[Article in English @ Vagabundler: Artist: Tamara Zippel ]

Wandelnde Cyborg-Wesen, gepixelte Astronauten oder einfach schräg bemalte Körper – Die abgefahrenen Auftritte des Künstlerkollektivs „Die Segel“ sind atemberaubende Inszenierungen, die Besucher in einer Flut von Eindrücken in den Bann ziehen. Die Kostüme sind aufwändig selbst angefertigt und wirken wie aus einer anderen Welt, selbst komponierte Musik bespielt die Bühne und die Darsteller werden während ihrer Performance mit eigenproduzierten Projektionen bestrahlt. Es geht um das Aufbrechen von Grenzen und das Spiel mit den Bildern und Schatten. Auch die emotionale Wahrnehmung spielt eine große Rolle, das Fühlen und Erfühlen, das Verbinden von Sinnen und vor allem auch das Anregen zum Nachdenken.

Die Segel bestehen aus Dirk Baumanns, Daniel Eyrich, Lisa Klinger, Erik Pfeiffer, Maximilian Reimann, Sven Schuppar und Tamara Zippel. Ursprünglich stammen die Künstler aus einer Malereiklasse der Hochschule für Gestaltung in Offenbach, aber aus einer anfänglich einmalig begleitenden Performance zu einer ihrer Ausstellungen ist mittlerweile eine feste Showgruppe entstanden. Die Segel sind dieses Jahr 10 Jahre alt geworden! Glückwunsch zum Jubiläum! Unzählige spannende, aufregende, interessante und auch verstörende Projekte wurden in dieser Zeit auf Bühnen und im Freien, in Galerien oder auf Festivals präsentiert.

In einem Interview erzählt uns die Künstlerin und Segel-Mitglied Tamara Zippel von ihren plastischen und gemalten Werken, von den Bildergesprächen für die KunstGesellschaft, der Jugendarbeit bei Break14 und bietet einen tiefen Einblick in die Performance-Welt der Segel. Das Interview steht als Podcast bereit, Teile des Gesprächs sind außerdem im Folgenden verschriftlicht.

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Du hast Kunst und Performance an der HfG Offenbach studiert, malst und bist auch Mitglied im Kollektiv “Die Segel”. Wir werden uns heute über deine kreative Welt unterhalten und eine kleine lustige Besonderheit ist, dass du eigentlich genau jetzt eine Vernissage hast, bei der du sein solltest. Aber die guten Künstler kommen ja immer etwas später.

Also heute zusammen mit noch vielen anderen Künstlern, also Performern, Malern und Zeichnern ist eine Ausstellung in Offenbach in der Afip. Da sind Bilder, Zeichnungen und Skulpturen von mir zu sehen, also auch Sprüh-Sachen von Fundstücken von der Straße.

Also Upcycling? Aus Müll gemachte Kunst, oder aus Dingen, die andere wegschmeißen?

Ja, das mach ich total gerne. Wenn ich an was vorbei gehe und das spricht mich dann an, dann kann ich das oft nicht stehen lassen. Das nehm ich dann mit und mal drauf oder sprüh drauf oder schreib auch manchmal Geschichten drauf. Bei der Ausstellung gibt es heute Abend auch noch Konzerte mit ganz vielen Künstlern, die dort vertreten sind und auch Performance machen.

Also du bist eine Künstlerin, machst visuelle Kunst, arbeitest auch viel mit Kindern. Du bist darüber hinaus aber nicht nur als Einzelkünstlerin tätig, du bist auch noch in verschiedenen Netzwerken und Vereinen involviert und eine deiner Hauptgruppen sind „Die Segel“. Was sind „Die Segel“? Erzähl uns was davon.

Ja, also „Die Segel“ sind vor vielen Jahren entstanden. Wir sind alle auch noch viel länger miteinander befreundet und haben uns alle im Studium an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach kennen gelernt. Wir hatten zu der Zeit eine Ateliergemeinschaft in der Diamanten-Börse an der Konstalberwache. Das war temporär und wir haben da einen Platz bekommen. Bei mir im Atelier gab es sogar einen kleinen Tresor. Das war eine super Gelegenheit. Wir waren alle auf einer Etage und haben auch viel zusammen gearbeitet. Wir kommen ursprünglich alle aus der Malereiklasse, also aus der Malerei. Und wir hatten dort eine Ausstellung zusammen, die COOP. Wir wollten damit zeigen, dass wir nicht alle die einsamen Maler sind, sondern, dass wir auch was zusammen machen können. Eigentlich war das eine einmalige Sache. Das hatten wir uns vorher so überlegt. Und ja, das hat jetzt aber bis heute Bestand. Dieses Jahr, also 2020 sind es jetzt 10 Jahre. Also es ist ein Künstler-Kollektiv. Daniel Eyrich, der ursprünglich auch von der Malerei kommt, macht bei den Live Performances immer die Musik. Die Musik ist für unsere Arbeit sehr wichtig und auch tragend. Wir haben immer mit seiner Musik gearbeitet. Diese ist oft auch der Beginn von vielem. Wir reagieren auf seine Musik und auch durch die Bewegung. Und Erik Pfeiffer, der macht die Bilder und die werden auf uns projiziert. Also wir arbeiten sehr viel mit Projektion und mit Licht. Erik reagiert dabei dann auch auf die Musik.

