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Will Kurtz‘ lebensgroße Alltagsfiguren aus Zeitungspapier

Will Kurtz bastelt lebensgroße Skulpturen von Menschen und Tieren aus New Yorker Zeitungen. Für die innere Struktur nutzt er Holz und Draht, die äußere Verkleidung gestaltet sich aus einer präzisen Collage von Wörtern, Bildern, Schlagzeilen und bunter Werbung, die in malerischer Art und Weise zusammengemixt wurden. Mit Hilfe von Klebeband, Kleber und Gaze schafft Kurtz so plastische Werke mit unterschiedlichen Persönlichkeiten. Auffällig ist dabei seine Fähigkeit fast unbemerkliche Veränderungen unseres Verhaltens zu erfassen und in einzigartige, nicht idealisierte Figuren zu übertragen. Sich der korrekten Anatomie des Körpers sehr bewusst, beweist der Künstler sein Verständnis von Bewegung und Kommunikation.

Für seine Darstellungen sucht sich Kurtz die Typen Mensch heraus, denen wir an öffentlichen Orten beim Gang durch die Stadt begegnen. Alltägliche, gewöhnliche Menschen die vielleicht am Rande der Gesellschaft leben und eine ferne Vertrautheit im Betrachter auslösen, wie jemand den man mal auf der Straße gesehen gesehen hat. Es sind Charaktere mit ausgeprägten Eigenschaften, die Kurtz durch bestimmte Körperhaltung, Mimik, Gestik und Kleidung vermittelt. Wie reißerische Schlagzeilen können sie Interesse, Sympathie, Mitleid, Ekel, Bewunderung und Abscheu auf einmal beim Betrachter wecken. Die gleiche begrenzte Palette von Emotionen, die auch die Tageszeitung transportiert. Ein kritischer Blick auf die distanzierte Haltung, die wir unter anderem durch Medien entwickeln, mit denen wir ebenso allgegenwärtig konfrontiert werden, wie mit Leuten auf der Straße. Auch Polizeibeamte finden sich unter ihnen – ein aktuelles Thema der New Yorker Presse bilden nämlich die wuchernden Obdachlosen, die in Form eines ‚Schandflecks‘ angeblich der Lebensqualität der anderen Bürger schaden. Deshalb wurde die Polizei damit beauftragt, sie aufzusuchen und ihre Gemeinschaften zu brechen. Kurtz erfasst zugleich die Belastbarkeit und Verwundbarkeit seiner Subjekte, um eine Empathie für die Nöte zu erzeugen, die wir alle teilen. Zeitungspapier dient mit seinem erkennbaren Altersprozess als perfektes Medium, da es sich genauso verändert wie wir und diese Leute, die als typische Repräsentanten urbaner Dauerhaftigkeit und Vergänglichkeit zugleich auftreten. Als Kontrast zu den den Personenskulpturen wählt der Künstler gerne Tiere, vorallem Hunde, um die rohe Energie und Unschuld ihres Wesens neben dem Menschen zum Ausdruck zu bringen.

Mehr Arbeiten auf seiner Website.

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Fotos:
www.willkurtz.com

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