Tula Trash´s Trashland und die OF/FFM CO.NNECTION

Es war einmal vor langer Zeit, also gestern, im Frankfurter Stadtteil Höchst, versteckt hinter den sieben Raffinerien und Fabriktürmen,  da lag inmitten der Altstadt ein lustiges kultiges Zauberland voller schräger bunter Stoffzwerge…. Miss Tula Trash´s Trashland! Eine märchenhafte Anspielung als Intro, aber beim Eintreten in das von außen zunächst unscheinbare Kunstatelier taucht man wirklich in eine andere Welt. Hier wohnen nämlich die putzig-gruseligen Spooky Monster mit all ihrem Inventar und auch ein Zeitloch in die 50er oder 60er Jahre ist dort vorhanden, durch das immer mal wieder interessante Gegenstände aus damaliger Zeit auftauchen.

Bei Tula gibt´s kreative Kunst und Mode der etwas anderen Art, etwas schwarz, weil auch spooky, aber eigentlich doch bunt und liebenswert. Die kleinen Puppen sind allesamt handgefertigt und jede ein Einzelstück, darüber hinaus sind der Ideenvielfalt an Produkten aus diesem Universum keine Grenzen gesetzt. Von Topflappen, über Woll-Mützen, zu Kissen, Teekannenwärmer oder Klopapierhüte. Tula schneidert, strickt, näht und bastelt mit Wolle, Leder, Stoffen und was eben gerade in die Hände fällt und rein passt. Es entstehen die tollsten und wundersamsten Kreationen, diese Spooky Monster vermehren sich auch ein paar Mal im Jahr. Natürlich brauchen die kleinen Figuren auch eigene Wohnflächen und so sind die Wände und Regale im Trashland mit Kollagen und Dioramen geschmückt, dazwischen alte Nähmaschinen, ein Spielzeugeinkaufsladen, Skurriles, Ulkiges, Faszinierendes und jede Menge „Trash“ eben.

[Duden]: „Trash“ (træʃ/), Substantiv, maskulin, [der] Richtung in Musik, Literatur und Film, für die bewusst banal, trivial oder primitiv wirkende Inhalte und eine billige Machart typisch sind.

Im Trashland finden regelmäßig Events mit unterschiedlichen Kunstinhalten statt, von Ausstellungen mit musikalischer Begleitung, über Lesungen oder Vorträgen. Im Trashland kann alles passieren. Und wer weiß, was die kleinen Spooky Monster so alles treiben, wenn nachts niemand da ist. In Tulas Werkstatt verschwinden auch immer wieder Arbeitsutensilien auf mysteriöse Weise und tauchen woanders wieder auf. Wahrscheinlich ist es dann doch nur das normal-künstlerische Chaos bei einer riesigen Fülle an Equipment, Materialien, Stoffen, Tüchern und Bastelkram. So wie es in einer Künstlerwerkstatt auch aussehen soll. Aber dennoch…. diese kleinen Spookymonster lachen dann auch noch so schelmisch. Also ob sie etwas ausgeheckt hätten…

Zwischen den Miniszenarien und Spooky-Monster-Wohnzimmern hängen und stehen auch jede Menge Bilder und Werke von befreundeten Künstlern und Kollegen. Ein familiäres Netzwerken ist für Tula wichtig, gemeinsam kann man schöne Dinge auf die Beine stellen, sich gegenseitig unterstützen und die anderen auch mit präsentieren.

Tula ist außerdem bei einer Vielzahl an Kunst- und Kulturevents mit involviert, beispielsweise The Haunted House of Gallus um die Halloween Zeit, bei der über einige Wochen internationale Künstler ausstellen oder die OF/FFM Co.nnection, die am 15. und 16. September bereits in fünfter Version im Die Wohnung e.V. in Offenbach mit interessanten Ständen von lokalen Designern und Malern stattfindet. Beteiligt sind dieses Jahr:

Des Öfteren steht Miss Tula Trash auch hinter dem Mischpult und legt vorzugsweise Rock n Roll auf, an den Moonshake Partys kommt das vor oder auch mal bei X-Fade der DJ Night von Radio X. Für den Sender hat sie auch ein Cover für ein Monatsheft gestaltet. Natürlich mit Spooky Monster. Wir hatten Tula im Studio zu Gast, im Interview erfahrt ihr mehr über das Trashland und die anstehenden Kunstevents. Im Folgenden sind außerdem einige Passagen des Interviews verschriftlicht:

Du bist ja in sehr vielen Bereichen aktiv, aber ich hab dich vor ein paar Jahren durch die Kunst im Lola Montez kennengelernt, mit deinem Stand mit den kleinen Figuren.