Es ist nicht nur einen Sinn betreffend. Sondern ihr versucht mehrere Sinne gleichzeitig zu berühren. Also während man was betrachtet, das Optische, da bekommt man noch was zu Hören. Und das sind die Effekte, die ihr den Besuchern gebt. Das ist ja eure Absicht dabei und wie das dann alles zusammen in dem Zuschauer wirkt. Also Ort plus Bild plus Sound plus alles, eben dieser Mix.

Ja, genau. Manchmal riecht es sogar. Aber es ist natürlich kein Theater, es ist Performance. Ich hab auch nie Schauspielerei studiert und weiß auch gar nicht, wie spielen geht in dem Sinne. Aber wenn wir auf der Bühne stehen, dann sehen wir auch gar nicht, was auf uns projiziert wird. In der Regel sind  natürlich die Bühne und die Bilder vorher abgesprochen, aber wir sehen das nicht und teilweise haben wir so aufwändige Kostüme, die uns auch in unserer Bewegung einschränken oder auch Masken an, durch die wir gar nicht sehen können. Es ist dann tatsächlich so, dass man den anderen spüren muss. Also den anderen Performancekünstler, weil wir auch in der Regel immer zu zweit sind. Zu unseren Anfangszeiten war noch Lisa Klinger mit dabei, also noch eine dritte Performance-Künstlerin, die auch Malerin ist. Und dann musste man natürlich auch fühlen, wo ist der andere und was macht der andere? Dabei muss man auch immer hören. Die Musik von Daniel ist für uns immer das Signal. Also wie ist die Stimmung? Ist es jetzt ruhiger? Das beeinflusst natürlich auch unsere Bewegung. Die Musik durchdringt uns auch. Wir haben einmal eine Arbeit gemacht für die Luminale. Diamantra hieß das. Da haben wir wirklich stundenlang performt. Nonstop und ohne Pause. Und wir haben dabei ausprobiert. Das war für uns auch einfach eine Erfahrung. Wie lange bleibt das Publikum? Wie lange halten die aus? Bleiben die aus Höflichkeit oder gehen die irgendwann? Wie lange hält man sowas überhaupt aus? Und die Musik war da immer dabei, stundenlang. Das verinnerlicht man natürlich als Künstler und auf bei der Performance nochmal viel intensiver.

Die meisten trennen eher kategorischer in Kunstgenres, also beispielsweise Malerei, Tönern oder Skulpturen. Aber ihr wollt ja ausdrücken, dass das Eine in das Andere überfließt. Du kannst Bilder zeichnen, aber du kannst auch in einem gleitenden Übergang auf einmal selbst zum Bildnis werden. Die Performance ist ja ein kompletter Prozess. Das fängt an von einem Bild, das an der Wand hängt und ihr selbst steigt dann quasi im übertragenen Sinne aus den Bildern heraus und seid dann selbst auch Kunstobjekte.

Ja, und wir sprechen nicht. Das war eine bewusste Entscheidung von Anfang an. Auch dass ich mich als Frau nicht ausziehen werde. Das ist ja in der Performance nicht ungewöhnlich. Also Marina Abramović hat das ja bis an die Grenze gemacht, wenn man ihre Arbeit kennt. Yoko Ono auf jeden Fall auch. Den Körper der Frau in der Kunst zu thematisieren, ist in der Kunstwelt jetzt auch nicht ungewöhnlich. Aber für uns oder für mich war da auch immer die Entscheidung, dass ich das nicht machen möchte. Nicht, weil ich jetzt ein Problem mit meinem Körper habe, sonder dass das jetzt nicht das Thema ist. Sondern dass es wirklich darum geht, neue Bilder zu schaffen.

Es geht ja auch darum wie du und jeder einzelne von euch die Performance zeigen will. Und nicht, was jetzt gerade modisch oder künstlerisch populär ist. Es ist ja deine Art, wie du dich ausdrückst.

