Skandalöser Kinostart – The Interview

Nachdem der Film 2014 bereits für eine Welle hitziger Schlagzeilen gesorgt hatte, kommt „The Interview“ nun heute, am 5. Februar, auch bei uns in Deutschland in die Kinos. Bisher hat es noch keine Filmproduktion geschafft für derartige Furore zu sorgen, so dass der Kino-Start letztlich aus außenpolitischen Gründen vorerst gestoppt und immer wieder verschoben werden musste. Die Slapstick-Komödie handelt von einem Mordkomplott des CIA gegen das Nordkoreanische Staatsoberhaupt Kim Jong-un, das von dem Talkshowmoderator Dave Skylark (aka James Franko) und seinem Produzent Aaron Rapaport (aka Seth Rogen) während eines Interviewbesuchs durchgeführt werden soll. Die beiden sind rechte Trottel, bauen einen Mist nach dem anderen und bieten einen leicht amüsanten Streifen. Zwei Möchtegern-Agenten aus dem Schrott-TV auf geheimer Mission in Nordkorea.

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Den Nordkoreanern passt so ein Drehbuch natürlich gar nicht und Botschafter wie Regierung tadelten dies aufs Übelste und bezeichneten dies nicht nur als eine Art Kriegshandlung, sondern auch als eine Unterstützung des Terrorismus. Nach einem Hackerangriff und Datendiebstahl bei Sony Pictures und diversen Terror-Drohungen gegen US-Kinos und Besucher, und der Bezeichnung des Präsidenten der Vereinigten Staaten als „einen Affen im Urwald“ durch die nordkoreanische Nationale Verteidigungskomission, folgte aber dennoch in einem offiziellen Statement von Barack Obama, dass der Film veröffentlicht wird. Der Hackerangriff sollte ohnehin nicht von den Nordkoreanern eingefädelt worden sein, sondern von einer heimischen Gruppe von libertären Bürgerrechtsaktivisten. Die Weltpremiere fand am 11. Dezember in L.A. statt, der Film wurde aber schließlich erst am 25. Dezember in 331 von ca. 3000 geplanten Kinos gestartet. Nun gut, ein Riesentrubel, ich fand den Film nur eher mittelprächtig. Es gab keine wirklich lustigen Szenen, der Humor ist hier und da zum Schmunzeln aber recht flach. Ins Kino müsste man dafür nicht unbedingt. Auch die schauspielerische Leistung muss in einem derartigen Debakel nicht großartig geboten sein, es sind zwischendurch ein paar wenige aktiongeladene Kampfszenen vorhanden, das macht es aber auch nicht besser. Die beiden Protagonisten verzetteln sich vielmehr in idiotische Handlungen oder Unfälle und es wird nur so mit Klischeehaftigkeit um sich geschmissen. Eine Slapstick-Komödie eben, überzogen, makaber und trottelhaft mäßig lustig.

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Es zeigt hier aber vielmehr wie sehr die Filmindustrie Einfluss auf unsere Umwelt haben kann und diese dementsprechend humorvoll und provokant umsetzt. Es muss nicht unbedingt ein Dokumentarfilm sein, Hollywood gegen Nordkorea geht auch. Im Grunde wurden während der Herstellung des Filmes einige genau dieser Diskussionen und Skandale ausgelöst, wie sie im Film später gezeigt werden. Die ganze Drehbuchidee ist erst Mal eine idiotische Geschichte – soweit man sich nur den Film anschaut – aber mit der Umsetzung und Ausstrahlung dieser Produktion haben die Regisseure Evan Goldberg und Seth Rogen ja genau diese Provokation in die Tat umgesetzt. Nun kommt der Streifen auch zu uns, schaut ihn euch an, aber erwartet nicht zu viel. Die Hot Shots Filme oder die Nackte Kanone waren um einiges besser. Es bleibt jedoch weiterhin interessant zu beobachten, was dieser Film für internationale Streitigkeiten auslöst.

 

Video: Youtube
Fotos: Computing / Eteknix / Venturebeat / Engagdet / Fansided

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