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Toy of the Ape – Das letzte Interview

[Article in English @ Vagabundler: Toy of the Ape – Alternative Rock ]

Eine legendäre Bandgeschichte mit vielen umwerfenden Konzerten und musikalischen Kreationen fand diesen Herbst beim Devil´s Bound Festival im Ponyhof mit einem letzten Konzert einen gebührenden Abschluss. Die grandiose Band Toy of the Ape hat sich nach siebenjähriger Bühnenkarriere und zwei veröffentlichten CDs im September aufgelöst.

Seit 2012 konnte man die zunächst vier Musiker, später als Dreierbesetzung, auf den Bühnen im Rhein-Main-Gebiet Grungiges und Alternatives rocken hören und sehen. Im August boten sie einen mitreißenden Open Air Auftritt auf dem Traumschläger Straßenfest. Wir haben mit Sänger und Gitarrist Michael Wiebusch in einem letzten Interview über die Zeit mit Toy of the Ape resümiert.   

 Gitarrenmusik. Ehrlich. Heftig. Ungehobelt. Emotionsgeladen. Laut. Tight. Zeitlos.

Das Trio bestand aus Thomas Faust an den Drums, Florian Pecora an der Leadgitarre und Michael Wiebusch als Sänger und an der Bassgitarre. Anfangs war noch viertes Mitglied Tob am Bass dabei. Im Podcast sind die Songs Down the Drain (4:00), Idly By (13:41), Just like Yesterday (20:36) und Simple Plan (27:54) enthalten. Das Gespräch ist außerdem im Folgenden verschriftlicht.

Wann habt ihr angefangen Musik zu machen? Anfangs wart ihr ja zu viert, jetzt seid ihr ein Trio.

Ja, das ist schon eine ganze Weile her. 2012 hatte ich die Idee, ich müsste mal wieder eigene Musik machen. Ich hab dazu im Internet nachgeschaut. Heute geht das ja alles über Facebook, damals war ich da noch überhaupt nicht angemeldet. Dort hatte ich bei Quoka.de was gefunden, Band sucht Musiker – Musiker sucht Band. Und da hab ich dann gleich die Möglichkeit gefunden mich quasi als Sänger ins gemachte Nest zu setzen, weil dort gab es ein Inserat: „Band mit Proberaum sucht Sänger“. Ich bin da dann aufgetaucht, die waren zu dritt. Der Tob, der Floh und der Thomas.

Also ihr habt euch nicht zu viert zusammen gefunden, du bist zur Band dann hinzu gestoßen.

Ja, die haben schon relativ lange gesucht. Mindestens zwei Jahren und auch schon herum geprobt, aber mit mäßigem Erfolg und mit mäßiger Zufriedenheit. Zuletzt hatten sie eine Sängerin, die aber regelmäßig die Probe abgesagt hat. Als ich dann dort aufgetaucht bin, wurde ich von denen kurze Zeit später fest eingestellt. Das war ziemlich nett und hat auch stilistisch gleich gut gepasst. Das war cool. Ich hab die Drei spielen gehört und die waren richtig tight, auf den Punkt mit Punsh. Da hab ich gleich gedacht: Da kann man was mit anfangen!

Wie würdest du eure Musik beschreiben?

Alternative Rock, bei dem man die 90er-Einflüssen deutlich raus hört. Ein bisschen Grungiges und Alternatives. Ja, also Alternative Rock.

In eurer Bandzeit habt ihr auch zwei CDs veröffentlich.

Ja, einen Longplayer und eine EP. Die erste, die LP, die heißt Ape of the Year. Die gab es 2014. Dazu gab es ein Releaseparty im Elfer, als dieser noch relativ frisch nach Sachsenhausen gezogen war. Dort haben wir im Keller released. Die zweite war im Frühjahr 2018 fertig. Auf der zweiten sind fünf Songs, auf der ersten elf.

Erzähl noch etwas zu den anderen Musikern.

Am Anfang war das ganz fair aufgeteilt, jeder hat genau eine Sache gemacht und zwar so gut er konnte. Gitarre, Schlagzeug, Bass und einen separaten Sänger, der ich dann war. Kreativ ging es auch vorwärts. Die hatten schon ziemlich coole Riffs. Wir hatten am Anfang eine sehr fruchtbare schöne Phase, wo ich einfach in kurzer Zeit Lyriks und Gesangslinien auf bereits existierendes Material legen konnte. Dann hatten wir die erste LP mit den elf Stücken, die war eigentlich nach wenigen Monaten geschaffen. Also zumindest das Songmaterial.

