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Von Gnomen, Elfen und Arschengeln – Knödellustration

Nervige und stressbereitende Personen hat sicherlich jeder in seinem Umfeld und jeder geht bestimmt unterschiedlich und auf seine Weise mit diesen Individuen um, die einem das Leben schwer machen. Der eine ignoriert, der nächste streitet sich, andere reagieren sich im Sport ab. Jessica Marquardt alias Jay Gnomenfrau hat eine sehr kreative Art entdeckt, mit diesen sogenannten „Arschengeln“ umzugehen und dies in ihre Passion zum Malen umzuwandeln. Die Kunst wirkt als Ventil und dient zur persönlichen Auseinandersetzung mit den eigenen Emotionen.

Jessica Marquardt stellt sich die stressbringenden Personen oder auch unangenehme Situationen einfach als kleine Zwerge, Gnome oder Fabelwesen vor, nennt sie Arschengel und malt diese dann. Es ist eine Art Metamorphose einer Angenervtheit, die sie mit einer Person erlebt hat. Daraus entstehen kuriose Figuren und phantastische Welten, die auf den ersten Blick auch in einen Tim Burton Comic oder ein Janosch Kinderbuch passen. Und aktuell illustriert sie auch ein Kinderbuch. Darüber hinaus nimmt die selbständige Künstlerin mit ihrem Label „Knödellustration“ Auftragsarbeiten aus verschiedensten Feldern der Illustration an. Sie gestaltet CD Cover, bastelt Fantasy Fan Art, kreiert Kartenspiele, entwirft Flyer und zeichnet Karikaturen. Mittlerweile kann man ihre Werke auch auf Postkarten oder auf T-Shirts bedruckt im Onlineshop oder auf ihrer Webseite erwerben. Zauberhaften handgefertigten Schmuck gibt´s dort auch. Das Zentrale sind aber die Aquarelle und Acrylgemälde zu den unangenehmen Arschengeln.

Die Künstlerin ist Mitglied des Netzwerkes ART Archiv, das gerade heute (28. September) in Aschaffenburg zu einer Vernissage im Art de Temple einlädt. Eine „ART Archiv präsentiert“ Ausstellung mit den Künstlern Alexander Kruschel, Dora Esther Madelaire, Lorena Ojeda, Petra Wind, Heike Dubis, Heiko Powell, Sadi Reis und Alexander Grauberger wird dort die nächsten zwei Wochen zu sehen sein. Heute Abend findet aber zunächst die Eröffnung mit AFTER ART PARTY statt. Die Künstlerplattform ist auch mit anderen Vereinen und Plattformen vernetzt, und so war Jessica Marquardt als Jay Gnomenfrau mit einem Stand und einer kleinen Gruppe an Zwergen und Elfen als Mitglied vom ART Archiv beim Straßenfest des Traumschläger Kollektivs in Frankfurt vertreten. Dort hat sie uns in einem Interview von ihrem Schaffen und den Arschengeln erzählt. Hier ist der Mitschnitt, im weiteren Verlauf folgen verschriftlichte Passagen des Gesprächs:


Also du malst Gnome und Elfen?

Auch, unter anderem. Also ich hab eigentlich angefangen mit Aquarell und illustrativ zu arbeiten. Da waren dann große Vorbilder, hier Janosch zum Beispiel, oder in Richtung Tim Burton. Das waren immer so meine Vorbilder. Da hab ich so mit angefangen und im Endeffekt ist das eine Phantasiewelt, die aber aus einem sehr realistischen Hintergrund heraus entstanden ist.

Wann hast du damit angefangen?

Ich male, seit ich Kind bin. Ich konnte eigentlich kaum die Stifte weg legen, ich hab´s einfach nicht hingekriegt. Ich hab aber dann irgendwann ein naturwissenschaftliches Studium absolviert und hab das eigentlich immer als Gegenpol betrachtet. Die Kunst.

Liest du auch gerne Fantasy-Bücher? Oder wo bekommst du deine Ideen her?

Ja, also ich hab gerne Fantasy Romane gelesen, ich bin nur mit der Zeit irgendwann dann etwas lesefaul geworden. Das hängt aber mit dem Studium zusammen und mit den Jobs, die ich dann gemacht hab. Da musste man den ganzen Tag am Bildschirm ganz viel lesen und dann werden die Augen einfach irgendwann müde. Man hat in der Freizeit dann auch einfach keine Lust mehr zu lesen. Dafür hab ich mir dann aber ganz viele Künstler angeschaut. Hab gekuckt, was die so gemacht haben. Und es gibt ja auch so tolle Elfenbücher und Illustrationen dazu. Die haben mich natürlich inspiriert. Ich versuche aber immer, also wenn ich meine eigenen Bilder male, dann schlag ich alle Bücher zu und dann wird alles zu Seite gelegt, weil ich möcht nicht abmalen. Das ist alles nur aus meinem Kopf und den Anspruch hab ich auch.

