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Frankfurter Zweierlei
Hommage an das Wasserhäuschen

Das Frankfurter Singer-Songwriter-Duo „Frankfurter Zweierlei“ hat uns bei Radio X besucht und die Musikinstrumente gleich mitgebracht. Stefan Ruh und Jörg Royer lieben die Stadt mit all ihren schönen und nicht so schönen Details, mit allen Kanten und Ecken und bringen das in ihren Liedern herrlich zum Ausdruck. Es sind fast schon Balladen, wie beispielsweise die Ode an das Wasserhäuschen und die Kiosk-Kultur. Live Musik im Radio ist klasse, hört sich auch ganz anders an, als von der CD abgespielt, vor allem wenn man selbst mit im Studio sitzt… Die beiden spielten die Songs Wasserhäuschen, Gänsehaut und Henninger Turm. Den vollständigen unterhaltsamen Beitrag findet ihr hier im Podcast, wir haben ein paar Passagen und Fragen im Folgenden zusammengefasst und verschriftlicht.

Ihr seid ja zwei Lokalpatrioten und singt von der Stadt und eurer Liebe zu Frankfurt.

Man bekommt bei unserer Musik einen tiefen musikalischen Blick in die Frankfurter, aber auch hessische Seele. Das ist uns ganz wichtig. Wir sind ja auch Berufsfrankfurter, sind hier geboren, nie weggezogen. Und die Frankfurter City und Stadt bietet unglaublich viele Themen. Frankfurt ist sowas von vielschichtig und wunderbar und da wird es einem wirklich nicht langweilig. Die Stadt ist kulturell und international und hat tolle Leute. Das ist einfach Frankfurt, das ist ein kunterbunter Haufen und trotzdem liebenswert. Die Wege sind so kurz und wenn man unterwegs ist, trifft man immer jemand. Auf kleinstem Raum kann man hier tausend Sachen erleben.

Am Kiosk steht ihr auch mal gerne, trinkt da ein Bier und unterhaltet euch dort.

Die Kultur am Wasserhäuschen hat sich ja sehr verändert, war früher verpöhnt, jetzt ist das ja hip und cool und angesagt, da sein Bierchen zu trinken und wir haben da mal ein schönes Liedchen drüber gemacht:

Support your own kiosk. Was wäre, wenn es diese tollen Treffpunkte nicht mehr geben würde, die unterschiedlichsten Menschen kommen dort zusammen, vom Bänker über den Skater zum Gärtner bis zum Bauarbeiter.

Wer mal die Unterschiede sehen möchte, der geht mal an den Matthias Beltz Platz, einen guten Kaffee trinken. Und danach fährt man an die Hanauer Landstraße ans Cassella Eck unter die Brücke. Das ist ein guter alter Kiosk, da kann man auch mal stehen und ein Bier trinken, da waren früher die Arbeiter. Es gibt für jeden da was. Wir haben auch schon zwei Mal im Mühlberglädchen gespielt, das ist ja das Wasserhäuschen des Jahres geworden und ist oben am Sachsenhäuser Berg. Nicht zu vergessen, Orange Beach. Da haben wir auch schon gespielt, das war auch schon Wasserhäuschen des Jahres. Das ist einfach eine Kultur für Frankfurt und es wäre sehr schade, wenn das aussterben würde. Durch die Immobilienspekulationen sind das natürlich heiß begehrte Dinge, und unser Lied ist ein kleiner Beitrag dafür.

Habt ihr schon eine CD veröffentlich?

Unsere erste CD heißt Heimisch, die ist 2013 raus gekommen. Die kann man im Hessenshop und in ausgewählten Läden kaufen. Aber eigentlich war die erste CD, auf der wir vertreten waren das Album „Main Eid“ mit dem Song „Das mag sein“. Da gab es 2011 einen Wettbewerb von verschiedenen Frankfurter Verlagen und Kulturtreibenden, „Frankfurter Lieder“. Dort haben 127 Bands mitgemacht. Wir waren ganz frisch gegründet und haben auch teilgenommen und den vierten Platz belegt. Momentan ist die neue CD eingespielt im Studio und die heißt Gehessisch. Wir haben dabei keinen Stress, nehmen uns Zeit und nehmen das ganze zuhause auf im eigenen Studio. Wir sind aber nicht gehässig, so dass wir die Leute aufziehen wollen und wir haben auch keinen moralischen Zeigefinger. Das heißt eher „Geh hessisch“. Ein Wortspiel ;-).

Habt ihr auch kritische Lieder und Texte?

Wir sind keine politischen Musiker und Schreiber, es geht uns um Erinnerungen und wir sprechen zwischen den Zeilen. Ich glaube man merkt an den Liedern schon, dass wir Frankfurt lieben. Aber das heißt auch nicht, dass wir nicht kritisch mit der Stadt umgehen. Frankfurt verändert sich ständig, viel zum Positiven zum Glück, aber es gibt auch Dinge, die man ansprechen muss. Aber das machen wir nicht in den Texten unserer Lieder, auf keinen Fall, sondern es wird immer so zwischendurch mit hinein gegeben. Es sind immer so Impulse, bei denen die Leute dann etwas drüber nachdenken müssen, sich Gedanken machen müssen. Das ist unser Stil, so sind wir und das gefällt den Leuten auch und erst mal gefällt´s uns, wir müssen natürlich authentisch sein. Alles was uns gefällt und authentisch bei uns rüber kommt ist im Endeffekt auch ehrlich für die Leute.

