Skalierte Architektur | Das abstrakte Beirut von Serge Najjar

Mit Beirut verbinden viele mit Sicherheit primär eine Stadt geprägt von Gewalt und Krieg. Doch die Hauptstadt des Libanon ist schön – nach dem Ende des letzten Bürgerkriegs modernisiert, ragen dort schimmernde Wolkenkratzer über historischer Architektur und bilden reizvolle Bilder für’s Auge. Serge Najjar ist Jurist, Ehemann und Vater von zwei Jungen. In seiner Kindheit las er gerne Kunstbücher, begeisterte sich für Stilrichtungen wie den Fauvismus, Kubismus, Konstruktivismus und die russische Avantgarde. Unbemerkt entwickelte er durch die Eindrücke der Malereien ein scharfes Auge für Komposition und Abstraktion, dem er heute Ausstellungen auf internationalen Messen zu verdanken hat.

Obwohl sein Interesse nie der Fotografie galt und er auch keine Kenntnisse darüber verfügte, besuchte er 2011 einen Kurs, zu dem jemand anderes ihn angemeldet hatte. Najjar öffnete sich dieser Art der Bilderzeugung, fing an mit seinem Smartphone herum zu knipsen und die Resultate auf Instagram zu veröffentlichen. Auf ganz natürliche und Weise startete so sein Dasein als Architekturfotograf. Weil er unter der Woche alle Hände voll zu tun hat, fährt er nur wochenends für einige Stunden raus in die Stadt, dahin wo es ihm spontan zusagt, positioniert sich vor potenziellen Motiven und wartet bis ein Passant durch’s Bild läuft. Meistens fotografiert er dabei mit Zoom aus Distanz, sodass die Leute garnicht immer merken, dass sie gerade Teil eines fantastischen Fotos geworden sind. Die Präsenz einer Person gibt den abstrakten Kompositionen eine Spur von Realität und skaliert die urbane Architektur.

Gezielter Umgang mit Licht und Schatten, geometrischen Formen, Winkeln, Texturen, Linien und Mustern transformiert die konkreten Landschaften zu spielerischen Szenen und zu Momenten visuellen Vergnügens. Die Fotos scheinen oft irgendwie jenseitig, wie fragmentierte, flüchtige Einblicke in Bilder, die vollkommen wirken, obwohl sie sich außerhalb ihres Rahmens befinden. Das ist Teil ihrer Anziehungskraft, neben einem leichten Gefühl von Entfremdung des Menschen von seiner Umgebung. Es sind kontrastreiche Fotos, die das urbane Stadtbild ästhetisch und positiv interpretieren.

 

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Fotos:
www.tumblr.com

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