Review Berlin Fashion Week

 

Review Fashion Week 

The Show is over. Wieder einmal. Die Bilanz der diesjährigen Berlin Fashion Week fällt positiv aus, denn es gab viel Skurriles und Überraschendes. Die Mode Woche soll wie immer die kommende Saison verändern und die jüngsten Trends aufzeigen, auch waren dieses Jahr Hoffnungen und Aufbruchstimmung gefragt. Sorgen gab es ebenfalls, ein wichtiger Sponsor sprang ab, dennoch wehte ein frischer Wind: Die Modewoche bekam Kraft und Inspiration.

Wer war auf der Fashion Week vertreten?

Etliche Designer haben sich 2017 dazu entschieden, auf eine große Show zu verzichten. Dazu gehören unter anderem Perret Schaad und Nobi Talai, die stattdessen ihre neuesten Kollektionen im Berliner Mode Salon präsentierten. Dieser hat inzwischen die Rolle des früheren Fashion-Week Zeltes übernommen, so sehr sind die beiden Veranstaltungen nicht mehr zu trennen. Dafür kamen wichtige deutsche Modehäuser auf die Fashion-Week zurück, der wichtigste Vertreter dieser Unternehmen ist sicher BOSS. Und so gab es wieder sehr viel Sehenswertes, am dritten Tag beispielsweise die exklusive Womenswear Gallery-Collection by Christiane Arp and Jason Wu. Es traf sich dort die Oberliga der deutschen Modewelt. Im Modesalon stellten parallel fein selektierte Designer ihre Defilees einem kleineren Kreis vor. Aber auch gerade einige grosse Hersteller wie z.B. Esprit haben auf eine Präsenz verzichtet. Berlin hat, gerade aus internationaler Sicht betrachtet, nicht annähernd den Stellenwert wie z.B. Paris oder New York.

Trends: Was bringt die Mode 2018?

Aufbruchstimmung ist das Eine, primär geht es aber auf der Berlin Fashion Week stets um die neuesten Sommerkollektionen, die wir ein Jahr später tragen werden, in diesem Fall also im Sommer 2018. Es ist schwieriger geworden, Trendsetter zu identifizieren und die Mode mit einem Begriff zu klassifizieren, denn seit einigen Jahren schon scheint irgendwie alles zu gehen. Es gibt indes Designer, die den Zeitgeist punktgenau treffen. Hierzu gehört William Fan, der erneut – wie schon in den Vorjahren – seine Visionen verwirklichte, wobei er offenbar seinem Bauchgefühl vertraut. Seine 90s Back-Pop Generation-Kollektion traf absolut den Geschmack des Fashionweek-Publikums, das die unglaublich farbenfrohen all-over Denim Looks feierte, deren Metallic- und Silberelementen bestaunte und dabei glücklich zu den Songs mitwippte. Die Models mit ihren „Nick Carter“ Topfschnitten unterstrichen den Auftritt souverän. Eine Fashionperformance soll heutzutage nicht mehr nur schön sein. Sie muss entertainen, was wohl auf der diesjährigen Berliner Modewoche William Fan am besten gelang. Er schaffte mit seiner Inszenierung einen wirklich perfekten Mix. Natürlich war er nicht der einzige Kreative mit ausgewachsenen Entertainment-Ambitionen, die Models von Antonia Goy etwa tanzten wild umher, ließen das Modepublikum interagieren, verteilten Küsse und bezogen mit Selfie-Posen auch den Social Media Hype mit ein. Dieser hat gigantische Ausmaße erreicht, Front Rows von Influencern dominierten die Szenerie. Das ist großartig für unseren Spaßfaktor, wichtiger sollten aber die Fashion-Kreationen sein.

Farben, Farben, Farben

Schon in der letzten Saison dominierten Farben die wichtigsten Trends, im Sommer 2018 bleiben sie das große Thema. Es darf auffällig sein und sogar knallen, Pastell verschwindet beinahe vollständig aus den Kollektionen. Sollte es doch auftreten, wird es mit Mustern und bunten Kontrastfarben gemixt. Hinzu kommen extravagante Formen, Knotungen und Drapierungen sowie Details wie Schnallen und doppelt gewundene Gürtel. Im Sommer 2018 wird es kaum etwas Schlichtes geben, es gilt als langweilig. Geradlinig ist verpönt, alles darf anders getragen werden, gegen Konventionen wird bewusst verstoßen. Das war bei Marina Hoermanseder zu sehen, die in ihre Kollektion unterschiedlichste Elemente einbrachte: Flatternde Volants-Mäntel waren ebenso vertreten wie Lederröcke mit Riesen-Gürtelschnallen und Bikini-Sommerlooks. Im Modesalon präsentierte sich erstmals Rianna & Nina, ein Nischenlabel, das in Berlin für seine zauberhafte Vintagemode schon länger bekannt ist. Zur Premiere führten Rianna & Nina eigens produzierte Stoffe vor, die sie zu höchst farbenfrohen Outfits kombiniert hatten. Als Umgebung für ihre erste Show wählten sie eine gemütliche Gartenparty im Kronprinzenpalais. Nicht weit davon entfernt lud Dawid Tomaszeswki auf einer Dachterrasse seine Gäste ein, denen er – im Back der Blick über Berlin-Mitte – die nackteste Kollektion der Fashion-Week vorstellte. Nur halb bedeckte Brüste und Nippel-Patches, ereignisreiche Stylings, Schimmer, Stickereien und Drapierungen sind die Tomaszeswki-Mode. All das wirkte höchst modern und cool, allerdings nicht sehr romantisch. Damit traf der Kreative freilich den Geist der aktuellen Mode, denn Romantik ist zurzeit mehr oder weniger out. Der Modetrend heißt „In Your Face“ und richtet sich an selbstbewusste Fashionistas und Männer mit viel Modemut. 2018 setzen wir Statements!

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