich immer wieder mal was mitbekommen oder was gelernt, auch was die Umsetzung angeht. Ich bin sozusagen Autodidakt. Was ich oft mache, ist von einem Foto ausgehend, damit zu spielen und zu abstrahieren. Ich arbeite eigentlich sehr viel mit der Farbe Rosa, das hat sich irgendwie so ergeben, weiß auch nicht ganz genau wieso.

Ja, vielleicht wegen der einen Jacke oder es ist fast schon ein Mantel?

Genau, die ist mittlerweile legendär. Das ist auch eine lustige Geschichte. Eigentlich schon der Ausgangspunkt für die Farbe Rosa. Für die Dreharbeiten zu dem einen Video für den Song „Spätpubertät“ hatte eine Freundin, die Schneiderin ist, die Idee, sie könnte mir doch eine solche Jacke anfertigen. Also extra für das Video, das wäre doch cool. Die hat in einer Zeitschrift eine riesige Daunenjacke gesehen und wollte auch so eine anfertigen. Dann kaufte sie sich in einer Brockenstube – oder wie heißt das in Deutschland? Brockenstube? Also ein Second Hand Laden. Da hat sie sich alte Bettdecken gekauft und hat daraus die Jacke genäht und sie in der Waschmaschine rosarot eingefärbt. Wieso sie die rosa gemacht hat, weiß ich eigentlich auch nicht. Ich glaube, sie hat sich einfach ausgemalt, dass das gut aussehen könnte: Ein großer Mann in einer großen Jacke in rosa Farbe. Ich fand die Idee von Anfang an toll und dann haben wir das so gemacht. Lustigerweise war das dann auch das Video, das am besten gelaufen ist und mit ein Grund, oder vielleicht sogar der Hauptgrund, war eben diese Jacke. Das war schon so ein Eyecatcher und auch etwas, wo ich oft drauf angesprochen wurde. Ich hab’ zudem das Gefühl, viele Leute haben sich gar nicht die Musik angehört, sondern haben einfach auf das Visuelle reagiert.

Wie kamst du denn anfangs überhaupt zu Hip Hop?

Die Inspiration am Anfang oder wie ich zu Hip Hop gekommen bin, das war vielleicht eher atypisch. Ich habe anfangs der 2000er sehr vielen deutschen Rap gehört. Viele Leute, die ich damals in meinem Alter kannte, die haben eher Ami-Rap gehört. Deutscher Rap war damals in der Schweiz in meinen Kreisen etwas verpönt. Vor allem die Art von deutschem Rap, die ich damals gehört habe, Berliner Untergrundrap. Das ist eigentlich recht spannend, weil sich das heutzutage alles verändert hat. Gerade die jungen Schweizer und Schweizerinnen, die heute Rap hören, hören sehr viel deutschen Rap, und zwar solchen, den früher in der Schweiz nur wenige hörten. Die Rap-Musik in Deutschland hat sich seither stark entwickelt und ist vielfältiger geworden. Zeitversetzt ist das auch in der Schweiz passiert, so dass wir mittlerweile in der Schweiz selbst über eine ziemlich gute Rap-Szene und Community verfügen. Es gibt viele verschiedene Arten von Rap und durchaus interessante und gute Sachen. Aber klar, die Schweiz ist einfach ein kleines Land mit einem kleinen Markt, darum ist das alles deutlich kleiner als in Deutschland.   

BIGLuv, BIGMaa.

Bisher ist von BIGMaa erschienen:

► Mixtape Nom de Dieu Part I, 2019

► Mixtape Nom de Dieu Part II, 2019

► Album $chlimm $chlächt, 2017

► Mixtape De Boca A River, 2015

► Video Partychick & Partydick, 2016

INFOTHEK

Email: bigmaa.biz@gmail.com

Webseite: http://www.yungbigmaa.ch/

Facebook: https://www.facebook.com/Yung.BIGmaa/

Instagram: https://www.instagram.com/yung.bigmaa/

Soundcloud: https://soundcloud.com/bigmaa

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UC562NVRRBsoUJKjWOgfOIvw

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites