fbpx
 

Zweierlei gleich zweimal

Das Singer-Songwriter Duo Jörg Royer und Stefan Ruh alias Frankfurter Zweierlei haben uns im Studio bei Radio X mit Gitarren und ihrer neu erschienen CD „geh hessisch“ besucht. Bereits im Sommer waren die beiden Musiker schon zu einer schönen Sendung zu Gast und haben Liebeslieder gespielt. Hymnen und Oden an die Stadt oder an besondere Menschen. Die Podcasts von den zwei Sendungen sind mittlerweile (endlich) online, mit dabei die live gespielten Songs „Die wahre Mona Lisa“,  „Halteplatz“, „Frankfurt warum lieb ich dich“ in der Liebeslied-Sendung und die Songs „geh hessisch“, „Wasserhäuschen Song“ und „Ein Sohn unserer Stadt – Friedrich Stoltze“ in der Kiosk-Sendung mit dem Verein „Linie 11 – Wir lieben Wasserhäuschen e.V.“, bei der die neue CD vorgestellt wurde. Aus beiden Audioaufnahmen sind im Folgenden auch Teile verschriftlicht.

SENDUNG  –  CD RELEASE: „geh hessisch“

Stefan: Ja, jetzt ist endlich unsere neue CD da: „geh hessisch“. Also sei nicht gehässig, sondern geh hessisch, wie gehen, also sei hessisch sozusagen. Das hat ein bisschen länger gedauert, wir haben glaub ich zwei Jahre dran gebastelt in Jörgs Tonstudio. Und dort haben wir jetzt aber zehn brandneue Frankfurter und hessische Hits zusammen gebastelt. Wir haben auch ein schönes Cover dazu gemacht und auch schon viel positive Resonanz dazu bekommen.

Stefan: Die Frankfurter Ober sind ja wirklich bekannt als die unhöflichsten Ober Deutschlands. Und es gibt dann auch Touristen, die wollen dann wirklich in eine so alteingesessene Apfelweinkneipe und sagen, ich will mal richtig angepfiffen werden. Oder noch schlimmer, ich muss raus geschmissen werden, weil ich den Handkäs mit der Gabel esse. Aber mit dem CD Titel ist es nicht so gemeint. Es ist wirklich eine Aufforderung hessisch zu gehen und auch ein tiefer musikalischer Blick in die Frankfurter und hessische Seele. Und ich glaube, das ist uns auch ganz gut gelungen. Wir freuen uns, dass die CD jetzt draußen ist, sie ist auch schon in verschiedenen Läden gelistet und man kann sie auch in diversen Hessenshops erwerben. Wir fangen einfach mit dem Titelsong an, der heißt „geh hessisch“, den hat der Jörg gemacht. Der verbindet so uns Hessen und ganz viel Städte und Kreise. Und unser immer noch relativ junges Land, das ist ja gerade erst 70 geworden, das Bundesland Hessen. Und deswegen heißt das Lied auch „geh hessisch“. Der Frankfurter Spaziergang wurde erweitert und hat so die hessische Komponente aufgenommen. (>>> Song im Audio bei 1:59).

Wie habt ihr eigentlich dann den Verein „Linie 11 – Wir lieben Wasserhäuschen e.V.“ kennen gelernt? Waren die am Wasserhäuschen und hier habt gerade gespielt?

Stefan: Das war bei der Präsentation des Wasserhäuschen-Spiels. Es gibt da so ein Wasserhäuschen Quartett und auch ein Wasserhäuschen Memory. Wir haben auch den Hubert kennen gelernt, das ist der Wasserhäuschen Lotse und der ist auch sehr gut bekannt. Der Wasserhäuschen König von Frankfurt. Den sieht man abends ab und zu rumlaufen mit so einer blauen Mütze und der macht wirklich professionelle Führungen. Der hatte uns angeschrieben und gemeint, die haben das Lied von uns gehört, dass Wasserhäuschen-Lied. Und dann haben wir bei der Eröffnung und der Präsentation des Wasserhäuschen-Spiels vor ausgewähltem Publikum gespielt. Und die Linie 11 war auch da. Das Lied haben die dann auch gleich auf ihre Seite gestellt, das ist glaub ich auch schon 4.000-mal angehört worden. Und bei Facebook ist es mittlerweile wirklich schon 65.000-mal angehört worden, unser Wasserhäuschen-Lied, was für eine so kleine, lokale Band, wie wir es eben sind, schon ein enormer Erfolg ist. Wenn dann hier mal jemand anfrägt, kennst du Frankfurter Zweierlei? Ach ja, klar, das Wasserhäuschen-Lied, kennen wir. Das hat sich dann wirklich schon etwas herumgesprochen. Der Jörg hat´s gemacht.

