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JR Streetart

Schon einmal berichteten wir über den französischen Fotografen und Streetart-Künstler JR (1983) im Rahmen seines Projekts „Unframed“ auf Ellis Island. Da der Herr aber immer weiterhin ordentlich auf den Putz haut, scheint es durchaus interessant, ein bisschen mehr über ihn und seine Arbeiten zu erfahren.

Schon als Teenager fing JR an Graffitis zu malen. Als er später eine Kamera in einer Pariser U-Bahn fand, entdeckte er sein Talent auf fotografischer Ebene und beschloss schließlich die beiden Kunstformen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, indem er übergroße, plakative Schwarz-Weiß-Fotografien an öffentlichen Orten anbrachte und so die urbane Oberfläche mit seiner Kunst prägte. Eine freie Schaustellung enormer Fotografien, die auch die Aufmerksamkeit derjenigen auf sich zieht, die beim Museumsbesuch eher passen würden. Seine Anonymität gibt ihm die Freiheit, überall auf der Welt herumzureisen und seine Werke weltweit an Gebäuden, Zügen, Brücken und vielen anderen Plattformen zu positionieren und das kontaktierte Publikum direkt damit zu konfrontieren, wo es nicht damit rechnet. Seine pervasiven Portraits fangen die Geister derjenigen ein, die ein Leben am Rande des Mainstream führen und üblicherweise von der Öffentlichkeit unbeachtet bleiben. Namenlose behaupten ihre Identität in diesen ausdrucksstarken, echten Bildern, die uns darauf fokusieren sollen, nicht nur uns selbst, sondern auch uns gegenseitig zu sehen. JR praktiziert eine aktive Kunst, die sich rund um Freiheit, Identität, Engagement und Limit dreht.

Sein Projekt „Face 2 Face“ (2007) war die größte, illegale Fotoausstellung weltweit. Etliche Portraits von Israelis und Palästinensern fügte er in monumentalen Formaten unmittelbar aneinander und schmückte damit sämtliche Wände israelischer und palästinensischer Städte, um die Einwohner auf vermittelnde Art und Weise realisieren zu lassen, wie viel sie doch neben ihrem ähnlichen Aussehen und der beinahe identisch gepflegten Sprache gemeinsam haben.

jr_face2face

Für „Women Are Heroes“ (2008-2010) lichtete JR Frauen in den Slums von Kibera, Kenya, Rio de Janeiro, Phnom Penh und Delhi ab, die mit den Einflüssen von Krieg, Armut, Gewalt und Unterdrückung leben müssen und ihre Kräfte dafür einsetzen, ihre Gemeinschaft trotz aller Komplikationen weiterhin zu binden. Die Fotografien bedecken etliche Dächer mit den tiefen Gesichtern dieser Frauen und zeigen neben dem künstlerischen Aspekt auch soziale Ambitionen, da die teilweise auf Vinyl gedruckten Portraits das ein oder andere Zuhause wasserdicht machen.

Seit 2008 läuft das Projekt „The Wrinkles Of The Cities“ und hat nach Cartagena, Shanghai, Los Angeles und Havanna auch in Berlin Fuß gefasst. Es widmet sich den älteren, oftmals in Vergessenheit geratenen Generationen der Stadt und bezieht ihre Gesichter in die „Falten“ der lokalen Architektur und Geschichte mit ein.

jr_winkles_of_the_city

Das größte, mitwirkende Kunstprojekt weltweit ist das globale „Inside Out Project“ (seit 2011), welches ganze Gemeinschaften öffentlich repräsentiert. Das Projekt gibt jedem die Möglichkeit, sein Portrait zu teilen und ein Statement zu setzen, für was er in dieser Welt steht. Mehr dazu gibt’s auf der Website von Inside Out.

Als Part dieses Projekts zierte im April diesen Jahres eines von JR’s Werken das Cover des New York Times Magazine. „Walking New York“ zeigt den 20-jährigen Immigranten Elmar Aliyev, wie er mit Hoodie und Jeans durch die Straßen von New York City spaziert. Nähe dem Flatiron Building, dauerte es über drei Stunden die 62 Papierstreifen auf dem Platz anzubringen, die eine Größe von satten 45 Metern messen.

jr_walking_new_york

Wer auf dem Laufenden bleiben will, sollte sich auf JR’s Website umsehen. Desweiteren könnt ihr seine Facebookseite, Twitter und Instagram besuchen.

 

Fotos:
www.triggerpit.com
www.streetartutopia.com
www.unurth.com
www.designboom.com
www.pinterest.com
www.i.huffpost.com
www.blog.ted.com

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