Ja, und auch weil ich nicht wiederholen möchte. Performance ist ja nicht Theater. Und wenn man sich mit Performance auseinandersetzt, also Dirk und ich haben ja beide auch bei Mariola Brillowska Performance studiert. Und wenn man sich damit beschäftigt, dann sieht man, dass es einfach schon so viele starke Frauen gegeben hat, die auch schon bis an die Grenzen diese Arbeit gemacht haben. Wenn ich jetzt das wieder machen würde, dann wäre es immer nur eine lasche Kopie oder vielleicht war es mir auch noch nicht so wichtig, dass ich das machen wollte. Aber zur Sprache, es war auf jeden Fall eine bewusste Entscheidung, dass wir nicht sprechen. Unserer Sprache ist Daniels Musik, die Bilder und auch die fließenden Übergänge. Also wie du das auch schon gesagt hattest, es gibt da wirklich fließende Übergänge und vor allem dadurch, dass wir mit Projektion arbeiten und unsere Kostüme auch immer schwarz oder weiß gehalten sind. Es gibt bei den Kostümen keine Farben. Das sieht dann nur so aus, wegen der Projektion. Aber unsere Kostüme sind immer schwarz oder weiß. Und wir fertigen die immer selbst an. Für jede Performance gibt es auch in der Regel immer ein neues Kostüm. Je nachdem, mit was wir uns da auseinandersetzen. Und an den schwarzen Stellen, da ist dann kein Licht zu sehen. Und an den weißen Stellen, dort sieht man die Projektion. Und dadurch, dass der Hintergrund in der Regel auch schwarz oder weiß ist, ist der Körper manchmal auch mit dem Hintergrund vermischt. Also es gibt kein richtiges Vorne und Hinten. Der Körper und der Raum gehen manchmal ineinander über.

Was ist denn der Unterschied zwischen Theater machen und Performance machen?

Also ja, Theater ist einfach so etwas wie Shakespeare. Du hast ein Stück, da gibt es ein Skript. Dann gibt es Kostüme, dann gibt es Schauspieler und die spielen die entsprechende Rolle. Das ist vorgegeben vom Regisseur, je nachdem wie der dann das Stück interpretiert. Du spielst dann diese Rolle. Das hab ich ja nie gelernt. Also zu schauspielern und mich in dem Sinne darzustellen. In der Performance, so wie wir sie verstehen, geht es schon auch darum, authentisch zu sein im Hier und Jetzt. Und vielleicht auch zu entschleunigen. Vielleicht ist Performance da etwas näher dran am Tanz. Oder man kennt es vielleicht auch aus China oder aus dem Buddhismus, wenn es verschiedene traditionelle Tänze gibt oder Feste. Vielleicht ist es da tatsächlich ein bisschen näher dran. Auch dass wir ein eigenes Ritual in dem Sinne erschaffen. Wir haben uns natürlich auch selbst stark damit vorher auseinander gesetzt. Es ist nicht alles spontan. Wir wissen schon, was wir tun. Und das ist vorher auch abgesprochen. Wir wissen auch, wie wir die Bühne bauen. Wir kennen den Ablauf, wir haben ein Thema, mit dem wir uns musikalisch und auch in der Bewegung auseinander setzen. Das Interview ist jetzt tatsächlich für mich auch selbst interessant, um dabei unsere Arbeit zu beschreiben, weil mir klar wird, dass wir auf die Art über unsere Arbeit so noch gar nicht gesprochen haben. Aber ich glaube die anderen würden das trotzdem auch ähnlich sehen.

Daher mein ich ja, dass da ganz viel auf der Gefühlsebene abläuft. Auch wie ihr euch verständigt oder wie ihr wisst, was ihr zu tun habt. Es ist eben ja auch non-verbal. Du hattest ja gemeint, da ist kein Text, ihr redet nichts. Also es ist nicht so, dass ihr vorher alles abgesprochen habt und dann geht´s los, sondern dass da insgesamt ganz viel schon von Vorneherein auf der Gefühlsebene abläuft.

Ich glaube das Performancemachen an sich hat auf jeden Fall auch meine Antennen, also mein Feingefühl geschärft. Ich hab durch die Performance auch zum Beispiel den Dirk Baumanns nochmal ganz anders  kennen gelernt. Ich kenne seinen Körper jetzt auch, also wenn ich jetzt sehe, er geht nach vorne oder ich sehe, er bewegt sich jetzt da und da hin, dann erahne ich oft schon, was gleich passieren wird. Ich denke auch, dass wir uns über die Zeit hinweg in unseren Fähigkeiten auch vertrauen und auch vertrauen können. Das heißt aber nicht, dass es vorher nicht auch hitzig werden kann oder dass es durchaus auch mal knallt. Nicht nur unmittelbar vor dem Auftritt, sondern auch inhaltlich, wenn es darum geht, was wir dann machen von der Arbeit her. Es entsteht auf jeden Fall immer sehr viel Reibung und auch Diskussion, aber auch das ist sehr wichtig.