Es hat einfach gepasst. Ihr und die Musik, das hat sich schön zusammen gefügt.

Ja, das hat gepasst, es hat sich zusammen gefügt. Dann haben wir aber dummerweise bevor wir wirklich ans Giggen gekommen sind, hatten wir zunächst gedacht, wir brauchen gutes Promomaterial und haben alles erst mal aufgenommen. Das hat dann über ein Jahr gedauert und war viel Arbeit. Von daher haben wir uns erst mal als Studioband irgendwie verrannt. Und die Aufnahmen haben wir auch noch komplett in Eigenregie gemacht. Die Drums sind im Proberaum aufgenommen am Dornbusch. Die Gitarre und Bass an ich weiß nicht genau wo definierten Orten, aber das ging direkt in den Rechner. Und der Gesang ist größtenteils in einem Offenbacher Wohnzimmer eingesungen worden. Damals hatte ich auch noch nicht so die Kondition. Bis die Takes dann saßen, das hat eine Weile gedauert. Das würde jetzt schneller gehen. Aber gut, man muss sich ja auch entwickeln und das ist jetzt auch sechs bis sieben Jahre her.

Manche Bands spielen erst mal viele Jahre, bevor ein Album veröffentlich wird, ihr habt eben anders herum begonnen. Aber dann kamen ja reichlich Konzerte.

Ja schon, aber wir sind eben alle nicht so die Szeneleute, die die ganze Zeit Hansdampf in allen Gassen sind. Wir sind da eher auf die Musik fokussiert. Das ist zum Einen gut für die Musik, zum anderen Schade für die Welt. Es hat sich dann aber doch über die Jahre entwickelt und man hat so seine Nischen in Frankfurt gefunden. Die Stadt ist ja auch nicht wirklich die Rock-Metropole von Deutschland. Also mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Es sind über die Jahre dann aber doch einige sehr schöne Auftritte zusammen gekommen.

Wir haben gerade Down the Drain gehört. Was hat es mit dem Song auf sich?

Wir reden eigentlich gar nicht so viel drum herum, wir machen die Musik. Und es geht hier einfach darum, dass jeder sein Leben zu bewältigen hat. Der Song hat eben ein geiles Riff. Ich weiß nicht genau, wer das gebracht hat, der Tob oder der Floh. Die hatten irgendwann dieses Riff und dann hat sich das so organisch entwickelt und aufgebaut und schließlich ist dieses Down the Drain entstanden und hat gegrooved.

Es fließt bei euch eben gut zusammen, daher stellt sich auch vielen die Frage, wieso löst ihr euch denn auf?

Ja gut, wenn das Zusammenwirken kommt, dann ist das ein Geschenk vom Universum oder der menschlichen Psyche. Also eine Band ist nicht viel anders, wie auch eine WG oder eine romantische Beziehung. Es gibt Phasen, die sind halt traumhaft und andere Phasen, da hat man dann einfach keinen Wind in den Segeln. Und man kann dann irgendwie versuchen, was zu erzwingen, aber das funktioniert dann meistens auch nicht. Dann kann man auch einfach sagen, wir machen jetzt noch einen schönen Abschluss, wir spielen jetzt noch ein paar Mal und haben eine gute Zeit. Und dann schauen wir, wo uns das Leben sonst noch hinbringt. Es stehen viele neue Dinge und Prioritäten an, die anderen beiden sind auch Familienväter und haben zwei Kinder. Dann kamen noch berufliche Veränderungen dazu.

Dann spielen wir mal noch etwas von eurer Musik, was kommt jetzt?

Jetzt hören wir Idly By, aus der Zeit, als wir noch zu viert waren.  Da spielt der Tob noch das Bass Intro, was ich jetzt mittlerweile spiele. Ich hab die Bassfunktion vom Tob noch übernommen, wir sind jetzt nur noch ein Trio. Aber bei der Idly By Version auf der CD spielt der Tob noch den Bass. Am Anfang war ich reiner Sänger bei der Band, ich hab aber in früheren Bands auch schon Gitarre und auch mal Keyboard gespielt. Aber eigentlich immer gesungen. Das war schon immer so mein Hauptding. Und die Texte schreiben. Das wollt ich halt machen, das hat mir Spaß gemacht. 

Ihr habt eure CDs ja komplett selbst fabriziert, also könnte man sagen, ihr seid auch euer eigenes Label.

