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Auf in die Zukunft:
Die HeimTextil in Frankfurt zeigte, wohin es geht!

Aktuelles Design ist immer eine Antwort auf die Lebensumstände der Menschen, aber umgekehrt beeinflusst das Design auch, wie wir leben. Es ist also immer eine spannende Sache, wenn die Heimtex in Frankfurt ihre Tore öffnet und die neusten Trends preisgibt, denn die Heimtextil ist nicht nur die größte Fachmesse für Wohntextilien auf internationalem Parkett, sie findet auch zu Anfang des Jahres statt und setzt damit die Trends für das ganze folgende Jahr fest. Und wie es sich für eine Fachmesse zum Thema Wohnen und Textilien gehört, hatten die zahlreichen Aussteller in Frankfurt nicht einfach Messestände aufgebaut – sie hatten Stimmungen aus Farben und Licht gezaubert.

 

Der Trend geht immer mehr zum »Wohlfühlwohnen«

 

Spätestens seit der Bauhaus-Bewegung wissen wir, dass die Räume, in denen wir leben, unsere Stimmung, ja sogar unser Selbstbild beeinflussen. Wollen wir repräsentativen Pomp, schlichte Funktionalität oder doch lieber ein romantisches Kuschelnest mit Plüsch und sanften Lichtern? Heute geht alles auf einmal, denn die angesagten Designer entwerfen nicht nur Möbel und Textilien, sondern Stimmungsbilder, in denen wir auch wohnen können. Trotzdem geht der Trend zu einer neuen Einfachheit, die an die Zeiten des Wirtschaftswunders erinnert – zumindest, was den Retrostyle betrifft.

 

Dahinter stehen aber zukunftsweisende Gedanken, denn unsere Lebensumstände verändern sich. Heute lebt schon über die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten und an diese Entwicklung muss sich auch das aktuelle Design anpassen. Denn Stadtmenschen werden immer mehr zu Nomaden, die oft und gern umziehen und auch auf kleinstem Raum zufrieden sind – solange sie alles haben, was sie zum Leben brauchen und trotzdem spontan wieder ihre Kartons packen können, wenn ein neues Projekt, ein anderer Job in einer anderen Stadt rufen. Die rustikale Schrankwand hat also ausgedient.

 

 

The flexible Space – wandelbarer Wohnraum

 

»The future is urban« lautete das Motto der Heimtextil 2018 in Frankfurt und der Trend des wandelbaren Wohnraums war ein dementsprechend großes Thema auf der Messe. Besonders junge Menschen legen heute mehr Wert auf Erfahrung und Flexibilität als auf Eigentum. Kleine Singlehaushalte, Wohngemeinschaften und alternative Wohnprojekte, die eher auf Nachhaltigkeit und Recycling anstatt auf Konsum setzen, verändern das Design, denn die Ansprüche der Menschen gehen immer mehr hin zum tragbaren Möbelstück. Veränderung, Multifunktionalität und Umnutzung sind also die Themen, mit denen Designer sich heute beschäftigen.

 

Flexible Systeme, die sich immer wieder auf-, um- und abbauen lassen, liegen also im Trend. Was früher in Wohn-, Schlaf- und Arbeitszimmer unterteilt war, passt heute auf wenige Quadratmeter und bietet durch clever durchdachte Designlösungen maximale Funktionalität mit echtem Kuschelnest-Charakter.

 

Room set by Six N.Five for FranklinTill

 

 

Gesundheit und Nachhaltigkeit – Trends, die sich noch verstärken werden

 

Immer öfter und immer länger halten wir uns in geschlossenen Räumen auf, zum Arbeiten und zum Leben. Das gesunde Wohnklima ist daher ebenfalls eine der zentralen Fragen der aktuellen Innenarchitektur. Die Integration von Pflanzen in den Innenbereich, gesunde Materialien und kleine Wellnessinseln beeinflussen daher immer stärker das moderne Design. Denn der multifunktionale Wohnraum muss heute vieles bieten, vor allem soll er Achtsamkeit und Entspannung fördern. Auch Nachhaltigkeit und Upcycling sind Kernthemen des modernen, urbanen Designs.

 

Das Müllaufkommen in den Städten wird immer größer, gleichzeitig werden die Ressourcen immer knapper. Abfall selbst muss also zur Ressource werden und dieses Problem versucht der Trend »The re-made Space« zu lösen. Re-made Spaces sind Räume, die mit recycelten Materialien versuchen, den Kreislauf der Ressourcenverschwendung zu durchbrechen. Trendsetter, Ideengeber und Design-Initiativen zeigten auf der Heimtextil 2018, wie Wohnen und Bauen mit recycelten Materialien in der Zukunft aussehen kann – und kreierten damit einen neuen Style, der uns hoffentlich noch lange begleiten wird.

 

The Maker Space: Jetzt sind die Macher gefragt!

 

Auch die Do-it-yourself-Bewegung nimmt inzwischen einen großen Bereich des »Wohlfühlwohnens« ein, der Trend zu selbstgemachten Produkten nimmt immer mehr Fahrt auf. Menschen wollen heute nicht mehr einfach nur Konsumenten sein, sondern als bewusste Verbraucher ihren Lebensraum aktiv gestalten.

 

Diese Maker-Bewegung hat in den Produktionsabläufen eine kleine Revolution losgetreten, denn durch die Digitalisierung, Open-Source-Programme und frei zugängliche DIY-Anleitungen werden immer mehr Menschen zu aktiven Gestaltern ihrer Umgebung. Darauf muss auch das Design reagieren und angesagte Materialien für die Macher bereitstellen – am besten natürlich recycelte und nachhaltige Materialien, die sich multifunktional verarbeiten lassen. Denn so fließen alle Trends zusammen zu einer neuen Wohnkultur.

 

 

Alle Bilder sind Copyright Frankfurt Messe GmbH

Fotograf Titelbild Pietro Sutera

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