Das kann ja auch förderlich sein und ihr seid auch immer noch zusammen. Das ist ja auch ein Part des Entstehungsprozesses.

Ich glaube auch, wir sind da ein Stück weit kompromisslos in dem Sinne, dass auch wirklich jeder hinter der Arbeit steht. Ich denke weil auch wirklich jeder ziemlich viel von seiner eigenen Kunst mit rein gebracht hat und wir dies auch alle wertschätzen. Wenn wir die bewegten Bilder sehen, da steckt auch ganz viel von der Malerei vom Erik Pfeiffer drin. Wenn man seine Malerei kennt, dann erkennt man dies. Dirk hat ja auch schon viele eigene Performance gemacht, die erkennt man auch. Daniel natürlich mit dem Beitrag seiner Musik und ich mache viel mit den Kostümen, fertige die an und auch die Masken. Ich denke, jeder bringt da auch viel von seiner eigenen Arbeit mit rein. Und es ist auch wichtig, dass man zur Not bis tief in die Nacht diskutiert und vielleicht auch verbal kämpft. Vielleicht gehört das einfach zum Prozess dazu, dass die Idee auch überprüft wird und von allen Seiten auseinander genommen wird, so dass man das diese dann überhaupt erst annehmen kann. Also wenn man es dann für sich selbst auch wirklich, wirklich überprüft hat, dann kann man das Ganze auch mit tragen.

Dann wird sowas nämlich auch erst richtig gut.

Also wenn man es der Arbeit auch nicht immer so ansieht, weil es so wirkt, dass es natürlich in dem Moment entstanden ist und nicht konstruiert, oder zumindest nicht so stark, da ist schon vorweg sehr viel Arbeit rein geflossen. Also Gedanken und Austausch. Es ist nicht einfach nur so ein Spontaneinfall. Es ist auch schon viel Arbeit vorher passiert.

Es ist gar nicht so einfach sowas zu beschreiben, was zunächst sehr frei sein soll, auch so wirkt und dann entwickelt sich doch ein stringenter roter Faden, weil es ja schon einen choreographischen Hintergrund gibt. Ja, und dann die Frage, wie hat sich der eigentlich gebildet? Das im Nachhinein in Worte zu fassen. Ihr habt eigentlich schon ein krasses Konzept, dass vorher da ist, aber es geht nicht darum wer wann was macht, sondern wer WIE was machen kann. Und dass jeder er oder sie selbst sein soll, aber dass man den Rahmen dann anspricht oder definiert. Es ist schon interessant, wie man bei sowas einen gemeinsamen Nenner findet, wo jeder den Nenner finden will, aber auch jeder sein individuelles Ding rein bringen will. Ich versuche es mir grad so vorzustellen: Ich komme in den Ausstellungsraum. Weil wir hatten ja mit Bildern angefangen. Überall sind Bilder von verschiedenen Künstlern. Ihr kommt dann aus aus dem Bildern heraus auf die Leute zu. Es kommt der Sound, der Ton, die Projektionen und ihr kommt als wandelnde Kunstobjekte aus den Bildern raus. Ihr gebt den Besuchern einen Megaflash. Eine umfassende Sinneswahrnehmung. Das wollt ihr ja erreichen?

Ja, wir haben das auch schon oft gehört. Also dass wir wie komplett von anderen Planeten wirken. Wie aus einer Welt von einem komplett anderen Planeten. Das ist auch immer die Frage, in welchem Kontext wir das dann machen und wie viel Freiheit wir dann haben. Ich hab ja vorhin schon gesagt, also unsere erste Performance, da dachten wir, wir machen ein Begleitprogramm zu unserer ersten Ausstellung in der Diamantenbörse. Dann wurden wir aber auf einmal angefragt. Könnt ihr bei uns nicht auch auftreten? #

Es kam anscheinend an beim Publikum.

Ja. Aber den Gedanken hatten wir vorher eigentlich gar nicht. Aber dann haben wir das irgendwie immer weiter gemacht und wir müssen uns auch immer ein bisschen drauf einstellen, was die Gegebenheiten sind. Klar ist es etwas anderes, wenn man bei dem Kunstsommer im Montez auf einmal vor 400 oder 500 Leuten steht oder ob man in einem kleinen Galerieraum vor 20 Leuten auftritt. Das ist eine ganz andere Situation. Man spürt ja auch das Publikum und man verhält sich dann auch anders oder macht andere Bewegungen oder reagiert anders. Wir sind ja ganz nah an den Leuten. Es gibt schon einige Parallelen zum Theater durch diese Bühnensituation, aber trotzdem sind wir denk ich nochmal näher am Publikum dran oder mehr auf Augenhöhe. Obwohl es ja nie Stühle gibt, halten die Leute interessanterweise die Grenze zum Bühnenbild immer ein. Es ist noch nie passiert – warum auch immer – dass jetzt irgendjemand mal durch flitzt oder ganz nah auf die Bühne kommt.

