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Masse und Klasse

Auch wenn im Geschichtsunterricht oft über die Teilung Deutschlands gesprochen wurde, so muss ich doch sagen, dass das Thema DDR für mich manchmal verwirrend ist.

Ich bin weder Ossi noch Wessi, frage auch nicht danach, wenn ich neue Leute kennen lerne ob sie im Osten oder Westen aufgewachsen sind, da es für mich keinen Unterschied macht.

Wie dem auch sei, stößt man in Berlin lebend zwangsläufig immer wieder auf das Thema.
Meist sogar in Momenten wo man nun wirklich nicht damit rechnet. Wie zum Beispiel bei einem Grillabend, wo ich den Altersdurchschnitt maßgeblich gesenkt hatte, was so schon bei einigen Themen zum unweigerlichen Kommentar, ah da warst du noch nicht mal geboren… führte.
Irgendwann war das Gespräch plötzlich dahingehend abgedriftet, was die, die im Osten aufgewachsen waren hatten oder nicht, wo sie zum Zeitpunkt der Wende waren, wie alt und was sie an dem Abend so gemacht hatten.
Ähnliche Gespräche gab es auch zu anderen Anlässen, und ich höre immer gespannt zu, da es für mich ja unbekannt ist, und es dann doch persönlicher ist, als im Museum nachzulesen, welche bizarren und ideenreichen Fluchtversuche so unternommen wurden.

Das große graue Nichts das häufig die DDR beschreibt.

Nun muss ich gestehen, dass DDR in meinem Kopf irgendwie immer die Gedanken Stasi und es gab Nichts zwangsläufig als erstes auf den Plan ruft.

Irgendwann hat sich dieser Satz „es gab Nichts“ wörtlich eingebrannt, was ja schon alleine deswegen falsch ist, da ja nicht alle verhungert oder erfroren sind.
Auch wenn das Nichts in diesem Satz dafür steht, dass nicht immer alles genau dann verfügbar war, wenn es benötigt wurde, so löst dieses Nichts bei mir den Gedanken an totale Leere aus.

Daher erstaunen mich die Kindheitsgeschichten von Freunden immer wieder aufs neue, wenn sie erzählen wie oft sie im Ferienlager waren, dass Sie jedes Jahr in Urlaub gefahren sind (auch wenn immer zum selben Reiseziel), dass es an Weihnachten Geschenke gab, Kinobesuche…

Das klingt so nach normaler Kindheit, genauso wie die eigene Kindheit, denn man hatte ja als Kind auch nicht alles.
Dass da so manche Besonderheit wie Schokolade oder Autoquartett nur dank Westpaketen Teil der Kindheit waren, entspricht der Geschichte meiner Mutter wenn sie von der Tante erzählt die einmal jährlich Schweizer Schokolade brachte oder meinen Erinnerungen an spezielle Spielzeugwünsche die allerhöchstens an Weihnachten erfüllt wurden.

DDR Design Fashion Vinyl

Ausstellungen rund um die DDR, etwas Bildung schadet nie.

Bei der Suche nach einer neuen Ausstellung die ich demnächst besuchen könnte, habe ich mich aber was das Thema DDR betrifft in einfältigen Gedanken mal wieder selbst übertroffen.
Durch die primäre Assoziation des Nichts welches es in seltenen Fällen für alle in gleichem Maße und in der gleichen Ausführung gab, hatte ich mir vorher nie die Frage gestellt, ob es dann überhaupt so etwas wie eine Entwicklung der Gebrauchsgrafik gegeben haben mag.
Von Designstudien zu neuen Autos oder Experimentellen Plattencovern gar nicht erst zu reden.

buchcover

Im Museum der Dinge findet noch bis zum 29. August die Ausstellung „Masse und Klasse. Gebrauchsgrafik in der DDR“ statt.

Diese Ausstellung wird mir wohl den Gedanken nehmen, dass es keine Werbung braucht wenn es doch nichts gibt, und jede Butterverpackung gleich ausgesehen haben muss, wenn es eh nur eine gab und diese auch noch durch die Zensur musste.

Natürlich, Import und Export gab es ja, davon hat sich der Staat zum Teil finanziert, aber ganz fantasielos habe ich einfach angenommen, dass auch dafür einfach vorgegebenes Design und Verpackung verwendet wurden…

Die wie ich finde, Neugier weckende Beschreibung zur Ausstellung könnte ich wohl eher nur dürftig zusammenfassen, daher lohnt der klick auf den link.

buchcover schwarz

Foto:
www.museumderdinge.de

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