Ghana Report No.26: Besuch des Dorfes Hasu in der Volta Region

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Das HITA Team ist in Ghana fleißig am werkeln und das WLAN System an der University of Ho nimmt Gestalt an. Der Verein HITA e.V. konnte am 26. Februar einen Container mit hochwertigen medizinischen Hilfsgütern, zwei kompletten Computerlabs und einem WLAN System nach Ghana verschiffen. Unsere HITA Techniker sind am 17. Mai in Accra gelandet und werden das erste Campus WLAN Afrikas an der Universität von Ho installieren. Außerdem werden fünf Healthcare Center im Großraum Ho mit den medizinischen Geräten und Hilfsgütern ausgestattet. Es folgt der Bericht von den Tagen 3 bis 5, an denen auch ein Besuch des Dorfes Hasu anstand. Dort befindet sich eine Poliklinik, die von HITA mit medizinischen Hilfsgütern ausgestattet wird. Den Bericht zu den ersten beiden Tagen findet ihr hier:  REPORT TAG 1 + 2.

TAG 3: Nun wird es ernst. Auf dem Programm steht ein Besuch der beiden Standorte der SONAM-Schule, um vor Ort zu checken, inwieweit die Vorarbeiten seitens der ghanaischen Partner wie geplant erfolgt sind und mit den hiesigen IT-Fachkräften das konkrete Vorgehen in den kommenden Tagen zu diskutieren. Außerdem gilt es, noch offene Fragen zu identifizieren und wo immer möglich einer Klärung zuzuführen. Zwar ist es Samstag, aber das SONAM-Team ist vollständig versammelt und ganz offensichtlich hocherfreut, die HITA-Mannschaft am Standort der Schule begrüßen zu können. „Trafalgar“, der erste der beiden Campus-Standorte, wimmelt vor jungen Ghanaern – die einen sitzen sichtlich angespannt in den Klassenräumen, um ihre Semesterabschlussprüfung zu absolvieren; die anderen sind hier, um sich für einen Studienplatz zu bewerben. Die lange Schlange bestätigt, was wir von unseren Gesprächen mit Experten aus Ghana gelernt haben: Der Ansturm auf die verfügbaren Studienplätze ist enorm; die Ausbildung zur Krankenschwester, zum Krankenpfleger und zur Hebamme ist hochbegehrt . Seit einigen Jahren gibt die Regierung den Ausbildungsstätten vor, ihre Kapazitäten kräftig zu erhöhen, da nur auf diese Weise die mittel- und langfristigen Staatsziele im Bereich Gesundheitsversorgung erreicht werden können. Immer noch schneidet Ghana bei Mutter- und Säuglingssterblichkeit schlechter ab als viele andere Länder auf vergleichbarem Einkommenslevel; zuviele Mütter und Säuglinge sterben oder erkranken schwer an Komplikationen, obwohl es ein Leichtes wäre, dies zu verhindern, wenn denn nur eine ausreichende Versorgung des Landes mit ausgebildetem Gesundheitspersonal sichergestellt wäre.

Die IT-Zuständigen Samuel, John Bosco und Peter sind stolz auf das, was sie am Standort schon erreicht haben. In der Tat freuen wir uns zu sehen, dass die vereinbarten, vorbereitenden Tätigkeiten weitgehend erledigt worden sind: Ein Raum für das neue Computer-Lab wurde mit Tischen und Stühlen ausgestattet und komplett verkabelt, so dass wir die gespendeten PCs ohne großen Aufwand installieren können. Auch das WLAN-Netzwerk sollte wie vorgesehen installiert werden können. Unsere SONAM-Freunde führen uns über den „Trafalgar“-Campus, und wir diskutieren im Detail die Anbringung der Netzwerkomponenten und die notwendigen Modifikationen an der bestehenden IT-Infrastruktur.

Das mobile Netzwerk wird auch in den Wohngebäuden zur Verfügung stehen, in denen die Studenten untergebracht sind. Hierhin sind noch keine Kabel verlegt, und wir müssen zusammen mit dem SONAM-Team entscheiden, wie wir die Distanz überbrücken, per unterirdischem Kabel oder Richtfunkverbindung. Weitere Studenten wohnen auf dem wenige Kilometer entfernten zweiten Campus, genannt „Dave“. Hier stehen vier mehrstöckige Häuser, in denen die Lernenden meist zu acht in einem Zimmer schlafen. Ihre Frei- und Studienzeit verbringen sie überwiegend an der frischen Luft, wozu ihnen die mit schattenspendenden Bäumen bewachsene Rasenfläche beste Voraussetzungen bietet. Dies ist auch einer der Orte, an denen die Studenten in Zukunft mobil und online lernen sollen. Auch zurzeit nutzen sie ihr Smartphone schon zu diesem Zweck, aber wegen der schwachbrüstigen Internetverbindung und ihrem schmalen Datenbudget sind dem enge Grenzen gesetzt. An dieser Stelle setzt unser Projekt ein.