Das würdet ihr euch aber fast sogar schon wünschen? Oder ihr stellt sowas dann eben fest. Weil das müssten die Zuschauer gar nicht. Ihr fordert eben auch heraus. Nach dem Motto, steht doch mal auf, lasst uns mal diese typische Vor-dem-Fernseher aufbrechen. Und ich komm jetzt mal aus dem Bild heraus, aus dem Fernseher. Und ich ziehe den Besucher von seiner Couch ins Bild rein.

Manchmal passiert es, dass nach einem Auftritt oder nach einer Pause und wenn der Schock nach lässt. Also das ist auch der Schock manchmal beim Publikum. Wir kriegen nicht immer Applaus. Es kommt da schon mal vor, dass jemand dann natürlich auf die Bühne geht und ein paar Selfies macht. Das ist ja auch vollkommen okay. Oder die wollen mit uns Fotos machen. Sowas machen wir natürlich auch. Aber währenddessen – nein. Da ist immer diese Grenze da. Aber so eine imaginäre. Nie eine, die wir gezogen haben. Sondern eine, die die Besucher gezogen haben. Vielleicht liegt es auch daran, dass wir so mit dem Licht arbeiten.

Lauft doch mal mehr ins Publikum rein. Habt ihr das schon mal gemacht?

Haben wir tatsächlich auch schon gemacht. Wir sind auch schon vor dem Publikum oder durch das Publikum rein gekommen oder sind danach ins Publikum gegangen. Wir haben auch mal bei der Nacht der Museen in der Fahrgasse auch ein riesen Picknick veranstaltet und die Show war angelehnt an ein Monet Bild. Das war dann eine riesige Orgie bis zur Grenze und bis wir wirklich nicht mehr konnten. Da haben wir auch das übrig gebliebene Essen an das Publikum gegeben.

Also das war wie eine Fressorgie und ihr habt quasi das große Fressen nachgespielt.

Ja, genau. Und die Leute haben das dann auch ganz höflich genommen und teilweise auch mal probiert. Aber da war trotzdem immer noch so ein Abstand da. Vielleicht, weil wir auch ganz klar raus brechen. Weil wir aufwändige Kostüme anhaben und Masken und ganz offensichtlich raus fallen.

Du arbeitest ja auch sehr viel mit Kindern. Wie ist denn sowas mit einem Kinderpublikum? Halten die auch diesen Abstand?

Nein, die sind super neugierig und wollen alles wissen. Und die sind auch noch sehr suchend und interessiert an dem Forschen und wollen sich ausprobieren. Gerade in der Pubertät ist man ja auch stark in der Findungsphase und stellt sich die Frage, wer will ich sein und wo will ich hin und wo komm ich her. Diese ganzen Fragen spielen eine Rolle, die für uns Künstler vielleicht auch noch eine Rolle spielen.

Ich denk mir, dass du gerade deshalb so gut in der Jugendarbeit bist, weil du die Kinder genau da abholst, wo sie auch sein sollen. Nämlich auf der Gefühlsebene und dass du nicht mit sowas wie Auswendiglernen ankommst. Du fühlst die auch und die fühlen das auch und das ist ja auch so, wie es in dem Alter sein soll.

Ja, und ich bin wirklich fest davon überzeugt, dass Kunst mehr sein kann als ein Luxusgut für wenige.

Genau, weil es kann ja auch in einem höheren Alter bis zu egal wie alt immer noch so sein, nur man vergisst das ein bisschen. Deshalb ist es extrem gut, was ihr da macht. Es geht ja nicht darum, dass ein Erwachsener wieder ein Kind sein soll, aber manche Dinge werden einfach vergessen, die trotzdem noch da sind und man verschüttet sie sich selbst in seinem Kopf mit den ganzen Zwängen, Reglementierungen oder was auch immer. Aber es ist bei jedem da.

Ja, und es bleibt auch da. Ich denke manchmal hat das auch mit der Erziehung zu tun, dass man gewisse Verhaltenskodexe hat, in deren Rahmen man sich als Erwachsener verhalten darf. Oder es ist Unsicherheit oder ähnliches. Das merkt man zum Beispiel wenn man ins Museum geht. Ich mache auch viele Bildergespräche und Ausstellungsgespräche mit Kindern und Jugendlichen, aber auch mit Erwachsenen.

Könnte man dies Museumspädagogik nennen?

