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Zwischen Grafikdesign und Plastik: Installationen von Clemens Behr

Um etwas künstlerisch Wertvolles zu erzeugen, bedarf es keiner teuren Gebrauchsstoffe, wie Clemens Behr uns deutlicher nicht demonstrieren könnte. Aus recycelten Fundmaterialien wie Pappkarton, Sperrholz, Mülltonnen, Glas, Kunststoff, Blech, Rohren, Bausteinen oder was er eben sonst so in die Finger kriegt, arrangiert er ortsspezifische Installationen im privaten und öffentlichen Raum – in internationalen Galerien oder im Park, an der U-Bahn-Station oder auf einem alten Fabrikgelände.

Der studierte Grafikdesigner wurde 1985 in Koblenz geboren und lebt derzeit in Berlin. Inspiriert von den Herrschaften Picasso, Duchamp und Schwitters begann er 2006 seine Liebe zu Graffiti mit der grafischen Formsprache des Dadaismus und Kubismus zu verknüpfen und erstellte entsprechende Collagen. Als er für die Teilnahme an einer Gruppenausstellung nicht das nötige Kleingeld besaß, um richtige Rahmen dafür zu bauen, schnitt er gefundene Pappkartons so zurecht, dass sie die geometrischen Elemente in seinen zweidimensionalen Arbeiten bemerkenswert hervorhoben und sich dadurch als originelle Gesamtkunstwerke entpuppten. Bei der nächsten Ausstellung verbot man ihm in die Galeriewände zu nageln, weshalb er die Papprahmen kurzer Hand mit Dachlatten stützte. Diese Innovationen trieben ihn letzlich über die Grenze von der zweidimensionalen zur dreidimensionalen Gestaltung. Sein Studium sensibilisierte ihn für räumliche Anordnung, Gleichgewicht und Rhythmus, heute bewegt sich Behr irgendwo zwischen Grafikdesign und Plastik, zwischen Struktur und Fläche.

Die oft fragil wirkenden, einnehmenden Skulpturen beschäftigen sich in erster Linie mit der Architektur im Raum. Der Ort bestimmt die grobe Form, das Material, sowie das Farbspektrum, indem sich das Gebilde bewegen soll, der Rest entsteht dann eher intuitiv. Aus unzähligen Linien und Flächen konstruiert der Künstler detailreiche, abstrakte Kompositionen mit einer Fülle von Raffinesse und Illusion, die den ein oder anderen an komplexe Origamiobjekte erinnern mögen. Dabei geht es vorallem um Gestaltung durch Dekonstruktion: Der Raum wird zerlegt, fragmentiert und dann wieder neu zusammengefügt. Materialien werden durch Zersplittern, Zerreißen oder Zerschlagen aus ihrem Kontext gelöst und in einen neuen hinein gesetzt. Dem rationalen Ansatz des klassischen Konstruktivismus setzt Behr das Disparate unserer realen großstädtischen Kultur entgegen und macht dabei aus „Abfall“ etwas Sinnvolles. So verbindet Clemens Behr die Technik der Moderne, Collage und Assemblage, mit den prägenden Einflüssen unserer Gegenwart, dem rohen Charme von Industrieruinen und Graffiti im urbanen Raum.

Mehr davon gibt’s auf seiner Website.

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Fotos:
www.clemensbehr.com

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