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Die Liebieghaus Skulpturensammlung Frankfurt

Das Liebieghaus, zentral am Museumsufer in Frankfurt m Main gelegen, zählt mit über 3.000 Werken auf rund 1.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu den international wichtigsten Skulpturenmuseen. Die Sammlung vereinigt herausragende Skulpturen vom alten Ägypten bis zum Klassizismus: Mit Werken der ägyptischen, griechischen und römischen Antike, des Mittelalters und der Renaissance, des Manierismus, des Barock und Rokoko, des Klassizismus sowie Ostasiens bietet sie in ihrer Vielfalt einen fundierten Überblick über 5.000 Jahre Geschichte der Bildhauerei.

Zu den zahlreichen Meisterwerken der Sammlung zählen unter anderem die marmorne Athena-Skulptur (ca. 450 v. Chr.) nach dem Vorbild von Myron, die Sandsteinfigur Muttergottes (um 1520) von Tilman Riemenschneider und der von Andrea della Robbia um 1500 geschaffene Terrakottaaltar. In den vergangenen Jahren zog das Liebieghaus mit umfangreichen Ausstellungs- und Forschungsprojekten wie „Bunte Götter. Die Farbigkeit antiker Skulptur“ (2008/2009), „Jean-Antoine Houdon: Die sinnliche Skulptur“ (2009/2010) oder „Niclaus Gerhaert. Die Bildhauer des Mittelalters“ (2012) großes Publikumsinteresse auf sich und überzeugte die Fachwelt mit seinen Pusblikationen und wissenschaftlichen Vorhaben.

Sammlungspräsentation und Vermittlung

Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen der Skulpturensammlung wurde im Jahr 2009 die Dauerausstellung des Liebieghaus völlig neu präsentiert. Im Zuge dieser umfassenden Infrastrukturmaßnahme wurden ein neues, übergreifendes Farb- sowie ein innovatives Lichtkonzept eingeführt. Seither ist auch das prachtvolle Dachgeschoss der Villa für die Öffentlichkeit zugänglich. Die mit aufwendigen Wandvertäfelungen als atmosphärische Studioli eingerichteten Räume laden zur Entdeckung des Reichtums der deutschen Gründerzeit ein. Das ebenfalls neu eingerichtete Schaudepot ermöglicht durch seine Objektzusammenstellungen ungewöhnliche Vergleiche: Hier werden Werke in unterschiedlichsten Formaten und Materialien aus allen Sammlungsbereichen ausgestellt, die bislang nur selten oder lange Zeit nicht zu sehen waren.

Die Ausstellungen und Sammlungspräsentationen der Liebighaus Skulpturensammlung werden von einem vielseitigen Veranstaltungs- und Vermittlungsangebot für Kinder und Jugendliche wie für Erwachsene, Familien und Senioren flankiert. Mit seinen zahlreichen Projekten wie dem KinderKunstKlub oder der Sommerakademie erreicht das Liebieghaus unterschiedlichste Besuchergruppen und vermittelt mit zielgruppenspezifisch gestalteten Angeboten wie „Art after work“, „Kunstkolleg“ oder „Kunst und Religion“ umfassend und spannend vertiefende Inhalte zu den Ausstellungen und Sammlungsbereihen. In Ferienkursen, Atelierworkshops und -kursen können Kinder und Jugendliche die Grundtechniken der Bildhauerei kennenlernen. Die regelmäßig angebotenen Vorträge von Kunstexperten zu ausgewählten Themenaspekten der Sonderausstellungen und zu Meisterwerken der Sammlung bieten fundierte Hintergründe und vielfältige Einblicke.

Geschichte des Liebieghauses

Der böhmische Textilfabrikant Heinrich Baron von Liebieg (1839-1904) vermachte der Stadt Frankfurt seine in den 1890er-Jahren nach Plänen des Münchner Architekten Leonhard Romeis erbaute Villa am Schaumainkai zu einem Vorzugspreis unter der Bedingung, hier „auf ewige Zeiten ein eöffentliches Kunstmuseum“ einzurichten. 1909 wurde die um einen Galerietrakt erweiterte Villa als städtisches Skulpturenmuseum nur zwei Jahre nach dessen Gründung eröffnet und fungierte al Pendant zur schon bestehenden Gemäldesammlung des Städel. „Die Entwicklung der Bildhauerkunst während der historischen Zeiten durch Sammlung hervorragender oder charakteristischer Werke zu veranschaulichen“ war das von Gründungsdirektor Georg Swarzenski angestrebte Ziel bei der Einrichtung einer Sammlung, die ausschließlich der Bildhauerei gewidmet sein sollte. Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelang es, innerhalb weniger Jahre zahlreiche herausragende Werke für das Museum zu erwerben.

Von 1969 bis 2006 steuerte Herbert Beck die Geschicke des Liebieghauses, ab 1994, in Personalunion, auch die des Städel. Die klassischen Museumsaufgaben – Vermitteln, Sammeln, Bewahren und Forschen – erfuhren in dieser Zeit neue Impulse. Bedeutende wissenschaftliche Forschungsvorhaben, die mitunter in viel beachtete Ausstellungen mündeten, und wichtige Erwerbungen prägten diese Jahre.
2006 folgte Max Hollein als Direktor der Liebieghaus Skulpturensammlung und des Städel Museums.
Bereits Ende des Jahres 2007 wurde in Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekturbüro Kuehn Malvezzi und den Sammlungsleitern des Liebieghauses die Neupräsentation der Abteilungen Mittelalter, Renaissance bis Rokoko und Ostasien in Angriff genommen, die 2009 abgeschlossen wurde. Seitdem konnte das Liebieghaus seine Besucherzahlen stetig erhöhen und 2012 – im 104. Jahr seiner Geschichte – mit 153.737 Besuchern das bis dato beste Besucherergebnis verzeichnen.

Die Skulpturensammlung im Liebieghaus ist im Gegensatz zu anderen Museen, die aus fürstlichen Sammlungen entstanden sind, ein bemerkenswertes Resultat städtischen und bürgerschaftlichen Engagements. Die Verbundenheit der Frankfurter Bürger, welche sich auf besondere Weise in Schenkungen an die Sammlung ausdrückt, ist grundlegend für das Selbstverständnis des Hauses und wird noch heute in besonderer Weise gelebt.

Sammlung Antike Liebieghaus Skulpturensammlung - Frankfurt

Anschrift

Liebieghaus Skulpturensammlung
Schaumainkai 71
60596 Frankfurt am Main

Information

T +49 69 6500490
F +49 69 650049150

www.liebieghaus.de

Öffnungszeiten

Mo geschlossen
Di, Mi, Fr-So 10-18 Uhr
Do 10-21 Uhr

Studioli:
geöffnet sonn- und feiertags
Schaudepot:
geöffnet an jedem ersten Sonntag im Monat

Eintritt

10 Euro, ermäßigt 8 Euro
Kinder unter 12 Jahren frei

Fotos:
Liebieghaus Skulpturensammlung

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