Ich mach das mit der KunstGesellschaft. Das ist ein Verein und die arbeiten nach einer bestimmten Methode. Also nicht in dem Sinne, dass man eine Führung macht, sondern eigentlich bin ich nur dafür da, um zu moderieren und Gespräche passieren zu lassen. Ws ist nicht so, dass ich jetzt den Zuschauern erkläre, was sie sehen, sondern dass man selbst beschreibt, was da vor einem ist. Und man schaut sich dabei wirklich bewusst eine Stunde lang eine Arbeit an und lernt dann auf eine ganz intensive Art diesen Künstler oder diese Arbeit kennen. Mir ist das oft im Vergleich mit Erwachsenen aufgefallen, dass Erwachsene natürlich oft mit ihrem Wissen glänzen, mit ihrem Expertentum oder sie haben schon was gelesen und sich mit dem Künstler schon auseinander gesetzt und haben dann eine ganz klare Vorstellung. Aber oft ist eine gewisse Hürde da, um sich jetzt auf diese eine Arbeit  so wirklich einzulassen. Da besteht so ein Abwehrmechanismus und vielleicht auch ein gewisser Schutz. In diesem Tempel der Kunst, da traut sich auch ganz selten ein Erwachsener zu sagen, mir gefällt das Bild gar nicht oder ich kann damit gar nichts anfangen.

Da ist dieser Drang, also man muss jetzt was darin sehen.

Ja, genau. Oder man muss das jetzt irgendwie deuten können und hätte ansonsten eine Wissenslücke. Und bei den Kindern ist diese Hemmung einfach gar nicht da. Die sehen das und sagen dann einfach,  dass sie es wirklich hässlich finden.  Dann gibt es ja auch immer diese Museumswärter, die dann natürlich gleich ganz pikiert gucken. Also wie kann man sowas sagen! Das ist hier jetzt was von Nolde oder Monet und das ist super wertvoll und das hängt in einem Museum und hat seine Daseinsberechtigung. Jetzt sagt dieses Kind, es ist hässlich und wir lassen das zu, das zu sagen. Aber es geht jetzt nicht darum, ob es hässlich ist. Die viel interessantere Frage ist ja, warum ist es hässlich? Warum empfindest du das so und versuche das zu artikulieren, was dein Gefühl dabei ist. Und dann wird es interessant. Dann fängt es an, wirklich interessant zu werden.

Es geht nicht um die Frage, ob das jetzt gut ist oder schlecht oder teuer, sondern es geht darum, was für einen Effekt es auf einen hat.

Ja. Und was ist die wirkliche Bedeutung. Wenn man sich wirklich damit auseinander setzt und sich fragt, warum ist es jetzt hässlich oder warum ist es hübsch oder was ist an der Arbeit, das mich vielleicht auch provoziert. Das gibt es ja auch. Also Kunstwerke die einem nicht nur nicht gefallen, sondern man fühlt sich fast schon beleidigt. Und was ist es genau, was dies in mir auslöst? Und dann kommt man auf den Inhalt und auf die wirkliche Bedeutung.

Es geht auch darum, die Welt mit mehr Gefühl wahrzunehmen. Es gibt Leute, die sagen vielleicht, ich finde das Bild hässlich. Ich mag es nicht, ich will es nicht nochmal sehen. Eine andere Möglichkeit ist aber auch, zu sagen, das Bild löst in mir das Gefühl aus, dass ich es hässlich finde. Ich gehe dem aber noch weiter nach und es ist mittlerweile eins der wichtigsten Bilder für mich, weil ich erkannt habe, dass ich durch dieses Bild an den Tod meiner Uroma erinnert werde. Und auf einmal ist es ein Lieblingsbild. Es geht ja darum, welche Aktion und Reaktion Kunst auslösen kann und nicht wie teuer man es verkaufen kann.

Ja, da hast du auch gerade was angesprochen. Ich denke vielleicht steckt in so einem Bild dann nicht nur der Verlust der einen Oma, vielleicht steckt der Verlust an sich auch in dieser Arbeit oder der Tod an sich. Und deswegen empfinden ja auch viele Menschen vielleicht etwas Ähnliches. Dann beschreibt man ja auf einmal die Bedeutung, die dieses Bild vielleicht auch hat. Wenn man das für sich aufgedrösselt und für sich selbst erkannt hat. Also nicht durch einen Experten, der einen jetzt aufklärt, was man da sieht. Mir ist auch oft aufgefallen, wenn man sich mit den Erwachsenen unterhält, also die Kinder und Jugendliche sind da viel schneller im Erfassen von dem, was sie sehen und sind auch nicht so voreingenommen. Die trauen sich auch ganz schnell zu sagen, nein, ich find es nicht gut oder das gefällt mir nicht. Sie sind ehrlicher und direkter, auch nicht so gehemmt. Und diese Frage, also wenn man das für sich aufgedrösselt hat und herausgefunden hat, was es genau ist, ganz oft verändert sich dann zum Schluss auch die Wahrnehmung von einem Bild. Wenn ich erkannt habe, was in dem Werk drin steckt, was mich so aufregt oder was ich einfach grässlich finde, dann ändert sich auch auf einmal, wie man das Bild sieht und wahrnimmt. Ich hab es schon ganz oft erlebt, dass jemand das Bild dann auf einmal richtig gut findet. Oder eine Videoarbeit richtig gut findet.