Jörg: Ich wohn im Nordend, da ist so eine Wasserhäuschen-Population relativ hoch und ich musste eben schmunzeln, weil auch ich als Kind die Yps-Hefte gekauft hab und die Urzeitkrebse. Da hab ich mich jede Woche schon drauf gefreut, was kann ich jetzt basteln oder verbrechen. Ja, und ein Kiosk, das war früher auch so ein Ort, da ist man auch hingegangen, wenn man Hilfe gebraucht hat. Ich hab mich mal ausgesperrt als kleines Kind, da bin ich dann dort hingegangen und der hat mir geholfen. Wie ich drauf gekommen bin das Wasserhäuschen Lied zu machen, da war 150 Jahre Wasserhäuschen, ja das war der Anlass.

Stefan: Ich hab das Wasserhäuschen Lied zum ersten Mal gehört vom Jörg und dann ist mir sofort eingefallen, da fehlt noch was. Nämlich: Gluck, gluck, gluck, der nächste Schluck. Weil es natürlich auch so ist, dass es ein sehr urbanes Leben ist, sehr viel passiert und es wird auch tüchtig getrunken am Wasserhäuschen, das kann man jetzt gar nicht verhehlen. Und der Jörg hat das dann so vorgespielt und ich hab dann sofort dazu gesungen „Gluck, gluck, gluck, der nächste Schluck“. Und beim Konzert, den Leuten macht das dann Spaß und die singen dann immer gleich mit. Ja, Herrgott, getrunken wird überall und macht ja auch Spaß, in Maßen ist das ja auch ok und es gehört eben auch zum Wasserhäuschen. Das sagt ja auch der Name schon.  Der Name Wasserhäuschen kommt ja eigentlich daher, weil vor 150 Jahren, wenn die Frankfurter arbeiteten, mussten die immer das Wasser abkochen, bevor sie es trinken konnten. Es war einfach nicht trinkbar, war verkeimt. Und da hatte mittags keiner Lust drauf. Und dann haben die Leute einfach Bier und Wein getrunken und dann kamen die zur Arbeit und waren leicht angesäuselt. Und dann haben irgendwelche Leute gemeint, passt mal auf, so machen wir das nicht. Dann haben die diese Jöst-Häuschen gemacht, also wirklich diese Wasserhäuschen und dann haben die denen für ganz ganz wenig Geld Wasser gegeben, das keimfrei war. Klickerwasser hieß das, die hatten noch so eine Klickerkugel drauf. Ich erinnere mich ganz entfernt, ich bin jetzt 53, aber dass ich als Kind, also dass wir das ganz am Anfang auch noch hatten. Und so ist das entstanden. Mittlerweile ist das ja was ganz Urbanes. Dann singen wir jetzt mal das Wasserhäuschen-Lied. (>>>  Song im Audio bei 10:46).

Es ist auch schön, wie ihr euch musikalisch und bei den Texten ausgleicht, also von „Gluck, gluck, gluck“ bis zu „Auga“.

Jörg: Ja, das ist so tagesformabhängig. Wie man halt so ist, wenn man ein Lied macht, dann hat man vielleicht irgendwas gehört und hat Lust auf etwas. Das ist das Schöne, wenn man Lieder selber macht.