Wir verlassen den Campus mit dem guten Gefühl, dass wir mit unseren Planungen richtig lagen und wir bei der nächsten Gelegenheit mit der Installierung der Infrastruktur beginnen können. Mit den SONAM-Mitarbeitern, die wir an diesem Sonntag getroffen haben, verstehen wir uns schon jetzt bestens. Am Abend stoßen Thomas und Daniel zu uns, die frisch in Ghana eingetroffen sind. Wir beschließen den Tag mit einer Lagebesprechung – und einigen Flaschen leckerem „Club“-Bier.

TAG 4: Am Morgen des Sonntags stecken wir unsere Köpfe zusammen, um den Plan für die kommende Woche festzuzurren. Wie üblich stehen neben den technischen Arbeiten auch wieder viele förmliche Besprechungen an, um uns auf Top-Management-Level der vollen Unterstützung durch die Universität zu vergewissern. Der Aufwand hierfür ist nicht unerheblich, weil stets das „Protokoll“ eingehalten und die spezielle Interessenlage der jeweiligen Gesprächspartner berücksichtigt werden muss. Hierbei sind wir auf Robert und Professor Prudence angewiesen, die schon seit einiger Zeit enge Freunde von HITA sind.

Aber heute ist Sonntag, und Hotelbesitzer Chance will mit uns in sein Heimatdorf Hasu, das etwa 10km entfernt am Fuße eines mächtigen Felsmassivs liegt. Hasu ist Standort einer Poliklinik, die nun von HITA unterstützt wird. Chance hat den Bau der Klinik selbst finanziert – ein Versprechen, das er vor deren Ableben seiner Mutter gegeben hatte und vor wenigen Jahren in die Tat umsetzte. Nach Übergabe des fertigen Baus an den Ghana Health Service zeigte sich jedoch, dass Letzterer nicht in der Lage ist, die bescheidene Station mit Mobiliar auszustatten. Die Entbindungsstation, in der Woche für Woche etwa 4 bis 6 Säuglinge das Licht der Welt erblicken, muss ganz ohne Betten und Tische auskommen. Entbunden wird auf einer Matratze, die auf dem blanken Boden liegt. Auch die Patientenverwaltung mutet vorzeitlich an: Da der vorhandene Computer völlig veraltet ist und Papier nur begrenzt zur Verfügung steht, sieht es mit der Datenverfügbarkeit im Ernstfall sehr schlecht aus. Eher verlässt sich das Klinikpersonal auf sein Gedächtnis über Vorerkrankungen, und beschränkt sich auf das Berichten von Auslastungsdaten an das staatliche Gesundheitswesen.

In unserem Container jedoch befinden sich nicht nur drei gespendete PCs und ein Drucker für eine vollausgestattete, moderne Klinikadministration, sondern auch 8 hochwertige Krankenhausbetten nebst Rollschränken, allesamt bestimmt für die Hasu Community Policlinic. Obwohl die Spenden erst in den kommenden Tage installiert werden, heißt uns die Dorfgemeinschaft schon jetzt herzlich willkommen. Bei einer Vorstellungsrunde ergreift zunächst der „Chief“, der traditionelle Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, das Wort; er lässt keinen Zweifel an der Hochachtung, die er uns und den Spendern gegenüber empfindet. Die örtliche Pastorin erteilt unserem Vorhaben ihren Segen – und betet dafür, dass das Bein von Thomas bald wieder voll und ganz seinen Dienst erfüllt!

Bei einer Runde durch das Dorf erfahren wir mehr von den Lebensbedingungen der Dorfbevölkerung: Viele leben noch in einfachen Bauten aus Lehm und Stroh, verstärkt durch dünne Holzbalken. „Badezimmer“ und „WC“ liegen im Freien, von einem spärlichen Zaun aus Zweigen umfasst. Immerhin gibt es Strom, anders als in vielen abgelegeneren ländlichen Gebieten Ghanas. Und bald auch eine modern ausgestattete Poliklinik, womöglich rund um die Uhr geöffnet…

TAG 5: An diesem Montag beginnt die arbeitsaufwändige Installierung des Computer-Lab sowie der Wifi-Infrastruktur auf dem Gelände der Nursing & Midwifery School. Das IT-Team der Hochschule packt kräftig mit an und ist sich auch nicht zu schade, bei Bedarf durch die halbe Stadt zu pendeln, um schnell eine Leiter zu besorgen; in der ganzen Universität ist keine aufzutreiben. Vor allem aber ist intensive Zusammenarbeit vonnöten, um die daheim in Deutschland vorkonfigurierten Systeme and die spezifischen Begebenheiten, inklusive der bestehenden IT-Infrastruktur, anzupassen. Am Ende des Tages ist das neue Computer-Lab fast eingerichtet: Leonhard und Shaun haben wahnsinnig geschuftet!


WIR SUCHEN WEITERHIN NACH NEUEN MITGLIEDERN UND SIND AUF EUREN SUPPORT UND FINANZIELLE UNTERSTÜTZUNG ANGEWIESEN, UM UNSERE PROJEKTE UMSETZEN ZU KÖNNEN.


 

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