Es kann ja auch wie eine Art Psychotherapie durch ein Bild sein. Das Bild kann ein Fenster eröffnen zu der Gefühlswelt und man kann sich fragen, wieso habe ich diese Reaktion auf das Bild. Es ist vielleicht auch eine einfachere Möglichkeit, zu schmerzhaften und auch negativen Gefühlen. Zu einfachen und positiven Gefühlen Zugang zu finden ist immer recht einfach, aber zu den nicht so angenehmen, ist das schwieriger.

Wir hatten das auch schon, dass nach einer Performance von uns das Publikum das Ganze verstörend fand. Ich denke aber, in der Kunst geht es nicht immer um die schönen Blumenwiesen. Besonders in Umbruchzeiten, da sieht man in der Kunst ja immer wieder, dass sich auch die Bilder der Künstler verändern. Unmittelbar vor Kriegen hat man schon sowas wie eine Vorahnung in den Werken gesehen. Und ich denke, das ist wichtig, dass man sich auch damit auseinander setzt. Dass man nicht einfach nur immer den schönen Bildern auf Instagram folgt und alle sind happy und man läuft aber damit dann irgendwann ins Leere. Weil es so unbefriedigend ist und man immer nur diesen Likes hinterher rennt und doch eigentlich auf der Suche nach Liebe und Anerkennung ist. Die Kunst kann einem wirklich mehr geben, als nur so eine hübsche Sache, die man aufhängt oder den großen Namen, den man gekauft hat und sammelt. Kunst kann sich wirklich mit Dingen auseinander setzten. Aber das bedeutet auch, dass das für den Betrachter anstrengend ist. Definitiv. Das verlangt auch viel ab, aber man muss sich besonders heutzutage auch mit solchen Dingen auseinandersetzen. Man kann nicht einfach sagen, nein. Ich weiß auch nicht, ob man von guter Kunst sprechen kann, wenn sie höflich ist. Man kann eben nicht um jeden Preis gefallen wollen. Das ist ja auch nicht die Aufgabe der Kunst. Zumindest nicht die der guten Kunst. Die Kunst, die gefallen will, die verkauft sich vielleicht nur besser.

Deshalb kann Kunst ja alles sein. Man kann nicht bestimmen, dass Kunst immer jemandem ein gutes Gefühl geben muss.

Ja, dann wäre es Deko oder Kitsch. Wobei ich manchmal auch auf Kitsch stehe. Aber wir leben ja in einer Bilderflut. Wir werden ja täglich mit Bildern bombardiert und wahrscheinlich hat man auch diese Abwehr gegen Bilder,  die einen vielleicht verstören oder die vielleicht auch Angst machen. Dann hat man so einen Abwehrmechanismus und kann sich darauf nicht einlassen, weil wir einfach täglich mit Bildern bombardiert werden. Aber ich denke, gerade heutzutage sollte die Kunst sich nicht oder Künstler sollten sich nicht zu Werkzeugen machen lassen, um diese Maschinen mit Bildern zu füttern. Also im Maßlosen. Vor allen Dingen ist man dann sehr schnell auf einer ganz anderen Ebene. Man sollte wirklich auch einmal innehalten und sich auf ein Werk oder ein Bild einlassen und sich auch die Zeit nehmen, um sich wirklich damit auseinanderzusetzen. Das ich viel nachhaltiger und befruchtender und befriedigender und wirkliches Seelenfutter, als diese Schnelllebigkeit. Aber wir sind ja auch selbst Teil davon.

Das war Wort war grad schön. Kunst muss Seelenfutter sein.  Es muss mich berühren. Es sollte mehr den Anspruch haben, die Leute zu berühren, als sich nur verkaufen zu wollen.

