Therapie- und Gesundheitsschuhe: Es geht auch modern

Den Gesundheitsschuhen lastet ein verstaubtes Großmutter-Image an. Das liegt daran, dass sie früher meist klobig und wenig modisch aussahen. Doch heute muss das nicht mehr sein – dank Firmen, die die moderne Optik von Trendschuhen mit einer gesundheitsfördernden Wirkung kombinieren.

Unweigerlich muss man an Omas Therapieschuhe in klinischem Weiß denken, oder an die Birkenstock-Sandalen, mit denen deutsche Urlauber schon in so manches modische Fettnäpfchen getreten sind. Gesundheitsschuhe haben die wenigsten freiwillig und gerne getragen – es sei denn, jemand legte tatsächlich wenig Wert auf modische, schicke Schuhe. Doch diverse Hersteller haben in den letzten Jahren das Erscheinungsbild der Gesundheitsschuhe völlig neu definiert und diese zu trendigen Sneakern oder Sandalen umfunktioniert, mit denen man sich jederzeit und überall sehen lassen kann.

Modische Schuhe mit Therapie-Wirkung

Eine kleine Revolution haben die Barfußschuhe ausgelöst. Die besonders dünne Sohle dieser Schuhe soll dem Träger das Gefühl geben, überhaupt keine Schuhe anzuhaben. So spürt man deutlich den Untergrund, auf dem man gerade läuft – genauso wie beim Barfuß-Laufen. Auch die Gangart ist ähnlich: Die Laufbewegung rollt über den Zehenballen ab, was den Fuß weniger belastet als herkömmliche Schuhe, die eher ein Abrollen über die Ferse fördern. So sollen die Schuhe Gelenkproblemen und Rückenschmerzen vorbeugen. Der „Nike Free“ aus dem Jahr 2004 gilt als der erste Barfuß-Schuh weltweit. Mittlerweile gibt es die Schuhe nicht nur im sportlichen Sneaker-Design, sondern auch als Business-Schuhe. Ein ganz besonderes Modell ist der Zehenschuh, der die Zehen voneinander trennt wie ein Handschuh die Finger.

Ein Schuhmodell mit noch stärkerer therapeutischer Wirkung ist der Hallux-Schuh für Menschen mit der Zehenfehlstellung „Hallux Valgus“. Vor allem Frauen sind oft von einem sogenannten Ballenzeh betroffen und haben infolgedessen Probleme mit drückenden und unbequemen Schuhen. Spezielles weiches Schuhwerk, wie es zum Beispiel Avena vertreibt, garantiert maximalen Tragekomfort, ohne dass die Schuhe im Entferntesten wie Therapieschuhe aussehen würden.

Nach einem gänzlich anderen Ansatz sind sportliche Schuhe gestaltet, die mit abgerundeter Sohle daherkommen. Marktführer MTB preist diese Modelle seit 1996 als „Fitness-Schuhe“ an, mit denen man ganz nebenbei seine Beinmuskulatur gezielt trainiert. Die gerundete Sohle soll einerseits die Abrollbewegung erleichtern, andererseits eine gewisse Instabilität erzeugen, die der Fuß durch eine kontrollierte, besser balancierte Bewegung ausgleichen muss. Allerdings ersetzt das Tragen der Fitness-Schuhe kein sportliches Work-out, und vor allem am Anfang ist die veränderte Abrollbewegung des Fußes sehr gewöhnungsbedürftig, was ein seitliches Abknicken des Fußes zur Folge haben kann. Hinzu kommt, dass die gesundheitsfördernde Wirkung des Schuhs, der vor allem Rückenschmerzen vorbeugen soll, immer noch umstritten ist.

Fazit

So mancher Schuh, der als „gesunder Schuh“ vermarktet wird, erweist sich in der Praxis als Marketing-Gag. Es fehlen langfristige und repräsentative Studien darüber, inwieweit diese Schuhe tatsächlich einen gesundheitsfördernden Effekt haben. Es steht jedenfalls fest, dass man sich nicht ausschließlich auf die heilende Wirkung des Schuhwerks verlassen sollte. Experten raten dazu, eine Umstellung auf Gesundheitsschuhe immer langsam durchzuführen, um den Fuß nicht unnötig zu belasten. Abwechselnd normale Schuhe und Gesundheitsschuhe zu tragen, erscheint als die sinnvollste Herangehensweise. Zumindest sind Therapieschuhe schicker und vielseitiger geworden, und ihre Träger müssen nicht länger auf ein modisches Design ihrer Straßenschuhe verzichten.

Bild: Pixabay

Artikel wurde erstellt in Kooperation mit: Avena

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