Genau. Die sind aus meinem Trash Land. Also das sind auch meistens wenn ich auf Veranstaltung gehe meine eigenen Kreationen. Das sind die Spooky Monster. Die gibt es mittlerweile auf Papier, auf Stoff, als Art Doll, auf Postkarten, als Geschenkpapier, als Anstecker, et cetera. Das ist mittlerweile eine Riesenfamilie und immer einmal im Jahr oder zweimal, da schlüpfen dann neue Gesellen dazu. Dann vermehren die sich.

Du hast aber auch noch ein Hauptquartier, ein Kunstraum, den man besuchen kann?

Ja genau, der ist in Frankfurt Höchst. Dort bin ich jetzt seit drei Jahren, das waren jetzt im September drei Jahre. Vorher bin ich in Bornheim gewesen, hab dort acht Jahre mein Atelier gehabt, in der Bornheimer Landstraße. Und ja, durch den Designparcours ist dann 2012, also Ende 2012, ist dann wieder die Liebe zu Höchst erwacht. Ich hab da vorher schon mal gewohnt. Hatte dann mit der Kerstin Lichtblau 2013 dort auch in der Emmerich Josefstraße eine kleine Produzentengalerie unter dem Namen „Lichtblau & Trash“. Da war eigentlich schon klar, wenn ich gerne wieder was mache, dann würd ich das auch gerne in Höchst machen. Und im September 2015 hat sich das dann auch so ergeben.

 

Ich fand es auch ganz lustig, als du angefragt hattest, ob wir einen Parkplatz haben. Weil dann hast du gemeint: Ja, dann kann ich ja mit meinem „Trash Mobil“ vorfahren.

Genau. Das ist mein orangefarbenes Trash Mobil. Das war vorher ein bisschen kleiner, mittlerweile ist das ein bisschen größer. Weil da kann ich einfach alles rein laden, wenn ich auf gewisse Events oder irgendwoanders hinfahre. Zum Beispiel nach Köln oder nach Mainz, und  dort irgendwas auspacken muss. Das ist vorne auch total dekoriert. Also wer sich das Trash Mobil mal ankuckt, der weiß dann auch: Dieses Auto gehört Miss Tula Trash.

Du hast deinen eigenen Laden, das Trash Land, aber du organisierst auch viele Veranstaltungen und bietest Plattformen für andere Künstler.

Ja genau, also es gibt einmal im Jahr das Haunted House of Gallus. Das findet im BePoet Aktionsraum im Gallus statt. Das hat sich schon seit einigen Jahren sehr gut etabliert. Wir haben dieses Jahr die fünfte Ausstellung. Es ist auch eine Ausstellung, die immer sehr international ist, weil ich auch immer versuche mir Leute aus anderen Ländern auch mit dazu zu holen. Es ist halt auch nur für eine ganz kurze Zeit hier in Frankfurt zu sehen. Meistens nur über zwei bis drei Wochen und zeigt gerade dadurch, dass es Ende Oktober stattfindet, also quasi zu Halloween stattfindet, dann auch Kunst, die sehr spooky und sehr trashig ist. Also Dinge, die man nicht an jeder Ecke findet.

Nach einem Telefoninterview mit dem Internationalen Theater und dem YokYok: Schön, wie die das beschrieben hatten, wie eine kleine Kunstfamilie. Bei euch ist das ja auch ähnlich.

Ja, es erinnert mich so ein bisschen auch an unsere Events, dass wir doch auch immer so eine kleine Familie sind. Dass mittlerweile ja auch bei uns nicht immer die gleichen Teilnehmer dabei sind, aber dass es schon auch ein Netzwerk ist mit Leuten, die man jetzt schon über 10 Jahre kennt und die auch immer noch fleißig am Arbeiten sind und immer wieder neue Ideen haben und das ist einfach toll.

Vor allem in einer Stadt wie Frankfurt, in der alles durchkapitalisiert und durchkommerzialiert wird ist es wichtig sich ein Netzwerk aufzubauen und Dinge gemeinsam anzugehen.

