DIE SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT

Sie ist eines der angesehensten und profiliertesten Ausstellungshäuser in Europa: Die Schirn Kunsthalle Frankfurt. Im Herzen der Altstadt, zwischen Dom und Römer, steht ihr mit Sandstein verkleideter, verschachtelter Baukörper mit der 140 Meter langen, fünfgeschossigen Ausstellungshalle und der von einer Glaskuppel gekrönten Rotunde, deren 20 Meter Durchmesser die
meisten Besucher schon im Eingangsbereich nicht schlecht staunen lässt. Über acht Millionen sind es seit der Eröffnung 1986 gewesen. Auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern hat die Schirn bislang mehr als 220 Ausstellungen präsentiert und besteht seit 30 Jahren als feste Größe im kulturellen Leben der Stadt Frankfurt.

Geschichte

Als Ausstellungsort etablierte sich die Schirn durch ihren ersten Leiter Christoph Vitali. In den engen Gassen rund um sie herum wurde bis Mitte des 19. Ware der Frankfurter Metzgerzunft verkauft, daher kommt der Name: „Schirn“ leitet sich vom mittelhochdeutschen „Schranne“ ab und ist eine Bezeichnung für einen „offenen Verkaufsstand“. Nach der kriegsbedingten Zerstörung der Altstadt 1944 lag das historische Ensemble fast 40 Jahre brach, bis es vom Architektenbüro Bangert, Jansen, Scholz & Schultes neu gestaltet wurde. Der Sohn eines anderen Architekten, Hans Hollein, der unter anderem das MMK Museum für Moderne Kunst entwarf, wurde 2001 Direktor der Schirn Kunsthalle: Max Hollein. Ein paar Jahre später übernahm er den Posten auch für das Städel und Liebighaus, ab Juni 2016 verabschiedet er sich nach 15 außergewöhnlichen Jahren von Frankfurt und führt seinen Weg als Leiter der Fine Arts Museums of San Francisco fort. Der Frankfurter Kulturszene hat Max Hollein eine nachhaltige und beeindruckende Veränderung verpasst, so fällt der Abschied auch der Stadt nicht leicht.

Sammlung und Konzept

Die Schirn hat keine eigene Kunstsammlung. Als Institution ohne eigenen Bestand ist es ihre Aufgabe, fundierte Vorschläge aus einer aktuellen Perspektive zu entwickeln und so einen Diskurs anzuregen, der auch von den Museen wieder aufgenommen werden kann. Zu ausgewählten Themen oder einzelnen Künstlern werden so befristete Ausstellungen organisiert, die vielfältig, international und progressiv sind. Die Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie der Gegenwart stehen dabei deutlich im Fokus. Zeitgenössische Positionen und brisante Entwicklungen in der bildenden Kunst werden hier entdeckt und betrachtet, Muster werden gebrochen und neue Sichtweisen haben die Möglichkeit Raum zu finden. So kann man die Schirn durchaus als einen Ort der Begegnung und des Austauschs ansehen – hier wird debattiert und vielleicht auch manchmal über die Relevanz der Kunst in unserer Gesellschaft gestritten. In seiner inhaltlichen Ausrichtung, inszenatorischen Gestaltung und auch der kunsthistorischen Betrachtung mag die Schirn sich vom „klassischen“ musealen Angebot also etwas unterscheiden. Auch Ausstellungskooperationen mit namhaften Häusern wie dem Centre Pompidou, der Tate Gallery oder dem Museum of Modern Art New York stehen auf dem Programm.

Ausstellungen

Seit der Eröffnung hat die Kunsthalle viele große Übersichtsausstellungen präsentiert, unter anderem zur radikalen österreichischen Kunst der Jahrhundertwende, zu wegweisenden Positionen des Expressionismus, Dadaismus und surrealistischen Objektkunst von Dalí bis Man Ray, zur Betrachtung der Frauenbewegung im Impressionismus, zur Pariser Bohème, German Pop, zur visuellen Kunst der Stalinzeit, Geschichte der Fotografie, der neuen Romantik in der Kunst der Gegenwart und zu sozial- und kulturhistorischen Themen wie „Shopping – 100 Jahre Kunst und Konsum“ oder „Privat – Das Ende der Intimität“.

Die Ausstellungen beinhalteten beispielsweise Arbeiten von Künstlern wie Wassily Kandinsky, Alberto Giacometti, Henri Matisse, Yves Klein, Edvard Munch, Carsten Nicolai, Odilon Redon, Gustave Courbet, Edward Kienholz und Nancy Reddin-Kienholz, Jeff Koons, Yoko Ono, Théodore Géricault, Philip Guston, Helene Schjerf­beck, Jan De Cock, Jona­than Meese, John Bock, Mike Bouchet, Tobias Rehber­ger, Doug Aitken (siehe hier Artikel zur Ausstellung) und Daniel Richter.

Vermittlung

Zu jeder Ausstellung fertigt die Schirn Publikationen an. Wer sich inhaltlich vorbereiten möchte, kann das Digitorial nutzen, wer seine Kinder mitbringt, kann die Kleinen im Spiel-und Lernparcours der Minischirn ihrer eigenen Entdeckungstour zwischen Farben, Formen und Strukturen überlassen. Neben dem Schirn Magazin werden auch diverse Social-Media-Kanäle zur digitalen Kommunikation regelmäßig mit Inhalten gepflegt, außerdem steht kostenloses WiFi in allen Räumlichkeiten zur Verfügung. Zum Abendprogramm und zur feierlichen Ausstellungseröffnung läd regelmäßig die Schirn at Night, die von Performances, Musik und Drinks begleitet wird. Aktuelle Infos auf Facebook und Twitter.

Anschrift

SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
Römerberg
60311 Frankfurt am Main

Information

T +49 69 299882-112
F +49 69 299882-240

www.schirn.de

Öffnungszeiten

Di, Fr-So 10-19 Uhr
Mi, Do 10-22 Uhr

Minischirn
Di-So 10-18 Uhr

Eintritt

Die Eintrittspreise variieren je nach Ausstellung.
Kinder unter 8 Jahren frei
Geflüchtete Besucher zahlen 1 Euro

Fotos:
www.schirn.de
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