Dann spielt mal euren nächsten Song „Gänsehaut“.

Wir haben da so ein Lied, unsere Mütter waren nämlich beide alleinerziehend, das hat uns ein bisschen geprägt. Wir haben freitags immer „Ein Fall für Zwei“ mit Claus Theo Gärtner gucken müssen, immer um 20:15 Uhr. Das machen ja mittlerweile andere Leute und ist nicht mehr so gut. Und uns ist da aber aufgefallen, dass die bei Verfolgungsjagden immer ganz schnell die Orte gewechselt haben. Also vielleicht von der Festhalle zum Höchster Schloss dann waren die mal am Waldstadion und dann waren sie wieder hinten beim Gemüsetempel. Und das alles in 15 Sekunden. Und wir haben uns dann gedacht, totaler Quatsch, ne, des geht net. Deswegen haben wir uns gedacht, wir machen jetzt einen Frankfurter Spaziergang, den kann man nachlaufen, gedanklich. [im Podcast bei 13:16]

Ihr seid sicherlich auch Eintracht Fans?

Gänsehaut ist ja auch unser Eintracht Lied. Wir sind natürlich auch Eintracht Fans, gehen gern ins Stadion und freuen uns wenn die Eintracht spielt und gewinnt. Manchmal ärgern wir uns. Wenn die Eintracht verliert, dann ist Stefan eine Woche etwas grantelig, aber das gehört dazu. Wir machen ja alles selbst, covern ja gar nichts, darauf sind wir auch ein bisschen stolz. Und auch unser Eintracht Song ist natürlich nicht gecovered, der wird auch immer wieder gewünscht und zeigt natürlich auch unsere Liebe zum Verein. Es ist schon toll, wenn man so einen großartigen Verein in der Stadt hat mit dem ganzen Stadionspektakel.

Das dritte Lied, das ihr jetzt in der Sendung spielt ist dem Henninger Turm gewidmet.

Ja, das Lied zum Henninger Turm, mit dem Namen „Henninger Turm“. Wir halten es immer eher leicht mit den Songnamen. Das ist entstanden, als der Henninger Turm mal abgerissen wurde. Jörg beobachtete, wie der Kran den Turm von oben nach unten weggefressen hat. Wir haben uns dann dran erinnert, früher hat der Stefan oberhalb vom Henninger Turm gewohnt und wir waren dann immer beim Radrennen schön bei ihm grillen. Also man hat schon eine Verbundenheit. Als Kind oben gewesen und ja, das hat uns einfach inspiriert. Und der Jörg hat das so schön gemacht, der hat das aus der Sicht des Henninger Turms erzählt. Was der Henninger Turm so alles erlebt hat. Des ham`mer doch all gewusst, des wird net ewig gehe. [im Podcast bei 19:48]

Auf welchen Events spielt ihr?

Für dieses Jahr stehen schon sieben Termine fest. Wir haben schon auf kleineren Events gespielt wie auf Geburtstagen für 20 Leute, aber auch schon für das Stolze Museum in der 1822 vor 500 Leuten. Es gab Auftritte auf dem Grüne Soße Festival, bei Apfelweinfesten, auf dem Höchster Schlossfest, aber auch die kleinen privaten Dinge, das machen wir sehr oft. Im kleineren Kreis, ohne Mikro oder Verstärker. Durchs Mikro singen kann irgendwie jeder, weil da durch die Effekte auch die Stimme und die Sprache verändert werden, aber dieses ganz rein cleane ohne jegliche Verstärkung, das ist eine klasse Sache und macht uns total Spaß. Hessen ist auch ein schönes Bundesland und die ganze Region gehört auch zu uns, wir spielen auch mal in Wiesbaden und im Umland.

Stefan hatte damals in seiner Jugend den ersten Apfelwein in Sossenheim im Löwen getrunken, da hat er noch 70 Pfennig gekostet. Und damals wusste er schon sogleich, dass er irgendwann ein Lied über dieses Getränk machen will. Hier ein Video zum Song „Im Tal des Himmels, da steht ein Apfelbaum“.

KONZERTTERMINE  „Sei dabei, Frankfurter Zweierlei“

Freitag  4. Mai  18 Uhr  –  Feier im Wasserhäuschen des Jahres!  –   Mühlberglädchen  –  Wendelsweg 85, 60599 Frankfurt

Samstag 12. Mai  17 Uhr  –  30 Jahre Geschichtsverein Zeilsheim – In der Katholischen Gemeinde

Samstag 16. Juni  17 Uhr  –  Hessischer Tag  –  Pilsstube am Südbahnhof  – Bad Vilbel

Samstag 23. Juni  20 Uhr  –  Kulturbühne Fechenheim   –  Alt Fechenheim 80, 60386 Frankfurt

Sonntag 26. August  17 Uhr  –  Orange Beach –  Gutleutstraße 391, 60327 Frankfurt

Samstag, 1. September  –  Benefizveranstaltung „Lebens(T)raum“ – Wiesenhüttenplatz 28-38, 60329 Frankfurt

Sonntag, 9. September  11 Uhr  –  800 Jahre Nied –  Das Frankfurter Zweierlei präsentiert den Song „Nieder Kind“

INFOTHEK

  Webseite: http://www.frankfurter-zweierlei.de/

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