Ja, es ist vor allem wichtig, dass gerade für junge Kunstler Plattformen entstehen, wo sie sich eben präsentieren können, wo sie nicht gleich teuer Geld bezahlen müssen, um bei irgendeinem teuren Event dabei zu sein. Da blutet mir immer das Herz, weil ich denk immer, die jungen Künstler, die bräuchten ihr Geld eigentlich eher für ihr Material, für ihre Kunst. Und nicht um irgendwelche Beiträge für irgendwelche Ausstellungen zu bezahlen. Da sollte man eigentlich in Frankfurt viel mehr solche Plattformen bilden. Das versuchen wir zum Beispiel auch mit unseren Ausstellungen, ob das jetzt das Haunted House ist oder die OF/FFM Connection. Dass man da auch eigentlich immer auf so einem, für uns wieso ein „Low Budget“ ist, aber trotzdem was Tolles draus zaubert.

Frankfurt ist jetzt auch nicht so groß wie vielleicht Berlin, es gibt hier dann ja auch gar nicht so viele Leute, mit denen man sich vernetzen kann. Aber da kann man sich doch dann mit den wirklich Machenden besser vernetzen?

Ja, also teils teils. Es muss ja auch immer passen. Es ist ja auch so, dass nicht jeder immer die Idee hat oder auf dieses oder jedes anhüpft. Es muss einfach stimmen. Die Leute, die wir mittlerweile gefunden haben oder die, die auch immer wieder neu dazu kommen, das passt einfach. Und die, die nicht dazu passen, die haben dann halt auch nur einmal mitgemacht und machen dann eben was anderes. Aber es ist eigentlich immer eine sehr nette Familie und es ist auch bei uns immer eine sehr gute Atmosphäre.

Der nächste Event ist ja jetzt am 15. und 16. September, die OF/FFM Connection.

Das ist ja auch so ein Baby von uns, das findet dieses Jahr zum fünften Mal statt. Der Termin ist eben am 15. und 16. September. Also Save the Date! Das wird in Offenbach stattfinden. Wieder in der Wohnung e.V., schon mal tausend Dank an den lieben Gogo, dass das ermöglicht werden konnte und wir freuen uns ganz dolle drauf. Leider sind wir mehr oder weniger auch schon ausgebucht. Also wir haben alle Designer und Künstler schon zusammen und freuen uns sehr darauf. Es wird auch ein schönes Rahmenprogramm geben.

Du machst ja so unglaublich viel, zum Beispiel auch Musik. Also du legst auch auf und organisierst die Moonshake Parties mit.

Also die Organisation macht ja der Laiki. Ich bin da immer mal wieder so ein part o fit. Ich liebe ja Rock n Roll und Rhythm & Beat, teils auch ein bisschen 60s. Also jetzt in dem was ich so mache, da ist es schon überwiegend Rock n Roll und Rhythm and Beat. Die 60er Sachen überlass ich eher anderen. Ist jetzt auch nicht so meine Welt, ich liebe wirklich den Rock n Roll. Auf der DJ Night hier im Radio, da hab ich auch schon aufgelegt und da hab ich ja auch angefangen. Ich muss gestehen, ich bin ja nicht so ein Psychedelic Fan. Daher sind die Spätsechziger nicht jetzt wirklich so mein Ding. Für mich sind es so die 50er Jahre und Anfang der 60er Jahre, das ist so meine Welt.

Zum Abschluss ein Video von der ersten OF/FFM Co.nnection:

Wie auf dem Titelbild bereits gezeigt, können die Spookymonster manchmal auch „etwas“ größer werden…

INFOTHEK

Miss Tula Trash – Trashland

  Adresse:  Bolongarostraße 133, 65929 Frankfurt

  Öffnungszeiten:  Donnerstag & Freitag von 14 bis 19 Uhr

   Telefon: +49 176 444 144 65

   Email:  misstulatrash@gmx.de

   Website: http://www.misstulatrash-trashland.com

fb_icon_325x325   Facebook Profil Tula: https://www.facebook.com/misstulatrash

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OF/FFM Co.nnection

  Termin:  15. September 15 – 21 Uhr, 16. September 12 – 18 Uhr

   Adresse: Die Wohnung e.V., Friedrichsring 45, 63069 Offenbach

fb_icon_325x325   Facebook:  https://www.facebook.com/offfmconnection/

   Location: https://www.die-wohnung.org/projekte/einzelansicht/1-offfm-connection/

   Beteiligte Künstler: BePoet, G.Spot by Amivi Gunn, Buy or Die, Miss Tula Trash, Frau Fenster Art & Design, Alma Streetware & Schmuck, Death by Dress, Genick-Schussbar, Johannes Krämer, Betonstücke, Re-Cover.de, Mela S., Nadja Christner, Tom Hoenig Photographie, The Wooden Theatre, Mathias Zerb Instant Photography.

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