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Jon Rafman modelliert Innenräume aus berühmten Kunstwerken

Sein Projekt „9-Eyes“, das eine enorm skurrile Auswahl an Schnappschüssen des Online-Dienstes Google Street View präsentiert, brachte dem kanadischen Digital Artist Jon Rafman eine Menge Aufmerksamkeit ein. Für eine ganz andere Arbeit namens „Brand New Paint Job (BNPJ)“, die die Topographie des virtuellen Raums untersucht, hat der Künstler sich berühmte Werke einiger Meistermaler vorgeknöpft und aus ihnen ein paar schicke Innenräume inszeniert.

Weil Rafman und Google anscheinend so etwas wie alte Freunde sind, verwendete er für die ausschließlich modellierten Interiors die Plattform Google 3D-Galerie, auf der er sich bereits eingerichtete Räume aussuchte und sie komplett im Stil der ausgewählten Gemälde eindeckte. Da hätten wir beispielsweise einen Wohnraum in Picasso’s „Les Demoiselles d’Avignon“, eine Raumschiff-Brücke nach Monet’s „Seerosen“ oder einen Klassenraum mit den Fratzen von Basquiat’s „Dustheads“. Weitere Motive lieferten unter Anderem Keith Haring, Francis Bacon, Marc Chagall, Jasper Johns, Yves Klein, Philip Guston, Henri Rousseau, Willem De Kooning, Roy Lichtenstein und Hans Hofmann.

Die Zimmer sind nicht alle dazu ausgelegt auch ‚gut‘ auszusehen – einige sehen gewollt scheußlich aus, doch die Frage des Geschmacks weicht hier einer bedeutenderen formalen Aufgabe: Einige der BNPJ Räume bilden eine Hommage an die Herrschaften ihres Ursprungs, andere reduzieren die Werke auf Tapeten. Jon Rafmann provoziert uns mit diesem Projekt, die Definition von Kunst im heutigen Zeitalter zu überdenken. So erklärt er:

„The BNPJ interiors started off as a play on interior design chic. Historically, the greatest fear of the painter was that his work would become design objects. Now it’s common for contemporary artists to take inspiration from commercial visual culture. The design of a Nike cross trainer or a Samsung monitor is as important to contemporary art practice as intense light and dark shadows are to baroque painting. I’m exploring the line between art and design, in which a great work of art can be reduced to a shrinkwrap or add-on surface and functional objects and spaces elevated to the purposelessness of artwork. I’m interested in those forced marriages.“

Mehr vielfältige Arbeiten von Jon Rafman, die mitunter üppiges Filmmaterial enthalten, gibt es auf seiner Website zu entdecken.

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Fotos:
www.theheadquarters.org
www.brandnewpaintjob.com
www.wallplay.com
www.theheritagestudio.com
www.mymodernmet.com
www.jonrafman.com

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