Wir stecken auch ganz schön in geübten Wahrnehmungen drin. Also ich kann jetzt nicht für die anderen von Die Segel sprechen. Da ist ja auch noch der Dirk Baumanns dabei, der auch Performance macht und der Maximilian Reimann dokumentiert mit Film und macht auch ganz tolle Dokumentationsfilme oder kleine Kurzfilme, die dann natürliche wieder eine ganz eigene Arbeit sind. Das muss man wirklich sagen, weil er dabei beim Schnitt auch viele Entscheidungen trifft und das ist dann schon wieder eine eigenständige Arbeit. Sven Schuppar macht immer die Grafiken und hat auch unser Logo entworfen. Wir befruchten uns die ganze Zeit gegenseitig, reiben uns aneinander, streiten und diskutieren. Ich muss auch dazu sagen, dass ich von den Segeln, von den Jungs und von dieser intensiven Zeit, die wir zusammen erlebt haben wirklich viel gelernt habe und bin darin auch gewachsen, selbstbewusster geworden und auch sicherer mit meinem eigenen Werturteil und mit meiner eigenen künstlerischen Identität. Und auch was ich selbst für mich definiere, was Kunst ist oder was der Auftrag für Kunst eigentlich sein sollte. Das ist auch manchmal ein schmerzhafter Prozess und man erlebt auch Niederschläge. Es gehört einfach auch Scheitern dazu. Das muss man auch ganz klar sagen. Ich hab mir das natürlich dann nicht ausgesucht in Momenten zu scheitern, aber es war auf jeden Fall immer eine sehr schmerzhafte Erfahrung und das hab ich in meinem Leben auch schon ein paar Mal erlebt. Aber jede Krise birgt natürlich auch die Möglichkeit, sich selbst auch wieder zu hinterfragen und vielleicht auch neu zu definieren und auch nochmal zu überprüfen. Wenn alles gut läuft und alles erfolgreich ist, dann gibt es ja keine Notwendigkeit. Das gehört aber auch dazu, wir sind ja Menschen und keine Roboter und wir machen auch Fehler. Wenn man von der Malerei kommt, dann weiß man auch, dass ein Bild in Schichten entsteht. Es gibt bestimmt auch die genialen Genies, die auf Anhieb das Meisterwerk bilden, aber in der Regel ist das ein langer Prozess. Es gab auch Bilder, die hab ich an einem Stück in einer Nacht gemalt und war dann fertig. Es gibt aber auch manche, da malt man Monate dran. Und da muss man immer wieder neu anfangen und immer wieder übermalen. Das ist auch schmerzhaft. Im Leben ist das auch so. Tod und Krankheit gehören dazu und auch das Scheitern gehört dazu. Wenn man sich als Künstler definiert, dann ist es schon ein hohes Maß zu sagen, mein Leben, meine Erfahrungen und auch mein Scheitern möchte ich in meine Kunst bringen. Das ist natürlich auch ein Risiko. In dem Moment macht man sich nämlich auch angreifbar. Es ist leichter schöne Bilder zu malen, als unbequeme, aber ich denke, es lohnt sich am Ende.

DIE SEGEL über sich selbst auf ihrer Webseite:

„Die Segel“ ist die Verbindung von Künstlerinnen und Künstlern, von Medien und Medienentitäten. Jeder der Künstlerinnen und Künstler deckt verschiedene mediale Bereiche ab. Gemeinsam erschaffen „Die Segel“ ein Konglomerat von Thematiken und Bildwelten. Ziel ist das gemeinschaftliche Produkt, das sich in Performances, musikalisch hinterlegten Filmsequenzen und Fotografien darlegt. Die Performances entstehen vor dem Publikum. Mittels Grafikprogrammen und Beamer werden Bilder auf die agierenden Performer und den Bildraum projiziert. Dies geschieht in Echtzeit, ebenso wie die generierte Musik, in selber Form auf die agierenden „Segel“ eingeht und vor dem Publikum erstmals unwiderruflich entsteht. Ein zerbrechlicher Moment wird thematisiert, dessen Prämisse die Bejahung des Bildes voraussetzt. Es ist nicht unbedingt der narrative Handlungsstrang, der die Dramaturgie der vorgetragenen Performances bestimmt, sondern die Spannung und Komposition des gespielten Einzelbildes. In dunklen Umgebungen werden Bilder aus dem Computer heraus auf weiße Flächen geworfen. Ziel ist die menschlich-körperliche Rückeroberung der technisch-medial vermittelten Bildwelt. In Anlehnung an Maurice Merleau-Pontys Zitat zum Feld der Malerei: „Indem der Maler der Welt seinen Körper leiht, verwandelt er die Welt in Malerei. Um jene Verwandlungen zu verstehen, muß man den wirkenden und gegenwärtigen Körper wiederfinden, ihn, der nicht ein Stück Raum, ein Bündel von Funktionen ist, sondern eine Wahrnehmung und Bewegung Verbindendes.“

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Tamara Zippel

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Foto Credits: Die Segel, Tamara Zippel, Bernd Löser und Sven Schuppar