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Textildesign – von einer Studie zur Wirtschaftlichkeit

In unserer Kultur ist es teilweise schon ein Unding, Dinge anzufassen. Das Schild „Bitte nicht berühren“ ist ein fester Bestandteil in Geschäften und Museen.

Ich gehöre zu den Menschen die mit ihren Händen sehen, und dadurch passiert es regelmäßig, dass ich Dinge angefasst habe, lange bevor meine Augen das unheilbringende Schild erblicken. Häufig kommen dann aufgeregte Verkäuferinnen mit tadelndem Blick herbeigeflogen, die dir unmissverständlich klarmachen, dass sie von einer „Person in deinem Alter“ mehr erwartet hätten.

So erfährt man auch immer wieder, wie oft Läden ihre Kunden per Video überwachen, aber das ist eine ganz andere Geschichte.

Für das Textildesign ist der Tastsinn und das Anfassen unabdingbar. Es geht ja genau um unterschiedliche Texturen. Es zählt nicht alleine die optische Wirkung sonder besonders auch die haptische, denn schließlich werden viele Textile Produkte direkt auf der Haut getragen und da muss das Stückchen Stoff so einigen Anforderungen standhalten.

Carolin Sauer, Latex gedruckt, getropft

Carolin Sauer, Latex gedruckt, getropft  © Design / Foto Carolin Sauer

„Textildesign heute – Vom Experiment zur Serie“

Im Bauhaus-Archiv findet eine Sonderausstellung zum Thema Textildesign statt. Konzipiert wurde die Ausstellung vom Studiengang Textil des Fachbereichs Design der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.

Sie umfasst die Faszination des Werkstoffs Textil in seiner Vielfalt und zeigt exemplarische Arbeiten der Studierenden, um das Potenzial des experimentellen Arbeitens im Bereich Textildesign zu beleuchten. Manche dieser experimentellen Erzeugnisse münden in die freie Wirtschaft, von denen ebenfalls Beispiele gezeigt werden.

Die Auseinandersetzung mit Tradition, Transformationsprozessen, Farbe und der Zusammenführung von Technologie mit unterschiedlichen Materialien führt nicht nur zu Smart Textiles sondern auch der Komplexität der Nachhaltigkeit.

Das Rückbesinnen auf alte Traditionen beeinflusst viele Weiterentwicklungen neuer Technologien und ungewöhnlicher Materialien. Dies ist essentiell für die Entstehung innovativer Designs. Das Spektrum reicht von Milchfasern über Textilien aus Bienenwachs bis hin zu 3D-Drucken. Smart Textiles die Geräusche dämpfen oder auf Bewegung reagieren runden die dargestellte Bandbreite ab.

 

 

Farbe als kulturelle und persönliche Identität spielen eine ebenso wichtige Rolle wie die technischen und ästhetischen Eigenschaften. Die gezielte Materialauswahl und Produktionsweise einiger Exponate spiegelt die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit im gegenwärtigen Textildesign wieder.

Eine Freude für jeden dessen Hände seine zweiten Augen sind.

Zur Ausstellung welche noch bis zum 19. September zu sehen ist, gibt es einen deutsch-englischsprachigen Katalog.

Hier findet ihr die genauen Angaben zu Eintrittspreis und Öffnungszeiten.

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Ikat aus Aleppo  © Design / Foto Annegret Lembcke

 

Foto: http://www.bauhaus.de/
Titelbild: Ausstellungsansicht „Textildesign heute – Vom Experiment zur Serie“, © Bauhaus-Archiv, Foto: Hans Glave

 

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