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Das Hebammen Projekt

Ich hatte euch ja schon von dem HITA-Verein in einem früheren Blog erzählt. HITA – kurz für „Healthcare Information Technology for Africa“ – betreibt Entwicklungshilfe im medizinischen Bereich in Afrika, vor allem in Ghana. Eines ihrer neusten Vorhaben ist das Hebammen Projekt, das vor einigen Tagen quasi begonnen hat. Aus Ghana sind zwei Hebammen, nein, eigentlich muss man sagen zwei Hebammen-Ausbilderinnen, nach Deutschland gekommen, um hier an einem Austausch teilzunehmen. Der beinhaltet verschiedene Schulungen, Workshops und Hospitationen an Kliniken speziell im Geburtshilfebereich. Vor allem an der Charité Berlin wird der Besuch eine Weile verbringen. Aber erst mal waren die beiden Hebammen in Frankfurt.

Die zwei Damen Afua Sarpong und Sandra Opoku sind am Karfreitag mit einigen Komplikationen am Flughafen wohlbehalten angekommen, aber dafür sind Alexander Yaw Arphul, Director of Human Resources for Health, Ministry of Health aus Ghana und Christopher Beyere, Head of Pre-Service Training Institutions of the Ministry of Health (MoH) gleich mit angereist. Aus München kam die Krankenschwester Manuela Bauer, aus Cambridge der deutsche, aber in Großbritannien als Geburtshelfer ausgebildete Peter Wolf hinzu. Die zweite deutsche Krankenschwester Franziska Manthey aus Bochum war leider verhindert. Die beiden deutschen Frauen werden im Juli für drei Monate nach Ghana reisen. Dann waren an dem Tag noch ein paar andere Leute des HITA-Vereins vor Ort und mit dieser Gruppe wurde in einem gemütlichen Schwanheimer Garten dann fleißig ein interessanter erster Workshop abgehalten. Die nächsten Wochen werden die Mädels in Deutschland schön herum geführt und die Tage sind vollgestopft mit Terminen, aber es soll ja auch so viel wie´s geht an Informationen mitgenommen werden. Am 5. Mai findet außerdem noch zum internationalen Tag der Hebammen eine Veranstaltung im Vivantes Klinikum in Neuköln / Berlin statt, auf dem HITA  mit dem Projekt und den Gästen auch präsent sein wird.

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In Deutschland ist es momentan so, dass auf ca. 250 Einwohner ein Arzt kommt. In Ghana sieht das etwas anders aus. Hier kommen auf schätzungsweise 250.000 Einwohner – wenn überhaupt – ein Arzt! Unzählige Krankenhäuser werden dort komplett von Krankenschwestern und „Nicht-Ärzten“ alleine geführt. Wenn man schon nicht so einfach einen Arzt hinschicken kann, dann aber doch relativ einfach Unterstützung durch Wissen und informativen Support. Wie nämlich in einzelnen Situationen gehandelt werden kann. Und hier versucht HITA neue IT-Gerätschaften in schwierigen Umgebungen sinnvoll einzusetzen. Vielleicht ist kein Profi-Chirurg im OP-Raum. Aber es wäre einer online. In der nächsten Stadt, in der Hauptstadt Accra, hier in Berlin oder in Sydney. Der dann nämlich erklärt was man wo wie durchschneiden muss, damit das Herz nicht zusammenfällt oder welches rote Kabel man nicht durchschneiden soll, damit die Bombe nicht explodiert. Nur um den möglichen Nutzen aufzuzeigen.

Mal nicht mit dem Smartphone nur Moorhuhn spielen. So doof, wie sich´s anhört ist es aber gar nicht. Weil Moorhuhn kann im Prinzip dort in Ghana jeder eher spielen, als dass die Leute Zugang zu medizinischen Hilfsmitteln bekommen. Ein Handy besitzt dort nahezu jeder. Die meisten sogar bessere und billigere chinesische Kopien von Geräten, die wir hier haben. HITA versucht hier Infrastrukturen zu nutzen, die ohnehin schon bestehen und diese neu einzusetzen. Es gibt ja eigentlich keinerlei groß ausgebauten Infrastrukturen außerhalb der Städte überhaupt. Aber das Funknetz steht. Zumindest um einiges weitgehender flächendeckend als sämtliche Straßennetze. Also warum nicht das Funknetz nutzen? Und warum nicht Personen unterstützen die dieses weitergeben können?

Die zwei Hebammen Afua Sarpong und Sandra Opoku sind von April bis Juni hier in Deutschland und lernen zusammen mit und von deutschen Hebammen den Ablauf in unseren Kliniken und die Möglichkeiten E-Learning-Systeme zu nutzen. Sandra und Afua sind nicht nur Hebammen, also „Midwives“, sondern auch Hebammen-Ausbilderinnen. In Ghana werden sie das erworbene Wissen weitergeben und neue „Midwives“ ausbilden. Aber auch die Nutzung von IT-Gerätschaft, die Kommunikation mit diesen und sie werden die Weiterentwicklung der E-Learning-Plattformen mit unterstützen.

Genauso soll dies auch auf umgekehrtem Wege funktionieren. Von Juli bis Oktober werden zwei deutsche Hebammen nach Ghana gehen, um dort für drei Monate die Arbeit vor Ort zu erfahren. Es geht in erster Linie darum voneinander zu lernen, aber auch darum, sich gegenseitig zu helfen. Dies funktioniert besser, oder eigentlich erst wirklich, wenn ein gegenseitiges Verständnis vorhanden ist. Man muss wirklich in das andere Land reisen, um die Gegebenheiten und die Kultur verstehen zu können. Es wird noch eine Soundcloud-Tagebuchseite eingerichtet, bei dem ihr Erfahrungsberichte nachhören und nachlesen könnt.

Heute Abend ist Vorstandsmitglied Thomas Erkert des HITA-Vereins zu Gast bei Radio X in der Sendung X-Wie-Raus. Der wird euch auch von den „Komplikationen“ bei der Anreise der Damen erzählen. Falls euch die Thematik interessiert, schaltet ein zwischen 18 und 19 Uhr. Wie immer bei solchen NGOs wird händeringend um Unterstützung gebeten, wenn ihr unterstützen wollt, klickt euch auf den Links durch. Es werden momentan auch Möglichkeiten ausgearbeitet für Auslandspraktika und die Betreuung von Hochschul-Abschlussarbeit im Rahmen der Projekte. Falls ihr da gerne was machen würdet, schaut euch die Seiten an und schreibt uns oder an HITA.

Hier ein Trailer zum Hebammen Projekt von Studenten der Beuth Uni Berlin:

Link zu HITA e.v.: http://www.hita-ev.org/

Likn zu HITA e.V bei Facebook: https://www.facebook.com/pages/HITA-eV-Healthcare-Information-Technologies-for-Africa-eV/448468271870135?fref=ts

Radio X: FM: 91,8 – Kabel: 99,85 oder Link zum Livestream: http://www.radiox.de/livestream.html

Foto: HITA e.V.
Video: Youtube

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