Warum diese Wesen? Könnte ja auch ein Ritter sein, oder ein Tier.

Im Endeffekt hab ich tatsächlich dazu auch ein Buch gelesen, in dem ging es um Psychologie und auch und dieses sich selbst vielleicht nicht mehr so ernst zu nehmen und den Menschen um uns herum, die uns ärgern, den sogenannten Arschengeln, das sind nämlich ganz wichtige Menschen in unserem Leben, weil sie sich, also sie bringen uns sozusagen dazu, uns mal von einem anderen Standpunkt zu betrachten und das dann zu überdenken. Wie wir sind, wenn uns das jetzt so aufregt, was die machen, was läuft mit uns schief. Und die Arschengel waren eigentlich so der Begriff, den ich im Hinterkopf hatte, als ich mir gedacht hab, Mensch, dieser Chef, diese Person, dieser Bekannte oder wie auch immer, der regt mich grad so dermaßen auf, oder der macht mich fertig, oder es macht mich traurig, oder sowas. Also Emotionen, die derjenige bei mir ausgelöst hat, wo ich einfach dachte: Stell dir einfach vor, es ist ein kleiner dicker Zwerg. Und dann ist das Leben nur halb so schwierig. Es ist wirklich so. Dann hab ich angefangen, diese verschiedenen Charaktere, diese Arschengel sozusagen in Bilder zu fassen. Und verschiedene Stimmungen.

Also hinter jeder Figur und jedem Gnom verbirgt sich eigentlich eine Person, über die du deinen Frust nieder gemalt hast?

Ja, also vielleicht sind es auch nicht immer spezifische einzelne Personen, sonder auch Situationen. Also wenn man im Stau steckt oder sowas. Oder eine Angenervtheit, oder eine Traurigkeit, oder auch wenn man sich unter Druck gesetzt fühlt. Es gibt ja eine große Breite an Emotionen und gerade wenn man wirklich auch unter Druck steht im Job, also Leistungsdruck zum Beispiel, das sind ja auch so Situationen, da braucht man ein Ventil dafür. Und für mich ist die Kunst eigentlich immer ein eindeutiges Ventil gewesen für alle Situationen, die ich durchmachen musste.

Du malst dadurch ja sehr phantastische, aber auch sehr persönlich gefühlvolle Bilder.

Ja, es ist halt so, dass es früher schneller ging mit dem Aquarell. Jetzt bin ich natürlich ein bisschen größer geworden. Vom Format her bin ich jetzt auch auf Leinwand umgestiegen und hab viel mit Acryl auch experimentiert. Da muss man dann auch schon mal warten, bis es getrocknet ist und solche Dinge. Das macht mich dann auch schon manchmal ein bisschen nervös, weil ich diesen Zustand oder diese Situation nicht immer so lange festhalten kann. Aber es entsteht natürlich immer alles vorher mit einer Skizze, die übertragen wird und dementsprechend ist die Farbgebung dann manchmal auch gar nicht mehr so der emotionale Part, sondern eigentlich die Motivfindung in dem Sinne.

Wie kamst du dann zum ART Archiv?

Also ich hab Alexander Grauberger durch Zufall in Aschaffenburg getroffen.  Bei Kunst im Garten, da bin ich jetzt das dritte Jahr dabei gewesen. Ich kenn die Leute aus Aschaffenburg auch, das ist ja auch nochmal so ein Stammtisch, den die haben. Und da hat mich der Alex angesprochen, ob ich Lust hätte, vielleicht mitzumachen bei ART Archiv. Natürlich ist doch klar, tolle Idee, bin ich gerne dabei. Ich wohn jetzt zwar nicht mehr in Aschaffenburg, sondern in Wertheim. Aber das tut dem allen ja kein Abbruch und das ist ja alles nicht aus der Welt.

Du malst als Jay Gnomenfrau die Bilder, aber du fertigst ja noch viel mehr Dinge an.