Stefan: Das ist der Bass und der Tenor, die sich da treffen. Wir ergänzen uns aber auch als Menschen sehr gut. Wir haben ja elf Jahre zusammen gearbeitet als Grundschullehrer. Haben auch schon Schoppen zusammen getrunken. Und haben auch schon Krisen erlebt und uns gegenseitig geholfen. Wir waren auch auf Klassenfahrten und man merkt eben, dass da eine große Freundschaft gewachsen ist. Manchmal ist es wie ein altes Ehepaar, aber es macht auf jeden Fall viel Spaß mit dem Jörg zusammen Musik zu machen. Wir haben uns überlegt ein Lied über Friedrich Stoltze zu machen. Das passt auch für den heutigen Tag, heute gab es einen sehr schönen Zeitungsbericht über unsere CD  und da war die Headline „Vom Wasserhäuschen bis zu Stoltze“. Und wir haben mit dem Stoltze-Museum ein Lied gemacht: „Ein Sohn unserer Stadt – Friedrich Stoltze“.   (>>> Song im Audio bei 15:24)

Ihr spielt ja auch auf Benefizveranstaltungen wie beispielsweise für die Kinder-Krebs-Hilfe.

Stefan: Also da bekomm ich auch ein bisschen Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass man die Musik verbinden kann, nicht nur für sich selbst Musik zu machen. Es ist wichtig, dass man selbst auch die Musik liebt, die man macht. Das ist dann sehr authentisch. Es ist auch toll ins Radio zu kommen, es ist toll einen Zeitungsbericht zu bekommen und zwei CDs zu haben. Aber es ist dann irgendwie doch unglaublich schön, wenn andere Leute das genießen und wenn man das einem guten Zweck zugutekommen lässt und was sehr Sinnvolles damit macht. Und da ist ein Benefizkonzert genau das Richtige.

SENDUNG – LIEBESLIEDER

Das Wasserhäuschen-Lied hatten wir ja schon mal in einer Sendung präsentiert, aber heute geht es um die Liebeslieder.

Stefan: Ja, ja. Es ist nicht nur die Liebe zu Frankfurt, sondern auch die Liebe zu den Personen ein großes Thema. Und eine zweite Sache ist die, dass wir immer als Mundart-Band bezeichnet werden, was wir eigentlich gar nicht sind. Weil 90 % unserer Lieder sind ja in Hochdeutsch und wir fallen immer nur in den Dialekt hinein. Ins Frankfurter oder hessische Dialektchen, das können wir auf jeden Fall. Und die Liebeslieder, die wir zum Teil auf der alten CD „Heimisch“ oder jetzt auch auf der neuen CD „geh hessisch“ haben, die zeigen auch eine andere Facette von uns, die etwas mehr ins Romantische und Sinnliche geht. Die Lieder sind auch meistens einer Person gewidmet, auch das Lied, das wir jetzt gleich hören, das heißt „Die wahre Mona Lisa“. Mona Lisa hat ein unglaublich schönes Lächeln, aber das schönste Lächeln ist doch das der Herzensdame und das ist meine Frau die Helli, der widme ich jetzt den Song „Die wahre Mona Lisa“. (>>> Song im Audio bei 1:48).

Stefan: Es ist ja auch die Liebe zur Stadt, also die Stadt Frankfurt ist natürlich auch liebenswert in all ihren Facetten. Wir haben hier ja auch unseren Lieblingsverein, die Eintracht. Die sind ja sensationell und auch verdient Pokalmeister geworden. Da haben wir auch ein Lied, das heißt Gänsehaut.

Jörg: Das nächste Lied heißt Halteplatz. Ich bin früher zehn Jahre Taxi gefahren in der Stadt. Meistens nur nachts. Und da hat man so einiges erlebt. Als Frankfurter kennt man die Stadt ja schon, aber so lernt man die Stadt dann nochmal ganz anders kennen und da ist ein Lied entstanden. Ich halte es da auch gern mal einfach und das heißt eben nur „Halteplatz“. Und ist auch ein Liebeslied. (>>> Song im Audio bei 6:20).

Jörg: Die Stadt verändert sich auch extrem. Wenn man früher Taxi gefahren ist, dann kennt man alle Läden. Man fährt überall hin, wo die Leute eben hin gehen und holt die dort ab. Du fährst zwei, drei Jahre kein Taxi mehr, dann verändern sich die Läden verändern. Da ist nichts mehr. Da ist was Neues. Man muss echt ständig unterwegs sein. Ja, die Stadt lebt.