Ja, aufgenommen haben wir alles selbst. Wobei man aber sagen muss, dass die EP auch komplett selbst gemixt und produziert ist, aber bei der LP hat noch ein gewisser Roland aus Hamburg mit gemischt und gemastert. Ein alter Frankfurter Bekannter und Kollege von meinen Bandmitgliedern, der jetzt im Musikbusiness in Hamburg ist und uns etwas geholfen hat. Bei der Grafik von der EP hatten wir auch etwas Hilfe von einem Traumschläger Kollektiv Kollegen, von PunktSprengtLinie Fotografie.

Wo seid ihr denn in den letzten Jahren überall aufgetreten, wo habt ihr gespielt?

Im Elfer waren wir öfter mal. Im Summasummarum, was ja eigentlich eher als Jazz Location bekannt ist. Da kann man aber auch schön laut sein. Das ist unter der Erde, unter der kleinen Hölle, die es jetzt leider nicht mehr gibt. Wir waren schon im Ponyhof. Wir durften auch mal im Bett spielen, das war auch cool. Beim Glowing Amber Festival. In den neuen Räumen hat man auch mehr Platz und die haben auch richtig gute Soundtechnik und tolle Bühnenmonitore. In Kriftel gibt es auch einen Rockschuppen, der macht Spaß. Das Satyr, da haben wir ein paar Mal gespielt. Neulich haben wir in Hofheim auf dem Stadtfest gespielt, oder auch im E-Werk in Bad Homburg. Das ist auch eine ganz hübsche Location. Und als letztes eben auf dem Straßenfest vom Traumschläger Kollektiv, das ist auch ein Auftritt, der mit am meisten Spaß gemacht hatte. War richtig schön auf dem Fest vor tollen Leuten zu spielen.

Was hat es mit dem Namen auf sich? Toy of the Ape, also das Spielzeug des Affen?

Da gibt es eine sehr schöne Geschichte dazu. Und zwar bezieht sich Toy of the Ape auf den Stanley Kubrick Klassiker 2001 – Odysee im Welall. Und am Anfang erlangen ja die Menschenaffen dieses menschliche Bewusstsein und benutzen Werkzeuge. Der Affe entdeckt den Knochen und sieht die Möglichkeit, damit eben Tiere zu erlegen und Gegner zu besiegen und triumphierend schmeißt er den Knochen in die Luft. Da gibt es dann diesen berühmten Cut und der Knochen wird zum Raumschiff. Das ist die schöne Geschichte dazu. Toy of the Ape. Sie ist im Nachhinein ausgedacht. So, haha. Weil wir werden so häufig dazu gefragt. Das könnte man sich dann schön dazu vorstellen. Pop-Kultur Referenzen sind auch immer total geil. Vor allem wenn sie sich auf Klassiker der Filmkunst beziehen. Das ist jetzt aber alles im Nachhinein ausgedacht, um eine schöne Geschichte draus zu machen.

Und wie war es dann wirklich?

Tatsächlich war es so, dass wir dann doch mal einen Bandnamen brauchten. So nach ein paar Wochen oder Monaten. Dann haben wir ein Online Spreadsheet angelegt, wo jeder einfach seine Ideen rein schmeißen konnte und die haben wir dann mit einem gewissen Voting gescored. Also wir haben die Ergebnisse dann bewertet. Das haben wir dann tatsächlich in das Programm Bandname-Generator.com eingegeben und da ist dann nach 135maligem Klicken des Autogenerate Buttons „Ape of the Toy“ rausgekommen. Das haben wir dann einfach nur umgedreht und gedacht, ja das passt ja irgendwie. Also „Toy of the Ape“. Hat doch irgendwas. Dieser Vorschlag ist dann ganz schnell nach oben gewandert und wir haben es eben umgedreht und dann fanden wir es auch sehr cool. 

INFOTHEK

Email: info@toyoftheape.de

Webseite: http://toyoftheape.de/

Facebook: https://www.facebook.com/toyoftheape/

Soundcloud: https://soundcloud.com/toyoftheape

Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCa8Zfa295CLy3aHH5XefRBA

BackstagePro: https://www.backstagepro.de/toyoftheape

Michael Wiebusch Webseite: http://mwiebusch.de/

Radio X: http://radiox.de

FOTO & VIDEO Credits: Toy of the Ape – Michael DruenerFull Metal FotoFrau Fenster

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