Ja, genau. Ich hab eigentlich angefangen mit den Illustrationen. War ganz schön. Dann hab ich ein Buchcover gemacht von einer Autorin in Aschaffenburg. Ich hab CD Cover gemacht für die Band von meinem Vater, der leidenschaftlicher Musiker ist, was ich leider nicht abbekommen hab. Jetzt hab ich auch ein kleines Kinderbuchprojekt, das ich illustriere. Wenn ich dann halt dazu komme. Es ist momentan eben etwas schleppend mit Full-Time-Job und so weiter. Aber das läuft auch. Und ich mache noch relativ viel so kleine Karikaturen. Also dann von tatsächlich existierenden Menschen, die dann auch wieder erkannt werden. Die freuen sich auch immer. Also im Freundeskreis sind die Leute ganz begeistert, die freuen sich auch und ich bekomm immer wieder mal Aufträge. Die finden das auch immer wieder ganz witzig und in einem kleinen Zeitfenster kann man solche Sachen dann auch machen.

Dein Label heißt ja „Knödellustration“. Wieso Knödel?

Ja. Also ich esse unglaublich gerne Knödel. Gerade die Semmelknödel, die haben es mir wirklich angetan und auch die Zwetschgenknödel, die auch mein Opa immer gemacht hat. Und die gibt es in groß, die gibt es in klein, die gibt es in salzig, die gibt es mit Füllung, die gibt es in allen Varianten und jeder, also wirklich jeder, den ich jemals getroffen hab, mag irgendeinen von diesen Knödeln. Mindestens. Also Knödel kann man eigentlich nicht schlecht finden oder nicht mögen, die sind auch nicht bösartig oder die können auch nicht aggressiv sein oder sowas. Die können aber auch ordentlich weh tun. Knödel sind einfach vielfältig und toll und jeder mag sie.

Du bist nur online unterwegs oder? Also du hast keinen Laden?

So ist es. Ich hab sozusagen meine Privaträume, da arbeite ich vor mich hin. Ich hab auch in Wertheim ein paar Leute gefunden, die mit mir regelmäßig dort Ausstellungen in der Innenstadt machen. Das war wie gesagt die Verbindung zu Aschaffenburg, wo ich auch regelmäßig bei Kunst im Garten vertreten bin. Ich arbeite natürlich dran, immer mal wieder Projekte zu machen. In Marktheidenfeld hab ich ein Wandbild im Comicstil für den „Schnauze und Schnabel“ Tierbedarf-Laden gemalt. War auch eine total schöne Erfahrung mal so groß zu arbeiten. Also ich strecke immer meine Fühler aus, gehe auch gerne raus, aber die eigentliche Arbeit findet im Privaten statt.

Man kann dich also in der Region auf Kunstmärkten oder Messen mit deinem Stand und einer Auswahl deiner Werke antreffen?

Ja, auf jeden Fall. Ich versuch mir dafür immer die Zeit zu nehmen. Momentan bauen wir noch ein altes Fachwerkhaus um, deswegen ist es mit der Zeit gar nicht immer so einfach. Und einige von den Märkten kosten echt viel Geld, was ich nicht hab.

 

DIE KÜNSTERLIN ÜBER SICH IM NETZ: Knödellustration, so heißt meine kleine Illustrationsmanufaktur! Als ich das erste mal einen Tim Burton Film sah, wusste ich, dass ich nicht alleine bin, mit meiner Liebe zu kleinen Gruselgestalten, Antihelden und Halloween-Stimmung. So entstanden im Laufe der Jahre meine eigenen kleinen Monster, mal traurig, mal niedlich, mal fröhlich und mal gruselig. Ich habe viel dazugelernt, vor allem über mich selbst und meine eigenen Monster. Wenn draußen die Sonne scheint und über 30°C herrschen, ist es sehr wahrscheinlich, dass ich bei geschlossenen Fensterläden bei Schummerlicht mit umgehängter Wolldecke über meinem Skizzenbuch gebeugt an einem neuen Entwurf arbeite. Wenn der Helbst kommt, kommen auch neue Stimmungen und Ideen wie von selbst. Der Herbst ist einfach meine Jahreszeit! Lass dich entführen in meine kleine Knödellandschaft. Neben den Arbeiten im Illustrationsbereich, erstelle ich auch individuelle Auftragsarbeiten auf Papier oder Leinwand, Karikaturen, Buchillustrationen. Auf Anfrage gestalte ich Ihnen gerne Ihr Wunschmotiv. In Formaten von A6 bis A1: Aquarelle, Karikaturen, Geburtstags- und Hochzeitskarten, Bilder auf Leinwand in Acryl sowie MiniaturSkulpuren. Über Facebook biete ich Prints und Kunstpostkarten an, im Onlineshop sind auch T-shirts, Uhren und Handyhüllen uvm erhältlich! Weitere Dienstleistungen: Flyergestaltung, Einladungen, Bildbearbeitung, CD Cover u.v.m. Für Wunschmotive kontaktiere mich via Facebook oder Email.

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Jay Gnomenfrau / Knödellustration

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