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Frankfurt deine Graffitis | Vol. 1

Wir befinden uns in Frankfurt am Main. Es ist Freitagnachmittag, das Thermometer hat die 35 Grad geknackt. Weil ich gestern schon einen dicken Sonnenbrand kassiert hab, ist Schwimmbad für mich heute verboten. Was mach ich also an so einem heißen, hellen Tag stattdessen? Richtig. Fotos.
Man nehme eine Kamera, ein bisschen Extra-Equipment, um professioneller auszusehen und die ein oder andere Sonnenstrahlung in Schacht zu halten, ansonsten Wasser, Kaugummis, Kippen und Tempos. In die nächst beste S-Bahn gestiegen, erste Haltestelle raus, lande ich am Frankfurter Westbahnhof. Ab hier knüpfe ich mir heute Graffitis aller Art vor. Einfach so.

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Vielleicht ist es wichtig zu betonen: Bei meinem „Dokumentarspaziergang“ geht es nicht darum zu werten. Ich suche nicht die „besten“ Dinger der Stadt, auch nicht die berühmtesten oder größten oder neusten. Es geht mir einzig darum, step by step zu zeigen, was (wo) vorhanden ist und DASS etwas vorhanden ist, sei es jetzt die kleine unspektakuläre Schmiererei, die man sich in so mancher Augen auch „hätte sparen können“ oder sei es ein Portrait von der Mutter deiner Mutter. Mein Ziel ist es schlichtweg zu zeigen, in Frankfurt passiert etwas: In dieser Stadt gibt es viele, viele Menschen, die den öffentlichen Raum mit ihrer Handschrift markieren. Jedes einzelne Graffiti, sei es noch so schäbig, wurde von jemandem gestaltet. Es gibt natürlich verschiedene Intensionen beim Anfertigen eines öffentlichen Bildes oder Schriftzugs, oft politisch angeregt, das meiste entsteht jedoch meiner Meinung nach aus einem Interesse der Teilnahme, der Mitgestaltung und grundsätzlich der Verschönerung eines Ortes. Ich steh auf Streetart und ich begrüße es sehr, dass es so viele Akteure gibt, die auch trotz Illegalität durch die Straßen ziehen und sich für jedermann zugänglich ausdrücken, Kunst für alle sozusagen. Denn was von all dem als „Kunst“ bezeichnet werden darf und was nicht, das liegt nicht wirklich in unserem Ermessen. Jeder, der etwas kreatives schafft (auch wenn es niemandem gefällt) ist ein Künstler, demnach ist jede Kritzelei irgendwie auch Kunst, und ich bin dazu da, um sie euch zu zeigen. Sie bleibt ja schließlich auch nicht für immer.

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So. Gerne würde ich die einzelnen Künstler benennen, mein ungeschultes Auge kann diese teilweise sehr mutierten Schriftzeichen (das ist keine negative Kritik) allerdings nur beschränkt lesen, aber versucht es gerne selbst. Wen ich zumindest eindeutig identifizieren konnte ist zum Beispiel Denk, dessen Arbeit praktisch überall in der Stadt und auch viel außerhalb zu finden ist, ebenso wie DNS, 1Up und die City-Ghosts von Spot. Zirka zwei einhalb Stunden bin ich einfach da lang gelaufen, wo es mich hingetrieben hat, um einen groben Rahmen zu geben, sagen wir vom Westbahnhof in Bockenheim in relativer Parallele den Gleisen entlang z.B. an der Breitenbachbrücke vorbei, wo sich schonmal einige nice Wände befinden und dann weiter Richtung Frankfurt-Ginnheim (glaube ich), an den Schrebergärten vorbei, wo ich dann auch endlich mal unter dieser Autobahnbrücke rumlungern konnte, die ich auf der Bahnfahrt immer sehr einladend fand. Geendet hat mein Walk schließlich nassgeschwitzt vorm Unisportcampus in Ginnheim.

Fotos:
Selini Müller

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