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Ist das Kunst oder kann das weg? (1) „The Pulp“

Kunst oder nicht?

Was ist eigentlich Kunst und wer beurteilt das? Kann man Kunst überhaupt allgemein benennen oder liegt diese Ansicht ganz im Auge des Betrachters? Was ist kreativ und was bloß hingeschissen? Muss man sich etwas Konkretes dabei denken, wenn man ein Kunstwerk schafft? Oder kann auch der unglücklich gestolperte Weinfleck an der Wand als Kunst durchgehen? Schon ungefähr immer streitet sich die Welt über dieses Thema. Ist das Gesicht in meinem Rührei Kunst oder kann ich es bedenkenlos aufessen? Hängt das Pissoir extra im Museum oder hat es sich nur im Raum geirrt? Zwischen Kunst und Schrott liegt oftmals nur ein schmaler Grad.

Würde ich auf einer Karteikarte zwei Striche ziehen, wären das zwei Striche auf einer Karteikarte. Würde das aber jemand wie Kandinsky machen, dann hingen die zwei Striche gerahmt in irgendeinem Museum für Moderne Kunst. Kann nur derjenige Künstler sein, der auch als solcher angesehen wird oder dürfen wir alle Künstler sein?

Um diesen Fragen nachzugehen, habe ich beschlossen, einfach mal selbst Künstler zu sein. Dazu werde ich euch regelmäßig eines meiner „Werke“ präsentieren, sei es ein Gemälde, ein Foto, ein Objekt oder auch einfach irgendein Schrott. Ihr entscheidet selbst: Ist das jetzt Kunst oder kann das weg?

TEIL 1: „The Pulp“
(Wasserfarbe + Acryl auf Leinwand)

Für dieses Werk wähle ich zunächst ein Hochformat. Nicht ganz mittig, aber so in etwa, fange ich einfach mal an mit einem kleinen Pinsel verschiedenfarbige Tupfer Wasserfarbe auf die Leinwand zu bringen. Angefangen mit Blau führe ich das Ganze mit ungefähr allen Farben, die es gibt, weiter bis ans andere Ende der Leinwand. Lila, Pink, Gelb, Fleischfarben, alles dabei. Die Farbe läuft an manchen Stellen runter, so hab ich eine insgesamt sehr sperrlich gefüllte Bildfläche mit ein paar integrierten Spuren der Schwerkraft. Sieht irgendwie langweilig aus…

Nehmen wir mal Acryl dazu und drehen ins Panoramaformat. In zwei Ecken fange ich an den Inhalt der Tuben direkt auf die Leinwand zu drücken. Auf der einen Seite Rot, auf der anderen Gelb und Blau. Dann nehme ich einen Löffel und tröpfle etwas Wasser darüber. Jetzt wird ganz doll von oben drauf gepustet, damit sich die Massen verteilen. Schick. Weiterhin trage ich noch mehr Blau, Schwarz und Grün auf, außerdem an mehreren Stellen Weiß. Weiß ist immer super, um Akzente zu setzen. Das eher öde Wasserfarbgemale ist nicht mehr zu sehen, alles überdeckt. Mittlerweile ist ein richtiger Brei aus Farbe und Wasser auf der Leinwand entstanden.

Nach weiterem Gepuste geht mir wahrlich die Puste aus, außerdem spritzt das Zeug die ganze Zeit ins Gesicht. Aber eigentlich sieht’s auch schon fast cool genug aus. Jetzt nochmal kurz die Leinwand auf eine Seite stellen, damit noch ein bisschen was ausläuft. Na also, fertig. Ups, nun hab ich mir eigentlich garnichts dabei gedacht. Die Materialität der Acrylfarbe kommt aber super zur Geltung. Vorallem, wenn man die Details betrachtet, kann man sehen, wie die Farbe eine Art Eigenleben durch den von mir erzeugten, sehr heftigen Wind entwickelt hat. So gesehen, hat das Bild eigentlich überhaupt keinen konkreten Inhalt. Aber braucht es das überhaupt, oder reicht es auch, einfach geil auszusehen…?

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