YOGA – auch etwas für Männer?!

Wie Lars, männlich, sportlich, konkurrenzorientiert, zum Yoga kommt und bleibt.

Lars, Mitte dreißig, liebt Grenzerfahrungen und Wettkampf. Üblicherweise macht er Hindernisläufe, Cross Fit, Halbmarathon und Freelatics-Functional-Training. Er mag die Mischung aus Kraft und Ausdauer. Seine Kondition ausbauen, seine Kraft aufbauen. Er liebt es, schnell zu sein, besser zu sein. Sich auszupowern. An sein Limit zu gehen. Möglicherweise ist genau das der Grund, weshalb er sich vor ca. 9 Monaten noch weiter nach vorne wagt. Er nimmt seinen ganzen Mut zusammen. Er tut, was er schon ewig vor hat. Was schon lange in ihm schlummert. Er macht es. Als westlich sozialisierter Mann.

Er besucht seine erste Yogastunde. Das war nicht einfach und hat mehrere Anläufe gebraucht.

Lars hat Respekt. Respekt vor den Fähigkeiten seines Körpers und Respekt vor seinen Mitstreiterinnen. Beim Laufen und beim Krafttraining kennt er sich aus. Er weiß, was er tut und liebt was er kann. Er kennt seinen Körper. Er weiß, was geht. Und er ist Realist. Er weiß, was nicht geht. Beim Gedanken an Yoga sagt seine innere Stimme: „Das kann ich nicht. Frauen können das besser. Was soll ich da? Keine Chance zu gewinnen. Ich bin weder spirituell noch gelenkig“. Trotzdem, oder gerade deshalb, hat  er es gewagt. Er hat seine Komfortzone verlassen. Denn Lars möchte wachsen. Sich selbst näher kommen. Sich seinen Schwächen stellen. Aus verschiedenen Richtungen wird er auf das Thema gestoßen. Wieder und wieder. Yoga drängt sich immer mehr in sein Leben. Die Botschaft ist klar, unmissverständlich: „Tu es“. Wenn du Veränderung willst, musst du dich verändern. Die alten Pfade verlassen. Etwas Neues ausprobieren.

Yoga für Männer

Yoga ist der ideale Ansatz, um allen Aspekten des Körpers gerecht zu werden

Lars wird belohnt und merkt, dass seine Bedenken überflüssig sind. Anfangs war es nicht leicht. Beim Blick über den Mattenrand bestätigt sich seine Vorahnung. Die Frauen können es tatsächlich besser. Sie sind gelenkiger, geschmeidiger, flexibler. Bewegen sich grazil und mit Leichtigkeit. Es hat ein bisschen gedauert, bis er merkt, ich mache das für mich. Es geht hier nicht um eine Competition. Es geht nur um mich. Das ist neu. Das ist anders. Das kennt er bisher nicht. Es gefällt ihm.

Heute sagt er, „Das musst du ausprobieren. Du musst über deinen Schatten springen, über diesen Punkt rüber gehen. Es erfahren. Dann merkst du. Yoga gibt dir Kraft. Auch als Mann. Yoga fordert dich körperlich und geistig. Auch wenn viele Männer das nicht glauben.“ Doch er weiß, wenn du es sauber machst, kommst du ganz schön ins schwitzen. Seit dem Lars regelmäßig Yoga praktiziert, ist sein Körper flexibler und sein Wettbewerbsgedanke weniger geworden. Er hat gelernt, seinen unruhigen Geist zu besänftigen. Das tut ihm gut. Er ist geduldiger mit sich. Und übt Dankbarkeit. Das hat sein Leben verändert. Das macht ihn zufriedener und gelassener. Er ist weniger streng mit sich selbst. Heute gehört Yoga ganz selbstverständlich zu seinem Fitnessprogramm. Er mixt seine verschiedenen Sportarten frei nach dem Motto: wechsle nicht nur deine Sportschuhe, sondern auch den Sport, um der Vielfalt deines Körpers gerecht zu werden.

Lars ist dankbar, dass er mutig war. Er hat entdeckt, dass er sich selbst Möglichkeiten nimmt, wenn er nicht alle Körperfunktionen nutzt, die sein Körper zu bieten hat. Dazu gehört auch geistige Flexibilität und weniger Differenzierung.

Yoga für Männer

Yoga ist nicht ortsgebunden und somit perfekt für den Urlaub

Yoga steht für Verbindung. Er fragt sich, weshalb ausgerechnet beim Yoga Unterscheidungen nötig sind. Er beobachtet. Einerseits sind es die Männer, die sich vom Label „Männeryoga“ angesprochen fühlen. Da gibt es Yogasequenzen, die speziell an die Bedürfnisse des männlichen Körpers angepasst sind. Männer wollen sich abgrenzen. Männer müssen sich abgrenzen. Immer noch gibt es viele Vorurteile. Frauen ziehen Kinder groß, Frauen verdienen weniger. Frauen machen Yoga.

Anderseits werden die Männer ausgeschlossen. Bei seinem ersten Yogaretreat ist Lars der einzige Mann. Als er den Raum betritt, wird er mit einem, „ich wusste gar nicht, dass Männer hier erlaubt sind“, begrüßt. In Indien wurde Yoga ursprünglich nur von Männern praktiziert. Davon ist heute keine Spur mehr. Yogaveranstaltungen sind bisher eine reine Frauendomäne. Nicht einmal Sportartikelhersteller gehen dort auf die männliche Zielgruppe ein. Für den Mann gibt es bei den Veranstaltungen bisher fast kein Angebot. Yoga ist Verbindung. Und doch ist die Trennung stets vorhanden.“Wenn wir weiterhin unterscheiden, bleibt der Unterschied,“ sagt Lars. Schließlich sind wir in vielen anderen Lebensbereichen inzwischen gleichberechtigt.“ Lars findet, jeder Schüler hat die Möglichkeit seinen Lehrer und seinen Yogastil zu finden. Das ist Differenzierung genug. Da bedarf es keiner Trennung zwischen Mann und Frau mehr.

Yoga für Männer

Yoga steht für Verbindung und schliesst niemanden aus

Die viel zentralere Frage ist, was brauchst du als Mensch? Was entspricht deiner Körperkonstitution, deinem Wesen, deiner aktuellen Situation? Was willst du? Was brauchst du? Die vielfältigen Yogastile bedienen heute, mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten, vielerlei Bedürfnisse. Du findest, was du brauchst und zu dir passt.

Lars hat für sich entschieden. Er nutzt die vorhandene Vielfalt. Probiert immer wieder aus. Entscheidet. Anstatt sich abzugrenzen fragt er, „was tut mir gut? Was motiviert mich? Wie kann ich meinen Körper ganzheitlich trainieren, damit ich auch im Alltag etwas davon habe?“ Und er gewinnt. Keine Competition. Dafür mehr Selbstvertrauen. Selbstverständnis und Verbindung. Zu sich und zu seinen Mitmenschen. Das ist Yoga. Das ist was bleibt.

 

Interessierst du dich für weitere Yoga-Artikel, dann folge dem Link.

Mehr zum Thema Body&Mind findest du hier.

Du verreist gerne, dann schau dich doch mal auf unserer Reise-Seite um.

SHARE THIS

Leave a reply

Your email address will not be published.

Theme developed by TouchSize - Premium WordPress Themes and Websites