Stefan: Wir haben neulich in einer geselligen Runde mal nachgezählt, als wir jung waren. Wir sind ja schon jenseits der 50, das sieht man uns ja auch an. Aber damals, da waren wir 20. Und wie viele Clubs es in Frankfurt gab. Damals nannten wir das noch Discotheken. Und wir sind da echt auf 30 richtig gute Clubs gekommen, in die man gehen konnte. Auch unter der Woche. Heute hat sich das wohl auch durch das Internet dermaßen zurückgezogen. Also es gab damals eine Vielfalt an Ausgehmöglichkeiten für die jungen Leute.

In Frankfurt ist ja das einzig stetige der Wandel.

Stefan: Ja, das stimmt. Das sieht man ja auch, in jeder Ecke wird neu gebaut. Verdichtungsbau. Und wenn man mal ein halbes Jahr nicht in der Stadt war, dann reibt man sich die Augen. Und auch wir als gebürtige Frankfurter denken, oh Gott, die Stadt hat sich schon wieder verändert. Aber das ist eben so. Es ist ja auch Frankfurt. Wir haben es vorhin ja schon angesprochen, dass die Liebe zu unserer Stadt auch im Mittelpunkt steht und wir haben schon vor vielen Jahren ein Lied geschrieben, das ist auf unserer ersten CD „Heimisch“ drauf und das heißt „Frankfurt, warum lieb ich dich“. (>>> Song im Audio bei 11:53)

Jörg: Ja, Frankfurt ist ja auch eine Großstadt und da unterscheidet sie sich nicht von anderen Großstädten. Ich mein, da könnte man jede Stadt herausstellen. Hier ist es vielleicht ein bisschen sehr speziell, weil die Stadt ist nicht groß. Der Innenstadtkern ist relativ klein. Wenn was passiert, oder an mehreren Orten, dann sieht es immer so aus, als ob hier viel los ist. Ansonsten Statistiken, naja, wer dran glaubt.

Stefan: Es ist ja auch in der Liedzeile, urbane Vielfalt auf sehr kurzem Weg. Also das zeigt eben auch diese Großstadt, die aber auch irgendwo eine Kleinstadt ist und deshalb auch so liebenswert ist. Aber wir haben neulich auch mal im Bahnhofsviertel gespielt und da gab es auch einen Vortrag über das Bahnhofsviertel, beziehungsweise über die Kriminalstatistik. Und da wurde auch zum Beispiel herausgehoben, dass in München der Flughafen gar nicht reingegangen ist in die Kriminalstatistik, weil das zu München Nord zählt. Bei Frankfurt ist natürlich der Flughafen immer dabei und da gibt es natürlich auch immer viele Delikte. Aber uns ist in Frankfurt eigentlich noch nie was passiert und so soll es auch bleiben. Also kommt liebe Leut nach Frankfurt!

Jörg: Ich kann mich in jeden Stadtteil irgendwo auf eine Parkbank sitzen und ein Bierchen trinken und Spaß haben. Ich hatte da noch keinen Ärger, die Leute sind nett. Und irgendwas hat man überall. Und was ich auch schätze an Frankfurt, wenn du weg gehst: Man unterhält sich fünf Minuten mit jemandem und schon kennt der jemanden, den du auch kennst. Das ist halt so in Frankfurt. Also dieses Kleine, was da so drin steckt, das find ich total schön.

Stefan: Absolut liebens- und lebenswert. Unser Frankfurt. Wir haben ja mit leisen Tönen angefangen, also heute ist ja Donnerstag, der Vorfreitag, da freut man sich schon aufs Wochenende. Wir haben mit leisen Tönen begonnen und wir wollen auch mit leisen Tönen wieder aufhören: Für Helli,  „Irgendwie, nebenbei, im Vorbeigehen“. (>>> Song im Audio bei 19:17)

INFOTHEK

  Webseite: http://www.frankfurter-zweierlei.de/

fb_icon_325x325   Facebook: https://www.facebook.com/fankfurter.zweierlei/

Youtube-Logo   Youtube: https://www.youtube.com/channel/UCt4jF4p0iktcWbMUDdp_a7w

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites